Haßfurt
Bodycam

Polizei will mehr Sicherheit

Vergangene Woche sind die Polizeistationen in Unterfranken mit den neuen Bodycams ausgestattet worden. Auch in Haßfurt sind die Beamten damit ab jetzt unterwegs - für mehr eigene Sicherheit.
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Patrick Ruß schult seine Kollegen im Umgang mit der Bodycam. Der kleine gelbe Kasten, der Audio und Video aufnehmen kann, ist der neue Begleiter der Polizisten auf Streife.Stefanie Gleixner
Patrick Ruß schult seine Kollegen im Umgang mit der Bodycam. Der kleine gelbe Kasten, der Audio und Video aufnehmen kann, ist der neue Begleiter der Polizisten auf Streife.Stefanie Gleixner

Verkehrskontrolle in Haßfurt. Die Beamten der Polizei stoppen einen Autofahrer, der ohne angelegten Sicherheitsgurt am Steuer sitzt. Zusätzlich benutzt er noch sein Handy. Als die Polizisten ihn auf sein Fehlverhalten ansprechen, reagiert er gereizt und aggressiv. "Wir werden jetzt die Kamera einschalten", sagt einer der beiden Streifenbeamten. Sofort beruhigt sich der Autofahrer, als die Aufnahme läuft, und bezahlt sein Bußgeld.

"Der präventive Gedanke steht im Fokus. Die Bodycam soll ein drittes Auge sein", erklärt Thomas Hümmer, Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt. Die Kamera soll in kritischen Situationen deeskalierend wirken, so wie sie das bereits bei einem der ersten Einsätze in Haßfurt gezeigt hat.

Aufklärung ist wichtig

Das kleine gelbe Kästchen, das an der Weste befestigt wird, befindet sich seit letzter Woche in der Polizeiinspektion Haßfurt. Patrick Ruß schult alle Kollegen darin, sich mit dem Umgang der Bodycam vertraut zu machen: "Wir schulen rechtliche Grundlagen, als auch die praktische Anwendung der Kamera." Ebenso zählt die Öffentlichkeitsarbeit dazu. Die Bevölkerung soll wissen, wofür die Kamera da ist und wie sie zum Einsatz kommt. Jeder Polizist muss erklären können, was es damit auf sich hat. Das ist Chef Thomas Hümmer wichtig.

Die Aufnahme mit der Kamera ist nur in gefährdenden Situationen erlaubt. Wenn eine Person aggressiv ist oder beleidigend. Ansonsten ist die Kamera nicht in Betrieb, sondern nur im Standby-Modus. Erst durch die bewusste Ansprache des Betreffenden, dass er ab jetzt gefilmt wird, ist die Benutzung erlaubt. Die Kamera leuchtet dann rot und gibt ein akustisches Signal von sich, damit jeder Bescheid weiß, was passiert. "Die Kamera könnte theoretisch bis zu acht Stunden aufnehmen. In der Regel dauern die Aufnahmen allerdings nur 15 bis 30 Minuten", sagt Patrick Ruß.

Gespeichert werden die Aufnahmen auf dienststelleneigenen Servern. 21 Tage bleiben die Aufnahmen dort, sollten sie nicht als Beweismittel dienen, wie im anfangs beschriebenen Fall. Sollte es jedoch zu einem Verfahren kommen, wird das Videomaterial an die Staatsanwaltschaft geschickt und diese kann sie als Beweismittel nutzen oder nicht. Das liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft. Die Polizeiinspektion hat damit nichts mehr zu tun.

"Die Kamera hat sich durchgesetzt und wird sich etablieren. Wir schützen uns vor ungerechtfertigten Vorwürfen", sagt Kurt Etzel, stellvertretender Leiter der Polizei Haßfurt. Kein Polizist nehme gerne Leute gefangen.

In den letzten Jahren stellten die Behördenvertreter aggressiveres Verhalten gegenüber Rettungskräften und Polizei fest. Es hat sich als nötig erwiesen, dass etwas getan werden muss. Der Einsatz der Kameras trägt nun dazu bei und ist klar geregelt. "Es wird nur in Gefahrsituationen gefilmt und dient nur zum Schutz der Polizisten", sagt Kurt Etzel.

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