Breitbrunn

Pfingsthochwasser sorgt noch immer für Probleme

In Breitbrunn werden die Schäden nach dem Pfingsthochwasser auf 100.000 Euro geschätzt. Seit Mittwoch wird für Abhilfe gesorgt und gebaggert.
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Ein Bild der Verwüstung bot sich nach dem Pfingsthochwasser an der Paßmühle. Archiovfoto: Michael Will
Ein Bild der Verwüstung bot sich nach dem Pfingsthochwasser an der Paßmühle. Archiovfoto: Michael Will
Die Fluten sind längst abgelaufen, die Schäden beschäftigen noch immer die Behörden: Das Pfingsthochwasser hat in der Gemeinde Breitbrunn Schäden von rund 100.000 Euro hinterlassen. Betroffen waren der Bereich um die Paßmühle, die Schattersiedlung und etliche Flutwege. Die Schäden werden seit Mittwoch beseitigt und ein "kleiner Hochwasserschutz" umgesetzt. Dies verkündete Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) bei den Bürgerversammlungen am Dienstag im Gemeindezentrum in Breitbrunn und am Mittwochabend im Gasthaus "Zum Veitenstein" in Lußberg.

Außerordentliches Hochwasser

Die Folgen des Wolkenbruchs am Abend des Pfingstsonntag lassen sich kaum in Worte fassen, in Zahlen auch nicht. Deshalb müssen bürokratische Umschreibungen herhalten: "Es war ein fünf Mal 100-jähriges Hochwasser an einem Abend", hat die Bürgermeisterin von Vertretern des Wasserwirtschaftsamt erfahren. So wenig griffig diese Formulierung, so weitreichend deren Auswirkung: "Wir haben eine Förderzusage von 80 bis 85 Prozent erhalten, müssen uns aber an die Planungs- und Vergabevorschriften der Regierung halten." So entstehen Schutzwälle entlang der Erdwege und auch Regenrückhaltebecken. Bis Ende März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Aktuelle Fortschritte verkündete Gertrud Bühl auch aus anderen Behördenstuben. Noch in dieser Woche werden die Pläne für den weiteren Ausbau der Staatsstraße in Richtung Ebelsbach vorgelegt. Dabei soll eine Kurve nahe der Abfahrt in Richtung Schönbrunn entschärft werden, wozu noch naturschutzrechtliche Fragen geklärt werden müssen. "Außerdem ist ein Biber im Ebelsbach am Werk, der muss sich noch eine andere Baustelle suchen." Bis Mitte Januar rechnet die Bürgermeisterin mit der Vorlage der kompletten Planung und damit auch mit dem Beginn des Grunderwerbs.

Zu wenig Verkehr im Lautergrund

Nicht ganz so flott dürfte es mit dem Ausbau der Staatsstraße im Lautergrund gehen. "Wir haben die Zusage, dass die Straße zwischen Kirchlauter und Rudendorf abschnittsweise verbessert wird, aber es gibt erst eine Grobplanung und Bodenuntersuchungen nicht vor 2014." Die Abstimmung mit der Naturschutzbehörde sei aber bereits erfolgt. "Wir haben das Problem, dass das Verkehrsaufkommen gering ist und ich glaube nicht, dass vor 2015 etwas passiert."

Schneller geht's mit der Erschließung des neuen Baugebietes hinter der Kirche: "Im Frühjahr geht's los." Dann stehen neun Bauplätze zur Verfügung. "Wir haben derzeit in Breitbrunn keinen Leerstand und nur noch einen Bauplatz in Gemeindehand." Entstehen solle ein ruhiges Baugebiet für junge Familie, das nur eine Zufahrt mit Wendehammer aufweist.

Fortschritte auch auf der Datenautobahn. Den Anschluss ans leistungsfähige Internet erwartet Bürgermeisterin Bühl in zwei Bauabschnitten, die 2014 und 2015 umgesetzt werden. Dazu erfolge laut Telekom ein Anschluss von der Vermittlungsstelle in Kirchlauter her.

Seit Jahren beschäftige die alte Schule in Lußberg den Gemeinderat. "Der angedachte Verkauf gestaltete sich schwierig, weil der SC Lußberg-Rudendorf nahezu für alle Zeiten dort das Recht zum Duschen hat." Gespräche mit dem Verein seien schwierig, weil "sich dort keiner zuständig fühlt".

Arbeiten laufen bald an

Deshalb sollen nun erste Renovierungsarbeiten beginnen: Neue Fenster im unteren Bereich, ein behindertengerechter Zugang sowie die Beseitigung des Problems mit fliegenden Ameisen, worüber sich ein Lehrer schon 1889 beschwert habe."Ich warte noch auf die Zuschusszusage, denke aber , dass wir im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen."

In Kottendorf entsteht ein Gemeinschafthaus als Generationentreff mit neuer Feuerwehrgarage. "Eine Unterschriftenliste hat auch den Landrat überzeugt, nachdem frühere Vorstöße stets negativ beschieden worden waren", freute sich Gertrud Bühl. Mit dem Bau einher gehen Überlegungen, ein Nahwärmenetz in Eigenregie zu konzipieren.

Ausführlich ging die Bürgermeisterin auf die beschlossenen Mietzahlungen an den Grundschulverband für die Nutzung des Schulhauses in Neubrunn ein: "Es wurde eine falsche Entscheidung getroffen, die wir unmittelbar wieder rückgängig gemacht haben. Auch der Kämmerer hat sich entschuldigt." Dabei ging es um 55.000 Euro.
Im Rahmen des Bürgerdienstes sei eine stunden- oder tageweise Betreuung im Gemeindezentrum geplant. Damit einher könnte auch ein gastronomisches Angebot gehen, weil "wir da einen Engpass haben".

Wegen einer Verbesserung der medizinischen Versorgung mochte die Bürgermeisterin keine Zusagen machen: "Wir gehören da zu Ebern und das ist überversorgt." Eine Konstellation, die Bühl erstaunte. "Eigentlich sind wir sonst nur beim Gymnasium Ebern zugeordnet."

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