Haßfurt
Schulfeier

Pädagoge, Planer und Bauherr

Das Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt verabschiedete den langjährigen Leiter Max Bauer.
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Die Ministerialbeauftragte Monika Zeyer-Müller überreichte Schulleiter Max Bauer die offizielle Entlassurkunde aus dem Staatsdienst.
Die Ministerialbeauftragte Monika Zeyer-Müller überreichte Schulleiter Max Bauer die offizielle Entlassurkunde aus dem Staatsdienst.
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"Der Schüler ist klein und zierlich, etwas blass, aber gesund, zäh und gut gepflegt." Mit diesen Worten schickte Hiltrud Joa, Lehrerin in Knetzgau, einst den Viertklässler Max ans Haßfurter Regiomontanus-Gymnasium. 54 Jahre später verlässt Max Bauer das Gymnasium als Schulleiter und Oberstudiendirektor, nach wie vor zäh, gut gepflegt und gesund! Das Regiomontanus-Gymnasium sei sein zweites Zuhause gewesen, stellte Studiendirektorin Maria Eirich bei der Verabschiedung des Schulleiters fest. Max Bauer habe für die Schule gelebt und seine Gedanken hätten deutliche Spuren hinterlassen, so Eirich, die ab dem kommenden Schuljahr die Nachfolge als Schulleiterin antreten wird.

Zahlreiche Ehrengäste waren am Dienstag in den "Silberfisch" am Schulzentrum gekommen, um von dem verdienten Chef Abschied zu nehmen. So auch die Ministerialbeauftragte Monika Zeyer-Müller, die Bauer die offizielle Entlassurkunde aus dem Staatsdienst überreichte. Die Stadt Haßfurt könne stolz auf das Regiomontanus-Gymnasium sein, das bestens da stehe, sagte sie. Auch die bauliche und ästhetische Gestaltung der Schule habe Bauer wie kein anderer geprägt. Sein detailliertes, pädagogisches Konzept, das Bauer in die Umbauarbeiten der Schule mit einbinden konnte, haben nach ihrer Darstellung das Regiomontanus-Gymnasium zu einer Institution gemacht, die im Spitzenfeld bayerischer Schulen liege.

Als Max Bauer im September 2004 die Leitung des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt übernahm, wurde er mit vollkommen neuen Aufgaben konfrontiert, die zu bewältigen waren: Einführung G8 gleich im ersten Schuljahr, Umzug der gymnasialen Oberstufe vom Dürerweg in das Hauptgebäude, Lehrermangel, weiter steigende Schülerzahlen von knapp über 1200 in 2004 bis auf 1530 im Jahr 2011, doppelter Abiturjahrgang 2011, zwei externe Evaluationen, Ministerialkommissär und schließlich die digitale Ausstattung der Unterrichtsräume. Ein neues Raumkonzept 2006, die Einführungsklasse 2012 und der gebundene Ganztag 2013 wurden unter seiner Leitung zu pädagogischen Erfolgsmodellen. Die größte Herausforderung bildeten jedoch die umfangreichen Baumaßnahmen wie der Bau des Ganztagsgebäudes ("Silberfisch") und die Generalsanierung des Schulzentrums in fünf Bauabschnitten. In nicht enden wollenden Sitzungen mit unzähligen selbst gezeichneten Plänen hat Bauer um seine Visionen und Ziele gerungen, hat in den 15 Jahren die Sanierungen und Neubauten intensiv begleitet und fünf Einweihungen vom "Silberfisch" bis zum Verwaltungstrakt in seiner Amtszeit erlebt.

Am 24. März 1955 in Knetzgau geboren, legte Max Bauer 1974 am Regiomontaus-Gymnasium das Abitur ab. Sein Studium an der Universität Würzburg beendete er 1982 mit dem wissenschaftlichen Staatsexamen in Wirtschaft/Recht und Geographie. Zudem erwarb er die Fakultas in Sozialkunde. Nach dem Referendariat am Martin-Behaim-Gymnasium in Nürnberg und am Arnold-Gymnasium in Neustadt bei Coburg begann Bauer 1984 seine Lehrtätigkeit am Ohm-Gymnasium Erlangen und wechselte sechs Jahre später an das Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg. Dort war er elf Jahre Stundenplanreferent und kommissarischer Fachbetreuer in Wirtschaft/Recht, bevor er im September 2000 als Mitarbeiter in die Schulleitung wechselte und im Jahre 2003 schließlich zum stellvertretenden Schulleiter ernannt wurde. Auch als Schulbuchautor für das Fach Wirtschaft hat sich Bauer einen Namen gemacht. 20 Jahre schrieb er beim CC-Buchner-Verlag an 15 Büchern mit, die überwiegend für die gymnasiale Oberstufe bestimmt waren.

Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass Bauer in seiner Funktion als Schulleiter die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen habe. Besonders stark habe sich Bauer für Schulpartnerschaften und den Schüleraustausch gemacht, so Schneider. Die Beziehungen zu Pierrelatte in Südfrankreich, der Partnerstadt von Haßfurt, habe er wieder aufleben lassen, und auch mit elf anderen Schulen in den verschiedensten Ländern laufe das Miteinander bestens.

Der Realschuldirektor Hartmut Hopperdietzel und Elternbeiratsvorsitzender Stephan Schneider bedankten sich ebenfalls bei Bauer für die gute Zusammenarbeit. Der Personalrat nahm in humorvoller Art und Weise Abschied und hob die Verdienste Bauers in einer Art Sketch hervor. Charlotte Seitz und Thomas Lux überreichten mit einem Korb voller Steine ein ganz besonderes Präsent, denn der Schulleiter blieb in seiner Amtszeit immer besonnen und gelassen, wie ein Stein in einem lebendigen, tosenden Fluss. Besonders viel Beifall gab es für die Lehrerband "Rock of Ages" mit Lehrer Markus Korb als Frontmann. Bauers Bewunderung der "Rolling Stones" nahmen die Musiker zum Anlass, deren Lied "Honky Tonk Women" mit einem eigenen Text für den Schulleiter zu versehen. Die Bigband der Schule unter der Leitung von Ekkehard Grieninger sowie der Oberstufenchor und Lehrerchor mit Leiterin Andrea Marx sorgten für die weitere musikalische Unterhaltung während der Feierstunde. Flammende Abschiedsworte gab es von den Schülervertretern Steven Fischer, Selina Schorr und Lilly Rödel, die das immer offene Ohr des Schulleiters für Schüleranliegen hervorhoben.

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