Ebern
Oldtimer-Tag

Oldtimer zogen die Blicke auf sich

Etwa 700 Fahrzeuge waren am Fronleichnamstag rund um den Eberner Neptunbrunnen zu sehen.
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Echte Hingucker. Foto: Helmut Will
Echte Hingucker. Foto: Helmut Will
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Mindestens 35 Jahre alt mussten die Fahrzeuge sein, die deren Besitzer am Donnerstag am Marktplatz in Ebern präsentieren durften. Der Automobilclub Ebern (ACE) hatte mit seinem Organisator Gotthard Schleicher zum Oldtimertreffen eingeladen und viele waren gekommen.

Bis zu Baujahr 1984 und älter

Erwartet wurden im Lauf des Tages etwa 700 zwei- und vierrädrige Fahrzeuge auf dem Marktplatz rund um den Neptunbrunnen. Für die Veranstaltung waren Fahrzeuge bis zum Baujahr 1984 und älter zugelassen. Traktoren, Lkws und Busse waren aus Platzgründen nicht gestattet. "Trotz des Unwetters in der Nacht haben es sich viele Oldtimerfans aus ganz Nordbayern nicht nehmen lassen, in Ebern aufzuschlagen", freute sich Gotthard Schleicher. Der Fronleichnamstag sei für diese Veranstaltung gut geeignet. Besonders freut sich der Organisator, dass alles reibungslos verlaufen ist. Schon kurz nach der Mittagszeit blitzten die Oldtimer im gesamten Marktplatzbereich, auf den umliegenden Parkplätzen und Straßen - und Interessierte bestaunten sie.

Wie ein Wankel-Motor funktioniert

Hie und da gab es auch Gespräche mit Besitzern der Vehikel. Einer, der mit seinem silbergrauen Audi-NSU Ro 80 gekommen war, ist der 80-jährige Dieter Huhnstock aus Bad Neustadt an der Saale. Bei seinem Fahrzeug handelt es sich um eines aus dem Baujahr 1976, welches im gleichen Jahr erstmals zugelassen wurde. "Produziert wurde dieses Auto bis 1977, etwa 37 400 wurden davon gebaut", erklärt Dieter Huhnstock und sieht die neugierigen Blicke eines etwa achtjährigen Jungen, der ihn fragt, was das sei, was da auf der Motorhaube des Ro 80 steht. "Das ist das Modell eines Kreiskolbenmotors, auch ,Wankel-Motor' genannt", erklärt Huhnstock und erläutert, wie dieser funktioniert und die Kraft auf den Antrieb übertragen wird.

Mit 115 PS unterwegs

Der technisch interessierte Junge, er heißt Michael, will mehr wissen. Er erfährt von Huhnstock, dass das Auto 115 PS hat und 180 km/h schnell fahren kann, was dem Buben ein "Huj" entlockt. Huhnstock sagt, dass er der dritte Besitzer des Fahrzeugs sei und es 28 Jahre still gelegt war. Seinen Oldtimer fährt er nur zum Spaß und um sich und anderen eine Freude zu machen. Der Bad Neustadter erzählt, dass er etwa 100 Kilometer im Umkreis von Bad Neustadt bei Veranstaltungen mit seinem Ro 80 anzutreffen sei. Bis vor etwa drei Wochen, als er auf der Fahrt nach Bad Staffelstein war, wo die Bremsen versagten und ein Stoßdämpfer gebrochen war, gab es in den fünf Jahren, in denen er das Auto besitzt, noch keine Probleme. "Eigentlich ist mein Auto die Attraktion auf jeder Veranstaltung, das sehen sie ja auch an dem Interesse von Michael", sagt Huhnstock. Verkäuflich sei sein Oldtimer nicht, der im Wert nicht besonders hoch gehandelt werde. Er sei nicht der Typ, der sein Auto hinstelle und sich ins Bierzelt setze. "Ich stehe hier bei meinem Auto und gebe, da ich sehr kommunikativ bin, gerne Auskunft", sagt Dieter Huhnstock. Unikate waren auch bei den Motorrädern, Rollern und Mopeds zu sehen, die vor allem um den Neptunbrunnen präsentiert wurden.

60 Helfer

Gotthard Schleicher erzählt, dass gegenwärtig um die Mittagszeit noch etwa 50 Plätze für Oldtimer frei wären. Schleicher lobt seinen etwa 60 Personen zählenden Helferstab, der sich aus AC-Mitgliedern und Personen verschiedener Vereine, so auch der Feuerwehr rekrutiert. "Ich freue mich, dass so viele zu unserem Oldtimertag gekommen sind und ihr Erstaunen zum Ausdruck brachten, welch eine tolle Stadt sie hier vorfanden", sagte Schleicher.

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