Seit mittlerweile 25 Jahren bereichert der ökumenische Kirchenchor Königsberg die Liturgie und das kulturelle Leben des romantischen Fachwerkstädtchens in den Haßbergen. Sein 25-jähriges Bestehen feiert der Chor mit einem geistlichen Konzert am Mittwoch, 3. Oktober, um 17 Uhr, in der Marienkirche in Königsberg.

Das Programm, aufgebaut wie die Liturgie einer Messfeier, beinhaltet geistliche Chorsätze aus verschiedenen Jahrhunderten, wie z.B. "Locus iste" von Anton Bruckner, "Dextera Domini"von César Franck oder "Ave verum corpus" von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Solisten in diesem Konzert sind Dorothee Döbereiner (Sopran), Martin Scherer (Tenor) und Wilhelm Stuhlfelder (Bass). Begleitet wird der Chor von Marco Häfner am E-Piano.

Tradition in Königsberg


"Es gibt viele Lieder, die sowohl für die evangelische als auch für die katholische Kirche passen. Wir singen oft auch weltliche Lieder", erklärt Inge Snater, die den Chor seit seinem Bestehen leitet. Der ökumenische Kirchenchor führt seit einem Vierteljahrhundert die lange Tradition des gemeinschaftlichen Gesangs in Königsberg fort.

Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts existierte mit dem 1843 gegründeten Gesangverein Königsberg einer der ältesten Klangkörper des Landkreises Haßberge. Damals gab es sowohl einen evangelischen als auch katholischen Kirchenchor. Als jedoch die Anzahl der Sängerinnen und Sängern abnahm, wurde nicht nur der Gesangverein, sondern auch der evangelische Kirchenchor aufgelöst. Auch der katholische Kirchenchor kam nur noch im Herbst zu Proben für die Christmette an Heiligabend zusammen. Zu diesen Proben fanden sich sodann auch zwei evangelische Sängerinnen ein.

Proben auch das ganze Jahr über


Die Ökumene spielt in Königsberg seither eine große Rolle. Der "Weihnachtschor" bestand ab diesem Zeitpunkt aus katholischen und evangelischen Christen. Man kam überein, auch den ökumenischen Adventsgottesdienst mit zwei Liedern zu bereichern. Schließlich beschloss man im Jahr 1987, das ganze Jahr hindurch zu proben. Die Freude am gemeinsamen Singen verbindet die Chorgemeinschaft, deren Mitgliederzahl sich in den 25 Jahren ihres Bestehens mehr als verdoppelt hat. Aus anfänglich zwölf Sängerinnen und Sängern wurde ein heute 30 Personen starker Chor, der über ein vielfältiges und umfangreiches Repertoire verfügt.

Der evangelische Pfarrer von Königsberg, Volkmar Botsch, freut sich über den gemeinsamen Chor der evangelischen und katholischen Christen. "Ich finde es ausgezeichnet, dass es diese Zusammenarbeit gibt", sagt der evangelische Pfarrer. Auch Stephan Eschenbacher, der katholische Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft Sankt Kilian, hat sehr positive Erfahrungen mit dem Chor und der Ökumene gemacht. "Was vor Ort möglich ist, das tun wir", sagt der katholische Pfarrer.

Berührungspunkte der Kirchen


Die evangelische und die katholische Kirche sind in Königsberg auf einen gemeinsamen Chor angewiesen. Durch die Ökumene werden die Gemeinsamkeiten der Konfessionen gesucht - und gefunden. "Es gibt viele Berührungspunkte zwischen den Kirchen", erklärt Stephan Eschenbacher. Volkmar Botsch stimmt zu. "Das Schöne ist, dass uns die Musik verbindet."