Tretzendorf
Gemeinderat

Oberaurach sucht eigenen Weg

Die Kommune im Steigerwald beteiligt sich nicht am Zweckverband Klärschlammtrocknung und -entsorgung.
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Nach der Ablehnung des Beitritts zum Zweckverband Klärschlammtrocknung und -entsorgung muss nun ein anderer Entsorgungsweg für die Rückstände aus den Kläranlagen der Gemeinde Oberaurach, wie hier auf dem Bild in Kirchaich, gesucht werden.  Christian Licha
Nach der Ablehnung des Beitritts zum Zweckverband Klärschlammtrocknung und -entsorgung muss nun ein anderer Entsorgungsweg für die Rückstände aus den Kläranlagen der Gemeinde Oberaurach, wie hier auf dem Bild in Kirchaich, gesucht werden. Christian Licha

Einstimmig abgelehnt hat der Gemeinderat Oberaurach am Donnerstagabend den Beitritt zum Zweckverband Klärschlammtrocknung und -entsorgung in Kooperation mit den Gemeinden im Kreis Haßberge. Der Zweckverband plant, auf dem Gelände einer bestehenden Biogasanlage bei Hofheim eine Klärschlammtrocknungsanlage zu errichten. Hier sollen die Kommunen aus dem Landkreis ihren Klärschlamm anliefern, der dann auf 90 TS getrocknet wird, das heißt, der Schlamm besteht nach der Behandlung zu 90 Prozent aus Trockensubstanz. Dieses Material soll dann im Kohleteil des Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt (GKS) verbrannt werden. Am GKS ist der Landkreis als Gesellschafter beteiligt.

Städte und Gemeinden, die sich daran beteiligen wollen, müssen zusätzlich zu den Entsorgungskosten auch anteilig die Investitionskosten tragen und sich für 25 Jahre an diesen Entsorgungsweg binden. Gemeinderat Thomas Karg kritisierte diese lange Bindungszeit und vermutet, dass die Entsorgung auf dem freien Markt in Zukunft billiger werden könnte. Alexander Diem befürchtet, dass in zehn Jahren weitere Investitionen notwendig sind, wenn die Phosphor-Rückgewinnung verpflichtend wird. Das Gremium war sich einig, dass man das Gespräch mit anderen Gemeinden suchen sollte, um eine eventuelle Zusammenarbeit im kleinen Rahmen auszuloten.

Über den Bauzeitenplan in den Neubaugebieten informierte Bürgermeister Thomas Sechser (CSU. Wenn alles planmäßig verläuft, werden am 9. August sämtliche Arbeiten im Baugebiet "Hinter der Quelle" in Kirchaich abgeschlossen sein. Nach den Vermessungsarbeiten können dann die Bauherren voraussichtlich Mitte August mit der Erstellung ihrer Eigenheime beginnen. Im Neubaugebiet in Neuschleichach ist der Abschluss der Erschließungsarbeiten auf Ende Oktober terminiert.

Der Gemeinderat hat der Planung und Ausführung der Dorferneuerungsmaßnahme "Neugestaltung des Kirchenumfeldes" in Hummelmarter bereits in einer der vergangenen Sitzungen zugestimmt. Die Teilnehmergemeinschaft Hummelmarter hat nun eine Vereinbarung vorgelegt, in der unter anderem die Kostenbeteiligung des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) Gegenstand ist. Die Gemeinde als Maßnahmenträger erhält eine Förderung von 69 Prozent. Bei voraussichtlichen Gesamtkosten von 164 450 Euro entspricht das einem Höchstbetrag von 113 470 Euro. Die Differenz trägt die Gemeinde.

Die Teilnehmergemeinschaft (TG) Fatschenbrunn wird demnächst eine Vereinbarung für den Kulturweg in Fatschenbrunn vorlegen. Die endgültige Genehmigung von Seiten des ALE steht zwar noch aus, dennoch stimmte der Gemeinderat der Vereinbarung zu, um keinen Zeitverlust hinnehmen zu müssen. Die Gemeinde als Maßnahmenträger erhält eine Förderung von 85 Prozent. Bei voraussichtlichen Gesamtkosten von 40 000 Euro entspricht das einem Höchstbetrag von 34 000 Euro. Die Differenz trägt die Gemeinde. Der Kulturweg ist bereits offiziell eröffnet worden.

Zusammen mit dem Landkreis Schweinfurt haben 39 Kommunen im Bereich der Überlandzentrale Mainfranken ihr Interesse bekundet, an einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk teilzunehmen. Dieses soll einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten, um insbesondere die Reduktion der Kohlendioxid-Belastung und damit das Erreichen der Klimaschutzziele zu unterstützen. Der Gemeinderat stimmte zu, sich daran zu beteiligen. Die Kosten für Netzwerkmanagement und Moderation belaufen sich für Oberaurach nach Abzug der Förderung auf gut 3000 Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren. Für energietechnische Beratungen entstehen je Tag Kosten von 240 Euro im ersten und 400 Euro ab dem zweiten Jahr.

Neben zahlreichen privaten Bauanträgen wurde auch die Bauvoranfrage des TSV 1924 Kirchaich positiv beschieden. Der Verein möchte das Sportheim energetisch sanieren und einen Anbau für Umkleide- und Sanitärräume errichten.

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