Ebern
Luftrettungstransport

Notfalleinsatz: Helikopter landet auf dem Parkplatz der Mittelschule Ebern

Ein schwer kranker Patient wurde mit einem Intensivtransporthubschrauber vom Haus Ebern der Haßberg-Kliniken in eine Klinik der Maximalversorgung gebracht.
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Der Hubschraubertyp Eurocopter H 145 eignet sich besonders für Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken, die weiter voneinander entfernt sind. Mit ihrer großen Reichweite von rund 700 Kilometern sind mit der Maschine auch Flüge über größere Distanzen kein Problem. Als fliegende Intensivstation ausgestattet, bietet der Helikopter ideale Bedingungen für den Transport von Risikopatienten. Foto: Michael Will/BRK
Der Hubschraubertyp Eurocopter H 145 eignet sich besonders für Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken, die weiter voneinander entfernt sind. Mit ihrer großen Reichweite von rund 700 Kilometern sind mit der Maschine auch Flüge über größere Distanzen kein Problem. Als fliegende Intensivstation ausgestattet, bietet der Helikopter ideale Bedingungen für den Transport von Risikopatienten. Foto: Michael Will/BRK

Ein Intensivtransporthubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) aus Nürnberg ist am späten Nachmittag des Neujahrstages in Ebern auf dem Parkplatz der Mittelschule in der Gymnasiumstraße gelandet. Mit dem Helikopter wurde ein schwer kranker Patient vom Haus Ebern der Haßberg-Kliniken ins Klinikum nach Bamberg verlegt.

Kurz nach 15 Uhr waren der Rettungswagen und das Notarzt-Einsatzfahrzeug von der BRK-Rettungswache Ebern samt Notarzt von der Integrierten Leitstelle Schweinfurt alarmiert worden. Das Krankenhaus Ebern hatte eine sogenannte Notarztverlegung angefordert, der Patient sollte aufgrund seines kritischen Gesundheitszustandes mit dem Rettungswagen unter Begleitung eines Notarztes ins Klinikum Kulmbach transportiert werden, wo er schon einmal in Behandlung war.

Maximale Versorgungsstufe nötig

Vor Ort entschied der Eberner Notarzt gemeinsam mit dem Rettungsteam allerdings, dass ein bodengebundener Transport mit dem Rettungswagen in die über 60 Kilometer entfernte Klinik medizinisch nicht vertretbar sei und der Patient eine Klinik mit maximaler Versorgungsstufe benötige.

Deshalb wurde über die Integrierte Leitstelle ein Rettungshubschrauber zum schonenden Luftrettungstransport angefordert. Parallel erfolgte durch den Notarzt die Suche nach einem freien Bett in einer geeigneten Klinik. Kurz darauf gab es die Zusage aus dem Klinikum Bamberg.

Teamarbeit der Notärzte

Wegen der bereits kurz bevorstehenden Dämmerung musste ein Intensivtransporthubschrauber (ITH) angefordert werden, der auch nachtflugtauglich ist. Kurz nach 16 Uhr landete der ITH "Christoph Nürnberg" auf dem Parkplatz, auf dem zu diesem Zeitpunkt keine Fahrzeuge standen. Dorthin war der 59-Jährige aus der hiesigen Gegend mit dem Rettungswagen transportiert worden.

In Teamarbeit des Eberner Notarztes und des Notarztes vom Hubschrauber gelang es, den Patienten zu stabilisieren, so dass der Abflug gegen 16.45 Uhr erfolgen konnte. Nach knapp zehn Minuten Flugzeit landete der ITH schließlich am Klinikum Bamberg, wo der Mann jetzt weiterbehandelt wird.

Neben einem gut ausgebauten und leistungsstarken Netz im bodengebundenen Rettungsdienst ist die Luftrettung ein wichtiger Bestandteil des Rettungsdienstes in Bayern. In den Flächenlandkreisen sind die Transportwege und -zeiten zwischen den Einsatzorten und geeigneten Kliniken für die weitere Behandlung häufig entscheidend für die Genesung von Notfallpatienten. Vor allem in strukturschwächeren Regionen kommt der Luftrettung eine mehr als nur ergänzende Funktion zum Landrettungsdienst zu.

In Bayern werden 15 Rettungshubschrauber betrieben. Elf Rettungstransporthubschrauber (RTH) werden für die luftgebundene Notfallrettung und vier Intensivtransporthubschrauber (ITH) vorrangig für den luftgebundenen Patiententransport vorgehalten; dabei handelt es sich meist um sogenannte Sekundärtransporte, also die Verlegung von Patienten von einer Klinik zu einer anderen. Neben dem ITH "Christoph Nürnberg" gibt es drei weitere Intensivtransporthubschrauber in München, Murnau und Regensburg.

Die Einsatzbereiche

Alle Rettungstransporthubschrauber sowie der ITH "Christoph Murnau" sind regelmäßig in der Zeit von 7 Uhr bis Sonnenuntergang in Betrieb. Die ITH an den Standorten in München, Nürnberg und Regensburg werden im 24-Stunden-Betrieb vorgehalten. Rettungshubschrauber haben in der Notfallrettung einen Einsatzradius von rund 60 Kilometern und werden unabhängig von den Grenzen der Rettungsdienstbereiche eingesetzt. Der Einsatzbereich der Intensivtransporthubschrauber für Patientenverlegung zwischen Kliniken erstreckt sich dagegen über ganz Bayern. Jeder Rettungshubschrauber ist neben dem Piloten mit einem Notarzt und einem Notfallsanitäter besetzt. Die auf den ITH eingesetzten Notärzte und Notfallsanitäter verfügen über eine spezielle intensivmedizinische Qualifikation.

Luftrettungsmittel sind wegen ihrer Schnelligkeit und ihrer Möglichkeiten für einen schonenden Patiententransport eine wertvolle Unterstützung des Landrettungsdienstes. Bei Notfällen in schwer zugänglichen Gebieten wie Bergen und Gewässern ermöglichen sie zudem eine rasche Rettung von Verunglückten aus der Luft durch Seilwinde oder Bergetau. Dabei arbeiten die Hubschrauberbesatzungen eng mit den Einsatzkräften der Berg- und Wasserrettung des Bayerischen Roten Kreuzes und anderer Hilfsorganisationen zusammen.

Die am 1. Januar 1993 gegründete Station der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) befindet sich am Flughafen Nürnberg. Es kommt ein Hubschrauber des Typs Eurocopter H 145 zum Einsatz.

Eine Besonderheit

Am Flughafen Nürnberg sind zwei Hubschrauber der DRF-Luftrettung stationiert. Während "Christoph 27" als Rettungshubschrauber eingesetzt wird, ist es die Hauptaufgabe des ITH "Christoph Nürnberg", Interhospitaltransfers von Intensivpatienten durchzuführen.

Es werden auch Inkubatortransporte, Transporte von Transplantationsteams sowie intensivmedizinische Maximaltherapien durchgeführt. In der Nacht werden bei gezielter Anforderung durch einen Notarzt vor Ort auch Primärtransporte durchgeführt.red



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