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Neuer Kreisverkehr in Zeil erhöht die Sicherheit

Der Umbau der Warmuth-Kreuzung in Zeil in einen Kreisverkehr ist abgeschlossen. Das fast eine halbe Million Euro teure Bauwerk hilft, Unfälle zu verhindern. Ein gestaltendes Element fehlt allerdings noch.
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Der Verkehr läuft rund auf dem neuen Kreisverkehr in Zeil. Stadt und Behörden nahmen die Verkehrsanlage ab und übergaben sie offiziell. Noch während der Abnahme wurde letzte Hand angelegt und ausgebessert. Die Insel des neuen Kreisels wird noch gestaltet.  Fotos: Ronald Rinklef
Der Verkehr läuft rund auf dem neuen Kreisverkehr in Zeil. Stadt und Behörden nahmen die Verkehrsanlage ab und übergaben sie offiziell. Noch während der Abnahme wurde letzte Hand angelegt und ausgebessert. Die Insel des neuen Kreisels wird noch gestaltet. Fotos: Ronald Rinklef
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Ein Scherzbold hat seine Vorstellungen davon, wie man den neuen Kreisverkehr auf der sogenannten Warmuth-Kreuzung in Zeil verschönern könnte, schon einmal umgesetzt. Der Unbekannte hatte einen Gartenzwerg auf das Podest mitten auf der Insel des neuen Kreisels aufgestellt. Am Freitagnachmittag, als der Kreisverkehr baulich abgenommen und offiziell übergeben wurde, war die kleine Figur allerdings verschwunden.

Der Gartenzwerg sah daher nicht die vielen frohen Gesichter der Kommunalpolitiker und Behördenvertreter, die sich darüber freuten, dass der Kreisverkehr fertig ist und der Verkehr rund läuft. Die Anlage ist schon seit einigen Monaten befahrbar, aber Teilbereiche im Umfeld wurden erst in den vergangenen Wochen fertig.

Ein dringender Wunsch

Seit vielen Jahren gab es den Wunsch in Zeil, die gefährliche Kreuzung der Staatsstraße Zeil/ Krum mit der Krumer- und mit der
Abt-Degen-Straße in einen Kreisverkehr umzubauen. Die Gefahr bestand darin, dass die Kreuzung auf einer Anhöhe lag, dazu eine leichte Kurve beschrieb und oft dank des guten Ausbaus viel zu schnell gefahren wurde. Viele Fußgänger überqueren den Knotenpunkt, vor allem Schüler. Deshalb sichern seit einigen Jahren Schulweghelfer in den Morgenstunden an dem Übergang den Weg der Buben und Mädchen zur Schule, und nicht selten schilderten sie gefährliche Situationen (die Freiwilligen werden auch weiterhin tätig sein).

Der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) berichtete bei der Übergabe des Kreisverkehrs, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Unfälle an der Kreuzung gegeben habe, darunter zwei tödliche. Und es sei zu vielen Beinahe-Unfällen gekommen. Deshalb habe die Stadt schon seit Jahren versucht, dort einen Kreisverkehr einzurichten, und jetzt sei es gelungen, freute er sich. Der Aspekt der Sicherheit habe dabei eindeutig im Vordergrund gestanden.

Hohe Förderung

Diesen Gedanken griff Manfred Rott auf. Der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts in Schweinfurt betonte, dass "die Verkehrssicherheit und der Umbau von Kreuzungen hohe Priorität haben". Der Einsatz habe sich gelohnt, und Manfred Rott zeigte sich froh, dass Zeil "dieses Projekt angepackt hat."

Billig war es nicht. Die Kosten wurden mit 466 000 Euro angegeben. "Wir hätten uns das nicht leisten können", gestand Bürgermeister Stadelmann. Aber dank der hohen Förderung von rund 80 Prozent sei der Umbau für die Stadt als Bauträger zu realisieren gewesen. "Die Maßnahme ist gelungen", fasste er zusammen.

Aber noch nicht ganz fertig. Die Gestaltung fehlt. Zeil möchte dort, wie der Stadtrat vorgeschlagen hat, die Steinhauer-Tradition in Szene setzen. Deshalb soll auf dem Podest in der Mitte der Verkehrsinsel ein Denkmal gesetzt werden. Das geschieht aller Voraussicht nach im Frühjahr. Bisher besteht die Insel nur aus dem (leeren) Podest und viel Schotter. Aber auch der hat seinen Sinn. Die Steine sollen Autos bremsen, die den falschen Weg eingeschlagen haben und vom Rundkurs abgekommen sind. Stein für Stein mehr Sicherheit.

Mit dem Steinhauer-Kreisverkehr bekommt Zeil seinen zweiten Themen-Kreisel. An der Bundesstraße 26 hat die Stadt das Thema Wein mit Rebstöcken und einer Weinbergsmauer umgesetzt. Nach dem Wein ist nun die Steinbearbeitung an der Reihe.

Wo ist er nun geblieben, der Gartenzwerg, der für kurze Zeit den neuen Kreisverkehr verziert hat? Er tauchte bei der Übergabefeier tatsächlich auf, und zwar auf dem Dach der ebenfalls neuen Bushaltestelle gleich neben dem Kreisel. Da hat ihn jemand hingeworfen. Aber auch dieser Platz ist für den Zwerg nicht schlecht gewählt, denn ebenso wie der Kreisel ist auch die Bushaltestelle ein Element für mehr Sicherheit. Sie wurde um einige Meter versetzt, um den Verkehr zu bremsen, wenn morgens die Kinder in den Schulbus einsteigen.

So ein Gartenzwerg kann hartnäckig sein. Am Samstag stand er wieder auf dem Kreisel-Podest, und drei steinere Löwen leisteten ihm dabei Gesellschaft.
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