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Burgpreppach
Amtseinführung

Neuer Bürgermeister in Burgpreppach mit "Frühstart"

Hermann Niediek (CSU) trat als erster neu gewählter Bürgermeister Bayerns sein Amt als Gemeindeoberhaupt von Burgpreppach an. Das hängt mit dem Rücktritt seines Amtsvorgänger im vergangenen Jahr zusammen.
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Er dürfte der erste neue Bürgermeister Bayerns sein: Einen Monat vor den Kollegen wurde Hermann Niediek (CSU) am Dienstagabend vereidigt. Bereits seit 28. März führt er die Amtsgeschäfte.

Das hat natürlich eine besondere Bewandtnis: Durch den Rücktritt von Bürgermeister Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) zum 1. Dezember hatte das Landratsamt den Wahltermin für den Bürgermeister-Posten auf den 16. März festgelegt, den längst fixierten Tag der Kommunalwahl. "Die Amtszeit des neu gewählten ehrenamtlichen Bürgermeisters beginnt am Tag nach der Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses durch den gemeindlichen Wahlausschuss. Das war am 28. März der Fall", teilte die Sprecherin des Landratsamtes, Monika Göhr auf Anfrage unserer Zeitung hin mit.


Zurück zur Geschlossenheit

Daher auch jetzt schon die Vereidigung, während die (neue) Amtszeit für alle anderen Gewählten erst mit dem 1. Mai beginnt. Den Eid nahm Niediek Horst Vollert als ältestes Mitglied des Marktgemeinderates ab. Der Eidesformel folgte ein Versprechen: "Ich will das umsetzen, was ich in den letzten zwei, drei Jahren stets gepredigt habe, nämlich dass die Ortsteile und die Kerngemeinde besser zusammenwachsen und die Gemeinde wieder ein ordentliches Bild nach außen hin abgibt."

Und dann begann es schon mit der Arbeit: Zunächst vereidigte der neue Bürgermeister den Nachrücker auf der CSU-Liste, Markus Büttner, dann wurden einige Punkte in die nächste Legislaturperiode verschoben. So soll das neue Gremium über den Kauf eines Fahrzeuges für die FFW Gemeinfeld entscheiden. Bertram Reuß (Bürgerwohl) gab zu bedenken, dass der Tüv im April abläuft und "eine Entscheidung nicht ewig rausgezogen werden kann".

Eine Art Vergangenheitsbewältigung stellte die Vorlage der Rechenschaftsberichte für die Haushalte 2012 und 2013 dar, die VG-Geschäftsleiter Andreas Dellert erläuterte, nachdem er kurz zuvor die entsprechenden Vorlagen verteilte hatte.

Dabei ging er etliche Haushaltsposten im Detail durch und gab die entsprechenden Erläuterungen zu außerplanmäßigen Ausgaben, so dass die Entlastung jeweils einstimmig erfolgte. Zumal Helmut Schwappach das Ergebnis der örtlichen Prüfung präsentierte und von "überschaubaren Ergebnissen" sprach. So verzeichne die Gemeinde bei rund 1400 Einwohnern aktuell eine Pro-Kopf-Verschuldung von 697 Euro.


Urnengräber gewünscht

Wegen des Antrages der evangelischen Gemeinde, künftig Urnengräber anzulegen, was rund 10 000 Euro kostet, wurde ein Zuschuss von 1000 Euro und etwaige Hilfe durch den Bauhof beschlossen. Helmut Schwappach (Gemeinwohl) erkannte "eine gewisse Konkurrenz" unter den Friedhöfen im Gemeindegebiet, sah aber auch den Vorteil von Urnen, da "immer weniger Angehörige die Gräber pflegen". Mit 9:3 Stimmen wurde der Zuschuss genehmigt.

Mit Krügen als Geschenk sowie Urkunden wurden Elmar Appel, Klaus Döllner, Horst Vollert, Willi Ebert, Günter Braterschofsky und Matthias Wernthaler aus dem Gremium verabschiedet.

Für Unmut sorgte die Mitteilung Niedieks, dass zur Europawahl weitere Wahllokale geschlossen bleiben sollen, weil zuletzt unter 50 Einwohner zur Urne gingen und somit das Wahlgeheimnis nicht mehr gewährleistet sei.So soll Hohnhausen zu Ibind geschlagen werden und die Leuzendorfer nach Burgpreppach fahren. "Selbst wenn wir einige vergraulen, die Bestimmungen sind halt so", warb Niediek um Verständnis.

Unterstützt wurde er dabei vom VG-Chef Dellert: "Bei der Europawahl geht der Schnitt erfahrungsgemäß runter und wir bieten die Briefwahl als Ersatz an." Hermann Niediek: "Es gibt Länder, da prügeln sich die Menschen, damit sie wählen gehen dürfen." Willi Ebert (Hohnhäuser Liste) fand, dass "ein Stück Gemeinsinn verloren geht, wenn nicht mehr im eigenen Dorf gewählt werden darf".

Auch Günther Stottele (Bürgerwohl) fand die Forderungen der "Krawattenträger aus München" überzogen: "Wenn wir die Wahllokale schließen, verlieren wir auch Wähler." Helmut Schwappach möchte "die Wahl als irgendwo gesellschaftliches Ereignis beibehalten". Elmar Appel (Bürgerwohl) schlug vor, "das weiterlaufen zu lassen, weil das dürfen sie uns nicht am grünen Tisch wegnehmen". Dellert zeigte Verständnis, bat aber auch um solches: "Unter 50 Wählern ist das Wahlgeheimnis verletzt und ich kann nicht anders."

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