Bis heute gilt das Bier als eines der wenigen naturbelassenen Nahrungsmittel: Das Reinheitsgebot von 1516, für die allermeisten deutschen Brauereien das Maß aller Dinge, regelt als das angeblich älteste Lebensmittelgesetz der Welt, was ins Bier darf und was nicht: nur Wasser, Malz und Hopfen.

Doch die reine Lehre ist in den Brauereien heute auf dem Rückzug. Was sich unter dem "Reinheitsgebot" zusammenbraut, hat vielfach kaum noch etwas mit dem zu tun, was in der Landordnung der bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. von 1516 steht. Brautradition im reinen Sinn findet man, wenn überhaupt, nur noch in den kleinen und mittelgroßen Betrieben, bei denen das Handwerkliche noch groß geschrieben wird.


Die Reinheit ist eine Glaubensfrage



Für Michael Roppelt in Trossenfurt etwa ist das "Reine, Fränkische, Urige, Echte" nicht nur Geschmackssache: "Das ist für mich eine Glaubensfrage", sagt er und meint insbesondere auch das Salz in der Suppe des Bierbrauers, den Hopfen.

Roppelt kauft Hopfen ausschließlich in Franken und lehnt die Verwendung des "Kunstproduktes" Hopfenextrakt ab, wobei er sich in guter Gesellschaft sieht: Den hiesigen Brauereien kommt der "Hopfenauszug" nicht in die Tüte bzw. Flasche. "Ich will wissen, wo die Zutaten für mein Bier herkommen" beschreibt Roppelt seine Bier-Philosophie. Das lässt sich beim Extrakt in der Regel nicht mehr nachvollziehen.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer Printausgabe Fränkischer Tag, Lokalausgabe Haßberge, vom 6. März 2012.