Ebern
Stadtratssitzung

Nahwärme: Die Renditen liegen in weiter Ferne

Die Nahwärmeanlage in der einstigen Eberner Kaserne schreibt immer noch rote Zahlen und erzeugt mehr Energie als verkauft werden kann. "Wir haben zu wenig Abnehmer und erreichen keinen optimalen Wirkungsgrad", gestand Josef Müller von der Immobilienverwaltung der Stadt als Geschäftsführer des Kommunalunternehmens Biomassewärme Ebern am Donnerstagabend vor dem Stadtrat ein.
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Hackschnitzel liegen bereit. Doch das erneute Minus im Biomasse-Heizkraftwerk dürfte die Diskussion über dessen Sinnhaftigkeit erneut befeuern. Foto: Ralf Kestel
Hackschnitzel liegen bereit. Doch das erneute Minus im Biomasse-Heizkraftwerk dürfte die Diskussion über dessen Sinnhaftigkeit erneut befeuern. Foto: Ralf Kestel
Seit 2010 ist die Anlage, die unter der Regie der Gasversorgung Unterfranken betrieben wird, am Netz. Die Zahl der Wärmeabnehmer ist von drei auf acht angewachsen. "Einige Investoren sind uns aber abgesprungen, obwohl die Wärmetauscher schon eingebaut waren", trauerte Müller zerplatzten Träumen eines Fußballinternats nach. "Die Anschlussdichte haben wir nie wie berechnet erreicht und für die wenigen Abnehmer sind die Leitungen einfach zu groß", machte Müller das Dilemma und die Gründe für Energieverluste deutlich.

Hoffnung auf Besserung setzt Müller auf neue Abnehmer wie das Asylbewerberheim sowie ein Bürogebäude, das die Firma Batzner beziehen will.
"Ab 2018 schreiben wir positive Zahlen, wenn die Abnahmemenge steigt."

Das sieht auch Bürgermeister Jürgen Hennemann so: "Das ist eine gesunde Gesellschaft, auch wenn die Einnahmen nicht reichen, um die Abschreibungen abzudecken." Hennemanns Zuversicht fußt auf den neuen Energieabnehmern wie dem Asylbewerberheim oder der Frauengrundhalle, wo der Dauerbetrieb auch bald anläuft. "Ich bin auch zuversichtlich, dass wir auch in die anderen, noch leer stehenden Gebäude eine Belegung reinbringen. Die Gespräche laufen", sagte er und meinte damit die beiden Kompaniegebäude, die Otto Kirchner erworben hat.

Das Draufzahlgeschäft bewegt sich laut Josef Müller in einer Größenordnung von 23 000 Euro. 2011 waren es auch noch 47 000 Euro gewesen. Ein Problem ist dabei auch die Menge an Hackschnitzel, die aus dem Stadtwald nicht abgedeckt werden kann. "Wir kriegen nur 400 bis 500 Festmeter, hätten aber 2013 schon 751 Festmeter benötigt und rechnen heuer mit 1000 Festmeter, so dass leider noch immer teuer zugekauft werden muss."
Zudem habe ein Partner aus der Nachbarschaft seine Lieferung im August eingestellt.

Trotz der Versicherung von Bürgermeister Hennemann, dass "wir die Kosten für den Unterhalt der Anlage - ohne Abschreibung - erwirtschaften", pochte Irene Jungnickl (SPD) darauf, dass "wir nicht nur informiert werden, sondern alle Unterlagen einsehen können".
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