Eltmann
Jubiläum

Nachwuchsmangel trübt Feierstimmung

Die Eltmanner Firma Metallbau Fenn besteht seit 50 Jahren. So stolz man dort auf die eigene Entwicklung ist, so sehr vermisst man leistungsfähige Azubis.
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Bei der Vorführung der Schweißtechnik (von links) Udo Fenn, MdL Steffen Vogel, Landrat Wilhelm Schneider und Bernhard FennGünther Geiling
Bei der Vorführung der Schweißtechnik (von links) Udo Fenn, MdL Steffen Vogel, Landrat Wilhelm Schneider und Bernhard FennGünther Geiling
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Die Wirtschaft boomt, auch im Landkreis Haßberge. Bei Ausschreibungen ist man schon froh, wenn man wenigstens einen kompetenten Anbieter bekommt und vor allem die Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Auszubildenden. Diesen Problemen ging Landrat Wilhelm Schneider jetzt bei einer Besichtigung in der Firma "Metallbau Fenn" in Eltmann nach, die in diesem Jahr auf ihr 50-jähriges Jubiläum zurückblicken kann. Firmeninhaber Bernhard Fenn zeigte mit Stolz die Entwicklung seines Betriebes auf, sprach unverhohlen aber auch Probleme mit fehlendem Nachwuchs und Facharbeitermangel an.

Heute kaum mehr vorstellbar: "Ich habe das Gewerbe 1968 im alten Gemeindehäuschen in Steinbach in einer schweren Zeit angemeldet. Es ist anfangs in einer Doppelgarage langsam gewachsen und dann erst habe ich meine erste Werkstatt gebaut." Zunächst habe man von einer Dortmunder Firma Aufträge für Wohnungstreppen erhalten und musste dann bis Frankfurt oder München zur Montage dieser Treppen fahren. Das hieß auch ,früh um 4 Uhr loszufahren, um rechtzeitig zu den Baustellen zu kommen.


124 Lehrlinge ausgebildet

"Mein erster Arbeiter war mein Schulkollege und mein erster Lehrling kam aus Trossenfurt. Inzwischen haben wir 124 Lehrlinge für den Beruf eines Bauschlossers oder des Metallbauers ausgebildet, in der Spitze bis zu vier Lehrlinge pro Ausbildungsjahr", so Fenn.

Politiker, Handwerkskammer und die Innungen hätten hier einiges verschlafen. "Es gibt einfach Probleme mit dem Nachwuchs. Wir haben derzeit nicht einen Lehrling im Betrieb und das hat zwei Gründe: Es gibt keine Nachfrage von Ausbildungswilligen und wenn einer kommt, dann hat er keinen Abschluss oder ist ohne die entsprechenden Voraussetzungen."

Nach den Worten von Fenn müsse ein Metallbauer heute einen Plan zeichnen und ihn auch lesen können. Dazu müsse er auch bestimmte mathematische Grundlagen mitbringen. Er sprach von dem großen Glück, dass zwei Drittel der bei ihm ausgebildeten Facharbeiter auch später bei ihm im Betrieb verblieben. Auch gingen aus ihren Reihen Meister, Techniker und Ingenieure hervor. Mehrere Mitarbeiter seien bereits seit über 25 Jahren in der Firma tätig.


Derzeit 80 Beschäftigte

Landrat Wilhelm Schneider zeigte sich beeindruckt davon, dass ein Großteil der Mitarbeiter im Betrieb selber ausgebildet wird. "Dies schafft eine enge Bindung und Wertschätzung auf beiden Seiten." Dem Fachkräftemangel versuche man durch gezielte Maßnahmen entgegenzuwirken, betonte der Landrat. "Hierzu gehörten nicht nur die intensive Beratung der Betriebe, sondern auch Aktionen für Rückkehrer, Workshops und Training zur Mitarbeitergewinnung."

Seniorchef Bernhard Fenn zeigte sich dennoch zufrieden mit der Entwicklung seines Metallbau-Unternehmens, das in der Spitze bis zu 170 Mitarbeiter hatte. "Mit heute 80 Personen sehen wir uns weiter als mittelständischer Betrieb. Aber unsere Kunden kommen vorwiegend aus der Großindustrie."

Dies alles sei nur möglich, so Fenn, weil man viele Qualifikationen im Betrieb nachweisen könne. Sohn Udo sei ausgewiesener Fachmann in der Schweißtechnik und Enkel Sebastian, der ebenfalls vor drei Jahren seine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt hat, habe schon die Zulassungen für Brandschutzprüfungen, die heute eine große Rolle spielten. Auch Spezialaufträge führe man deswegen immer wieder aus.


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