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Haßfurt
Glaube

Nacht der offenen Kirchen findet viel Zuspruch

Die katholische, die evangelisch-lutherische und die evangelisch-freikirchliche Gemeinde trafen in Haßfurt mit ihrem ökumenischen Angebot den Nerv der Gläubigen. Hunderte nutzten die bunten Angebote von Kabarett bis Quiz.
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Unter den Besuchern der zweiten "Nacht der offenen Kirchen" in Haßfurt war Christian Hastedt aus Haßfurt mit Tochter Svenja.
Unter den Besuchern der zweiten "Nacht der offenen Kirchen" in Haßfurt war Christian Hastedt aus Haßfurt mit Tochter Svenja.
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"Die Nacht der offenen Kirchen war sehr schön", sagt Christian Hastedt aus Haßfurt. Mit seiner zwölfjährigen Tochter Svenja nutzte er das ökumenische Angebot. "Wir haben das Kabarett ,Tinnitus Sanctus‘ erlebt, am Bibelquiz des CVJM teilgenommen und das Konzert in der Stadtpfarrkirche gehört, und es hat uns alles sehr gut gefallen!"

Sonst viel zu langweilig...


Christian Hastedt gehört der evangelisch-lutherischen Gemeinde an und sieht sich als gläubiger Christ. Doch mit seiner Frau, Tochter Svenja und Sohn Jannick geht er eher selten in den regulären Gottesdienst: "Es ist so langweilig dort." Und, wie Svenja findet, nicht besonders kindgerecht.

Daher nutzt die Familie alternative Angebote der evangelisch-lutherischen, der katholischen Kirche ("Sinnzeit") oder moderne Gottesdienste und Jugendgottesdienste. Das Angebot der offenen Kirchen hat Vater und Tochter überzeugt. Svenja quizte beim CVJM, ihr Vater fand vor allem die biblischen Rate-Geschichten in fränkischer Mundart hervorragend. Aber auch das Kabarett in der Christuskirche sprach ihn an, "weil es einem den Spiegel vorgehalten hat."

Die richtigen Worte zur Eröffnung


Im Übrigen gefiel Christian Hastedt nach dem Geläut aller Kirchenglocken in der Kreisstadt die Eröffnung durch den Oberkirchenrat i. R. Gotthart Preiser: "Heute Abend trauen wir uns! Wir, die römisch-katholische, die evangelisch-lutherische und die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden, trauen uns, unsere Kirchen vorzuzeigen."

Preiser fragte sich und die Anwesenden auch: "Ist Kirche wirklich so vorzeigenswert? Sind hier immer das gute, heilende, aufrichtende Wort zu hören und die Liebe und Barmherzigkeit Christi zu sehen? Ist die Kirche immer weit offen? Oder ist Kirche zwar im Inneren eine Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt, deren Wärme aber nach außen hin nicht spürbar ist?"

In dieser Nacht, so Preiser, habe man die Türen der Kirchen für alle geöffnet. Aber, mahnte er, jeder Einzelne müsse auch ein offenes Herz haben für Gott und für andere, denen er seinen Glauben zeigen könne.
Anschließend strömten die Besucher in die sieben Kirchen und kirchlich genutzten Räume, in denen die drei Gemeinden zu jeder Stunde etwas boten.

In der Christuskirche erfreute das ökumenische Kabarett "Tinnitus Sanctus" aus Erlangen mit humorvoll-spitzen Texten, Liedern und Sketchen von "Kirchen und anderen Katastrophen". Beispiel: In dem Lied "Wo zwei oder drei in meinem Namen beim Putzen sind, da bin ich mitten unter ihnen", blitzte auf, wie Frauen die Kirche auch wahrnehmen.

Mit allen Sinnen


Die spirituelle, alle Sinne anregende Führung durch die Ritterkapelle mit Pfarrer Stephan Eschenbacher fand sehr regen Zuspruch. Gerne ließen sich die Gäste an verschiedene Orte in der Kirche geleiten, wo der Pfarrer deren Bedeutung für den Glauben erklärte und mit Texten vertiefte, während der Chor der Pfarrei St. Kilian mit Martin Seiwert an der Orgel die Gedanken in Liedern fortsetzte.

Vor der Pieta legten die Teilnehmer Weihrauchkörner ins Feuer und sandten ihre Gedanken und Gebete mit dem Rauch nach oben. Sie teilten Brot miteinander und entzündeten an der Osterkerze Teelichter, die sie vor der Muttergottes abstellten.

Schöne Musik


Viele Gäste hatten sich zwar auf den Auftritt der Breakdancegruppe aus Würzburg gefreut. Diese hatte kurzfristig abgesagt. Dafür hatten sich Dekanatskantor Johannes Eirich (Orgel, E-Piano), der stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martin Eck (Schlagzeug) und der Saxophonist Gerhard Cäsar aus Würzburg auf die Schnelle zusammengefunden und zauberten Musik von Bach bis Jazz.

Jung und Alt vereinte sich im katholischen Pfarrsaal, wo der ökumenische Verein CVJM zum Bibelquiz in einer anderen Form einlud. Besucher konnten ihre Kenntnisse an zwei elektronischen Tafeln testen, einige Jugendliche spielten biblische Szenen nach, die es zu erraten galt, und schließlich stellte der CVJM-Vorsitzende Stefan Nüsslein auch noch Fragen in Form von biblischen Geschichten in fränkischer Mundart. Die aber beantwortete, wie sich zeigte, das Publikum gekonnt.

Humorvoller Ansatz


"Gott hat den Menschen nicht in den Garten Eden gesetzt, damit er Gartenarbeit leistet, sondern, damit er dort spazieren und Gott begegnen kann", so hieß es bei der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Haßfurt. Sie lud ein in einen Gebetsgarten im evangelischen Gemeindehaus, wo die Gäste auf kreative Weise Gott begegnen konnten.

Im Unteren Turm gingen die Besucher beim Verein "Bibelwelten" auf eine Entdeckungsreise mit sinnlichen Dimensionen rund um alttestamentliche Bilder. Zum Gespräch bereit stand Künstlerin Anne Olbrich. Auch das Angebot des Diakons Robert Hager, in der Heilig-Geist-Kapelle eine Reise in die Zeit der Bibel anzutreten, fand viel Anhänger.

Einen tief beeindruckenden, religiösen Abschluss fand die Nacht in der mit unzähligen Lichtern erleuchteten Ritterkapelle. Mitarbeiter der Kirchlichen Jugendarbeit der Regionalstelle Haßberge beteten und sangen mit 160 Gästen bis zur Mitternacht. Marco Schindler von der evangelischen Kirche dankte allen Beteiligten, der evangelisch-freikirchliche Pastor Viktor Dürksen sprach das Abschlussgebet sprach und Pastoralreferent Johannes Eirich gab den Besuchern den Segen Gottes mit auf den Heimweg.

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