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Nach Schließung des Zeiler Hallenbades: Kommt das Allianz-Bad nach Eltmann?

Nach der Schließung des Zeiler Hallenbades tat sich im südlichen Landkreis eine Lücke auf. Das Gutachten für einen Neubau favorisiert Eltmann als neuen Standort. Vorgesehen ist ein "Kombi-Bad", eine Kombination aus Frei- und Hallenbad.
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Die Schulstadt Eltmann dominiert das große Schulzentrum (rechts im Bild). Nahebei liegt das Freibad, das sanierungsbedürftig ist. Die Maintalgemeinden sind bei der Suche nach einem Ersatz für das geschlossene Zeiler Hallenbad auf den Standort Eltmann gekommen. Foto: Ingo Bäuerlein
Die Schulstadt Eltmann dominiert das große Schulzentrum (rechts im Bild). Nahebei liegt das Freibad, das sanierungsbedürftig ist. Die Maintalgemeinden sind bei der Suche nach einem Ersatz für das geschlossene Zeiler Hallenbad auf den Standort Eltmann gekommen. Foto: Ingo Bäuerlein

Die Pläne zu einem Allianz-Bad im südlichen Landkreis nehmen Gestalt an: Am Dienstag wurden den zehn Kommunen der "Lebensregion plus" (Breitbrunn, Ebelsbach, Eltmann, Kirchlauter, Knetzgau, Oberaurach, Rauhenebrach, Sand am Main, Stettfeld und Zeil am Main) die Ergebnisse der Standortanalyse vorgelegt. Diese legen nahe, das Freibad in Eltmann zu sanieren und ein sogenanntes Kombi-Bad zu verwirklichen, wie der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann in einer Pressemitteilung verkündet.

Seit der Schließung des Hallenbades in Zeil Ende Juli fehlt im südlichen Landkreis Haßberge (Maintal, Steigerwald) eine überdachte Badeanstalt für die breite Öffentlichkeit, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem ist der Schul- und Vereinssport stark eingeschränkt oder nicht mehr möglich. Schulkinder und Vereine müssen weitere Wege zu den Schwimmstätten zurücklegen, teilweise liegen diese außerhalb des Landkreises.

Ein Kombi-Bad, eine Kombination aus Frei- und Hallenbad, in Eltmann soll diese Lücke schließen. Das ist zumindest das Ergebnis eines Gutachtens des Planungsbüros "Holl Wieden Partnerschaft" (Würzburg), das nun vorliegt und von den Gemeindeoberhäuptern der zehn Kommunen der "Lebensregion plus" und Landrat Wilhelm Schneider am Dienstag besprochen wurde.

Zahl der Nichtschwimmer senken

Um den Schülern, Senioren und Vereinen das Schwimmen in der Region zu ermöglichen und die Anzahl der Nichtschwimmer zu reduzieren, so Stadelmann, hatten die Städte und Gemeinden der "Lebensregion plus" eine Standortanalyse in Auftrag gegeben. Dabei wurden das sanierungsbedürftige Schulbad in Knetzgau und das Freibad in Eltmann mit einbezogen.

Schwimmen gilt als unverzichtbarer Bildungssauftrag, wie Stadelmann festhält. Die Studie kam ihm zufolge zu dem Ergebnis, dass die Bäderkapazitäten zurzeit ungleichmäßig auf die Schulen verteilt sind. In der "Lebensregion plus" liegen sechs Grundschulen, drei Mittelschulen und eine Realschule.

Von 2198 Schülern können 917 keinen Schwimmunterricht erhalten. "Die Schüler derjenigen Schulen, die kein Hallenbad vor Ort haben, können nur bedingt oder gar nicht zum Schwimmen gehen. Betroffen sind dabei insbesondere die Schüler der Schulen in Eltmann", sagt der Bürgermeister.

Zur Umsetzung eines bedarfsgerechten Bäderkonzepts im südlichen Landkreis Haßberge empfehlen die Gutachter, das Freibad in Eltmann zu sanieren und gleichzeitig in ein Kombi-Bad umzubauen. Begründung: "Eltmann weist neben einer Realschule den größten Grund- und Mittelschulstandort im südlichen Landkreis auf." Zudem ist die Entfernung zu allen Kommunen, deren Schüler dort zur Schule gehen, für alle in etwa gleich lang und wird als zeitlich machbar und vertretbar eingestuft. In diesem Zusammenhang soll auch das Hallenbad in Knetzgau saniert werden, empfehlen die Gutachter laut Stadelmann weiter.

Mit diesem Bäderkonzept könne eine wesentliche Qualitätsverbesserung und Attraktivitätssteigerung der Bäderinfrastruktur im südlichen Landkreis erreicht werden. Stadelmann zitiert den Deutschen Städte- und Gemeindebund, der Schwimmbäder als unverzichtbaren Bestandteil der Daseinsvorsorge in Städten und Gemeinden sieht. Dennoch könne nicht jede Kommune ein eigenes Schwimmbad einrichten, da die Unterhaltung eine erhebliche finanzielle Belastung für die einzelne Kommune darstelle und für diese oft nicht kostendeckend sei.

Finanzierungskonzept in Auftrag

Und da spielt für den Zeiler Bürgermeister die interkommunale Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle. Durch ein vernetztes Handeln würden die Leistungsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. "Als Sachaufwandsträger für die Realschule sitzt der Landkreis mit im Boot. Landrat Wilhelm Schneider hat deshalb zugesichert, dass der Kreis das mögliche Bad in Eltmann in gleicher Weise fördern wird, wie die Bäder an den Schulstandorten Ebern und Hofheim."

Die zehn Kommunen haben laut Stadelmann vereinbart, dass die Stadt Eltmann zeitnah ein Planungskonzept mit Kostenschätzung für ein Kombi-Bad an ihrem Freibad in in Auftrag gibt. Auf Grundlage der dabei ermittelten Kosten soll ein Finanzierungskonzept aufgestellt werden. "Die Erwartungshaltung ist groß, dass dazu hohe Fördergelder aus Landes- und Bundesmitteln zur Verfügung gestellt werden." Schließlich würde ein vernünftiges Hallenbad eine Bereicherung für die Kinder und die Senioren als stärkste Nutzergruppen darstellen, den ländlichen Raum stärken und somit einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, der Abwanderung in die urbanen Zentren entgegenzuwirken. Allen Beteiligten müsse bewusst sein, dass eine Umsetzung nur möglich ist, wenn jeder seinen Beitrag dazu leiste, wie Stadelmann betont: "Die Stadt Eltmann allein kann das Projekt nicht schultern."

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