Haßfurt
Prozess

Mutmaßlicher Dieb aus Landkreis Haßberge kommt frei

Das Amtsgericht hat einen 34-Jährigen freigesprochen, der zuvor durch eigenwilliges Verhalten aufgefallen war.
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Das Amtsgericht in Haßfurt Foto: Flegel/Archiv
Das Amtsgericht in Haßfurt Foto: Flegel/Archiv
Eine Verhandlung, die etwas aus dem Rahmen fiel, musste Richterin Ilona Conver am Mittwoch am Amtsgericht Haßfurt über sich ergehen lassen. Es ging um eine gestohlene Kaffeekasse in einem Laden im Landkreis Haßberge.
Der 34-jährige Angeklagte kam gleich einmal zu spät, so dass der Strafprozess um eine Viertelstunde verschoben wurde. Zudem unterbrach der wegen des Diebstahls angeklagte Mann während der Verhandlung mehrmals die aussagenden Zeugen, die Richterin Ilona Conver und die Staatsanwaltschaft, vertreten von Thomas Förster. Er stellte Fragen, obwohl er nicht an der Reihe war, machte Bemerkungen zu den Aussagen von Zeugen und versuchte, auf deren Aussagen Einfluss zu nehmen.

Am Anfang hat das Gericht den Angeklagten noch höflich zurechtgewiesen.
Später musste die Richterin laut werden und dem Beschuldigten mehrmals mit einer Geldstrafe drohen, um den Prozess einigermaßen geordnet über die Bühne zu bringen. Und das Urteil? Der 34-Jährige ist am Ende des Verfahrens frei gesprochen worden.

Es geht um 70 Euro

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten aus dem Landkreis Haßberge wegen Diebstahls angeklagt. Eine Kaffeekasse wurde am 25. Oktober in einem Laden entwendet worden, und der 34-Jährige war in Verdacht geraten. Die Geldsumme in der Kasse betrug 70 Euro.
Der Angeklagte behauptete vor Gericht, dass er unschuldig sei und nichts gestohlen habe. Er habe nur eine Kopie in dem Laden machen wollen, aber da es ihm zu lange gedauert hat und seine Freundin im Halteverbot stand, ging er wieder, wie er weiter schilderte.

Die 44-jährige Ladenbesitzerin sagte aus, dass sie im hinteren Teil des Geschäfts gearbeitet habe. Als sie in den vorderen Teil des Geschäfts ging, sah sie den Angeklagten und die Kaffeekasse noch. Nachdem sie wieder in den anderen Teil des Ladens zurückgekehrt war und später ein zweites Mal nach vorne gekommen war, sei der Angeklagte verschwunden gewesen - und die Kaffeekasse ebenso. Sie habe jedoch niemanden beim Diebstahl beobachtet beobachtet, und außer dem Angeklagten war nur ein anderer Kunde im Laden, der mit der anderen Verkäuferin beschäftigt war.

Der andere Kunde

Die zweite Mitarbeiterin des Geschäfts, die sich im vorderen Teil aufhielt, hatte, wie sie aussagte, den anderen Kunden bedient und nur mitbekommen, dass noch ein anderer Mann in den Laden gekommen war. Der andere Kunde und der Angeklagte kannten sich nach ihrer Darstellung anscheinend, da sie sich begrüßt hatten, erzählte die Mitarbeiterin. Und weiter beschrieb sie: Der Kunde, den sie betreut hatte, musste kurz den Laden verlassen, um seinen Geldbeutel zu holen, und der Angeklagte begleitete diesen. Sie sagte aus, dass sie nicht gesehen habe, wer die Kasse entwendet hat.
Der Kunde, der im Laden war und den Angeklagten im Geschäft begrüßt hatte, schilderte dem Gericht, dass er nichts mitbekommen habe. Als die Staatsanwaltschaft ihm die Frage stellte, ob er die Kasse gestohlen hat, sagte der Zeuge: "Wenn Sie es nicht beweisen können, dann nicht." Danach bestritt er jedoch sofort, die Kasse geklaut zu haben.

Die Kosten trägt der Staat

Die Staatsanwaltschaft plädierte schließlich dafür, den Angeklagten freizusprechen, da es keine Tatzeugen gibt. Richterin Ilona Conver stimmte zu. Der Beschuldigte bekam einen Freispruch. Die Verfahrenskosten wird der Staat übernehmen.

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