Rauhenebrach
Abwasserreinigung

Mustergültiger Start der Rauhenebracher Kläranlage

Die neue Kläranlage der Gemeinde Rauhenebrach läuft. Das 1,6 Millionen-Euro-Projekt war die aufwendigste Baumaßnahme in Bürgermeister Bäuerleins Amtszeit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die neue Rauhenebracher Kläranlage hat ihren Betrieb reibungslos aufgenommen. Rund 1,6 Millionen Euro hat die Gemeinde in das Klärwerk investiert, das nun alle vorgeschriebenen Werte der Abwasserreinigung bestens einhält.Sabine Weinbeer
Die neue Rauhenebracher Kläranlage hat ihren Betrieb reibungslos aufgenommen. Rund 1,6 Millionen Euro hat die Gemeinde in das Klärwerk investiert, das nun alle vorgeschriebenen Werte der Abwasserreinigung bestens einhält.Sabine Weinbeer
+1 Bild

"Es ist alles soweit glatt gelaufen", erzählt Bürgermeister Matthias Bäuerlein bei einem Besuch in der neuen Kläranlage der Gemeinde Rauhenebrach in Prölsdorf. Gut 3000 Einwohner hat Rauhenebrach, die Kläranlage wurde auf 4000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Schließlich gibt es neben den Privathaushalten auch landwirtschaftliche Betriebe, Gewerbebetriebe und eine Brauerei.

Neue Technologie

Der Gemeinderat hatte den Umbau der Kläranlage lange und intensiv vorbereitet und sich für eine neue Technik entschieden, die sequenzielle biologische Reinigung (SBR). Für diese SBR-Anlage entstanden zwei riesige runde Klärbecken, da die Abwasserreinigung in zwei Stufen abläuft. Der alte Klärteich wird dennoch vorerst bestehen bleiben, als Reserve für eventuelle Störungen oder Instandhaltungsarbeiten. Der anfallende Klärschlamm wird in einem eigenen Gebäude direkt auf der Anlage gepresst, gelagert, und dann in die Verbrennung gebracht.

Generalstabsmäßige Vorbereitung

Eine Kläranlage im laufenden Betrieb umzubauen, das erfordert eine generalstabsmäßige Vorbereitung. Diese begann im Herbst 2016 mit dem Rückbau bestehender Anlagenteile. Die Gründung war aufwendig. Pumpen-Sümpfe mussten angelegt werden, um das Grundwasser abzuleiten. Dieses Grundwassermanagement könnte auch künftig wieder zum Einsatz kommen, wenn beispielsweise Reparaturarbeiten nötig werden.

"Riesenlöcher und enorme Mengen an Stahlbeton - jetzt kann man sich fast nicht mehr vorstellen, welche Massen hier bewegt worden sind", erklärt Matthias Bäuerlein. Um Kosten zu sparen, war auch der Bauhof intensiv auf der Baustelle beschäftigt. Die Kosten hatte der Bürgermeister stets im Blick, denn für Kläranlagen gibt es mittlerweile keine Förderung mehr.

Finanzierung über Beiträge

Weil die Abwasserbehandlung eine kostenrechnende Einrichtung ist, muss der Bürger beziehungsweise Abwasserproduzent den Betrieb, aber auch die Investitionen bezahlen - direkt über Beiträge oder langfristig über höhere Gebühren. Weil die Finanzierung über Gebühren bedeutet, dass wegen des langen Zeitraums die Kosten fast zweimal fällig werden, entschied sich der Gemeinderat für Beiträge. In bisher zwei Raten sind bereits 90 Prozent der Kosten gedeckt.

"Es gab Bürger, die haben gleich alles auf einmal bezahlt. Aber wir sind natürlich auch jedem entgegengekommen, der um mehr Raten gebeten hat", erklärt der Bürgermeister. Über den Restbetrag wird der Gemeinderat nach der Schlussabrechnung beraten, aber noch sind nicht alle Rechnungen da.

"Impfschlamm" aus Gerolzhofen

Besonders gefordert waren natürlich auch die Klärwärter während der gesamten Umbauphase. Schließlich galt es, die alte Anlage in Betrieb zu halten und sich gleichzeitig in die neue Technik einzuarbeiten. Die große Trockenheit dieses Sommers war dabei "nicht von Nachteil", sagt Matthias Bäuerlein, denn schließlich lief die Kläranlage nur mit einem Teich weiter. Und so konnte auch die Zeit wieder eingeholt werden, die wegen des langen Winters im Frühjahr verloren gegangen war.

Spannend war dann Ende Juli die Inbetriebnahme der neuen Anlage. Sogenannter Impfschlamm wurde aus der Kläranlage Gerolzhofen angefahren, und die Bakterien von dort machten sich umgehend an die Arbeit.

Laborproben in Ordnung

Am Bildschirm im Klärwärterhäuschen haben Klärwärter Ludwig Ehrlich sowie seine Kollegen Wendelin Hartmann und Rupert Stock jetzt alles im Blick. Sie sehen, wo gerade die Lüfter laufen oder ob es irgendwo eine Störung gibt. "Läuft alles", erklärte Ehrlich dem Bürgermeister bei seinem Besuch in der Kläranlage, und auch die Laborproben waren von Beginn an in Ordnung.

Noch gibt es allerhand Restarbeiten auf dem Kläranlagengelände. "Aber im Frühjahr nächsten Jahres wird es einen Tag der offenen Tür geben, bei dem sich die Bevölkerung alles genau anschauen kann", kündigt Matthias Bäuerlein an.

Tolerante Bürger

Für die Prölsdorfer, aber auch die Nachbarn in Halbersdorf gab es doch durch viel Schwerlastverkehr und Geräuschentwicklung allerhand Belästigungen während der Bauzeit. Auch dafür, dass dies weitgehend klaglos hingenommen wurde, ist Matthias Bäuerlein dankbar. "Und dafür, dass diese Riesenbaustelle ohne Unfall abgewickelt werden konnte."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren