Ebern
Glaube

Moderne Musik mit religiöser Botschaft

In Ebern fand ein Konzert mit moderner Kirchenmusik von "Praising People" zum zwanzigsten Geburtstag statt. Das Publikum war begeistert.
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Beeindruckend und prima arrangiert das Medley "Jesus Christus Superstar" mit Diethelm Schorscher als Jesus und dahinter Anja Schmidt als Maria Magdalena. Foto: Helmut Will
Beeindruckend und prima arrangiert das Medley "Jesus Christus Superstar" mit Diethelm Schorscher als Jesus und dahinter Anja Schmidt als Maria Magdalena. Foto: Helmut Will
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"Ich bin begeistert, wenn ich hier in den Saal blicke." Das sagte Diethelm Schorscher bei seiner Begrüßung am Samstag in der Frauengrundhalle in Ebern zum Jubiläumskonzert von "Praising People." Begeistert waren auch die gut 500 Besucher, die den Saal bis auf den allerletzten Platz füllten. Der Chor beeindruckte mit einem breiten Repertoire aus der "Epoche" von "Praising People", aber auch mit völlig neuen Arrangements. Es gab ein Wiedersehen mit ehemaligen Sängerinnen und Sängern.

Zunächst war Stühleschleppen angesagt, da der Strom der Besucher, die zum 20. Geburtstag des Chores kamen, der im Jahr 1998 in Fischbach vom damaligen Pfarrer Gerhard Göller gegründet worden war, nicht abreißen wollte. Pünktlich ging es dann um 19 Uhr los und mit dem Stück "Only In Sleep", das von einem Puppenhaus und spielenden Kindern handelt, wurde das Konzert eröffnet.

Danach gratulierte Pfarrer Manfred Greinke aus Fischbach, wo die Geburtsstunde von "Praising People" war, zum Jubiläum. "Du bist jetzt 20 Jahre alt geworden, O Happy Day, dazu möchte ich herzlich gratulieren", sagte Greinke. Von der Geburtsstunde an habe der Chor immer gute Nachrichten verbreitet, nämlich die des Evangeliums, sagte der Pfarrer.

Dekan Jürgen Blechschmidt, der im Chor mitsingt, kündigte an, dass "Praising People" einiges im Programm habe, was Gottvertrauen durch Text und Melodie zum Ausdruck bringe. Als Beispiel nannte er einige biblische Geschichten. "Ain`t No Mountain High Enough" (kein Berg ist hoch genug), war das nächste Stück. "Like A Prayer" (wie ein Gebet), was davon handelt, dass das Leben ein Rätsel ist, folgte und dann "I Believe", wo der Glaube an Gott, den Allmächtigen, besungen wurde. Dieses Stück wurde von Mira Rauh und Anika Schmidt auf Violinen begleitet.

Der bekannte Song "Africa" soll als zentrales afrikanisches Element Aufmerksamkeit für das Schicksal hungernder Kinder wecken. Dass dieses Lied nicht unbekannt ist, merkte man an der Reaktion der Zuhörer. Das Lied "Michael Row Your Boat Ashore" handelt von Michael, der das Boot über einen See auf die andere Seite zu grünen Weiden rudert.

Ein Ohrwurm war "O Happy Day" (ein glücklicher Tag) mit der Stimme von Solistin Anja Schmidt, bei dem die Zuhörer mitsangen und mitklatschten, so dass der Saal regelrecht "swingte." Dazu sagte der Chorleiter Bernd Schmidt, dass das Lied seit 20 Jahren das Motto von "Praising People" ist.

Moderne Kirchenmusik

Er erinnerte daran, dass vor 20 Jahren an seiner Stelle Pfarrer Gerhard Göller stand, der den Anstoß für eine moderne Kirchenmusik gegeben habe. Mit der Zeit sei ein "Happy-Day- Touch" aufgekommen. Auch kleine Pannen habe es immer wieder mal gegeben. So fiel einmal der Strom aus, es wurde aber weitergesungen. "Unser Ziel ist und war, das Publikum zu erreichen und dabei die entsprechende Botschaft rüberzubringen", sagte Chorleiter Bernd Schmidt dem Publikum.

Gute Nachrichten wurden vom Chor und Ehemaligen mit dem Song "Good News" verbreitet, was allerdings, wie es im Songtext heißt, auch für manche schlechte Nachrichten stehen könnte. Auf die Suche nach einem neuen Land ohne Namen begab sich der Chor bei Sonnenschein und Regen, um Gott zu finden, was mit dem Lied "Amen" intoniert wurde. Es folgte "He`s Got The Whole World", ein Lied von dem, der die ganze Welt in seinen Händen hält.

A capella ist eine Kompositionsweise für mehrstimmige kirchliche Vokalensembles ohne Instrumentalbegleitung. "Time After Time", das wurde vom Vokalensemble des Chors mit Armando Bauersachs, Christine Langenberg, Anika Schmidt, Anja Schmidt, Diethelm Schorscher und Susanne Thomas gesungen. "Schenke mir das Wertvollste, was du hast, deine Zeit. Weiter hörte man von ihnen "Bridge Over Troubled Water", das von einem Freund handelt der über die Brücke hilft, die über ein wildes Wasser führt. Mit dem Titel "Hide And Seek" gab es auf der Bühne ein kleines Versteckspiel. Hier wurden zwei Lebenspositionen verarbeitet mit der Frage, ob man der Versteckende oder der Suchende ist. Das Ganze äußerte sich in rhythmisch sehr unterschiedlichen Teilen von aufgewühlten Passagen bis hin zu breiten ruhigen Stellen und Harmonik, die den Sängern einiges abverlangte.

Umstrittene Rockoper

Dem Medley "Jesus Christ Superstar" gingen Erläuterungen durch Dekan Jürgen Blechschmidt voraus. Das Medley sei von "Praising People" neu aufbereitet worden. "Bereits vor dem 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theater in New York City war diese Rockoper umstritten", sagte er. Aus konservativen kirchlichen Kreisen sei sogar der Vorwurf der Gotteslästerung gekommen.

In der Tat sei es eine recht eigenwillige Interpretation gewesen, die weit über das hinausgehe, was im Neuen Testament überliefert sei, auch weil am Ende die Auferstehung Jesus Christus von den Toten weggelassen wurde. "Das Musical hat bewirkt, dass sich viele Menschen mit der Leidensgeschichte Jesu Christi befasst haben", so der Dekan. Deshalb sei diese Rockoper sogar eine Mission im positiven Sinn.

"Jesus Christ Superstar" kann man als ein Highlight an diesem Abend bezeichnen. Was hier der Chor mit Band und den einzelnen Akteuren mit ihren biblischen Gewändern und schauspielerischen Leistungen bot, war bemerkenswert, berührte, machte nachdenklich, war eine herausragende Leistung aller und zog stehende Ovationen nach sich. Mit "Soon and very Soon" und vorausgegangenen Worten durch Dekan Blechschmidt, dass man den König von Angesicht zu Angesicht sehen werde, endete das beeindruckende Konzert von "Praising People", nachdem noch einige Zugaben wie "We are The World 25 for Hati" draufgesetzt wurden. Der Auszug des Chores, bei dem die Besucher stehend applaudierten, wurde bis zum Ende des Abends geschaukelt mit der Seele in Abrahams Schoß mit dem Lied "Rock my soul".

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