Ebern
Imkerei

Mit wildem Schwarm begann Herbert Arndts Leidenschaft

Herbert Arndt ist seit 60 Jahren Bienenzüchter. Der heute 94-Jährige und der frühere Vorsitzende Rainer Laubender wurden bei der Jahresversammlung des Eberner Vereins geehrt. Laubender ist jetzt Ehrenmitglied.
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Zwei "Stützen" des Imkervereins Ebern (von links): Rainer Laubender wurde zum Ehrenmitglied ernannt, Herbert Arndt für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Foto: Helmut Will
Zwei "Stützen" des Imkervereins Ebern (von links): Rainer Laubender wurde zum Ehrenmitglied ernannt, Herbert Arndt für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Foto: Helmut Will
Der Imkerverein Ebern ist mit seinem Varroakonzept bei der Bekämpfung der Bienenkrankheit auf dem richtigen Weg, stellte Vorsitzender Helmut Sperber bei der Jahresversammlung am Sonntag im Gasthof Post fest. Wie er sagte, waren lediglich unterdurchschnittliche Verluste zu verzeichnen.

Auf Initiative von Vorsitzenden Helmut Sperber und Kreisvorsitzenden Dr. Werner Hornung, erhielt Herbert Arndt aus Eyrichshof eine Ehrung vom Deutschen Imkerbund. Arndt, seit 1956 Mitglied beim Imkerverein Ebern, wurde für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Er war in der Vorstandschaft und als Kassenprüfer tätig "Es ist beachtlich und in unserem Verein bisher einmalig, dass wir jemanden für 60 Jahre Mitgliedschaft ehren können", sagte Vorsitzender Helmut Sperber.


Neues Ehrenmitglied

Die höchste Würdigung des Imkervereins Ebern erhielt Rainer Laubender aus Ebern, der seit 1977 Mitglied ist.
Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Laubender führte den Verein drei Jahre als Zweiter Vorsitzender und elf Jahre als Vorsitzender. "Dein Engagement für unseren Verein war stets vorbildlich", lobte Vorsitzender Helmut Sperber. Besonders hob er hervor, dass auf dem Gelände von Laubender in Fierst die Bienenvölker des Vereins untergebracht werden können.


Bis zu 15 Völker unterhalten

Der 94-jährige Herbert Arndt, ein ehemaliger Gärtner, erinnert sich, wie alles angefangen hat. "Ich war 30 Jahre alt, als ich bei der Kadersmühle in der Rodach badete. Dort sah ich in einem Zwetschgenbaum einen Bienenschwarm. Den holte ich in einem Eimer nach Hause. So bin ich zur Imkerei gekommen."
In seiner eigenen Blütezeit als Imker habe er 15 Bienenvölker gehabt. Inzwischen ist sein Sohn Norbert in seine Fußstapfen getreten. "Es freut mich ganz besonders, dass er meine jahrzehntelange Arbeit weiterführt", zeigte sich Arndt zufrieden.

Der Imkerverein hat nach den Worten des Vorsitzenden Helmut Sperber 56 Mitglieder, davon fünf Frauen. 212 Bienenvölker sind im Verein gemeldet. Als sogenannte "Imkerpaten" stehen Sonja Schug und Helmut Sperber zur Verfügung, die sich um Jungimker kümmern.


Viel Lehrarbeit geleistet

Sperber wies darauf hin, dass im Jahr 2015 wöchentlich ein Termin auf dem Gelände von Rainer Laubender bei Fierst stattfand, bei dem man sich um Bienen gekümmert habe. "Grundlegende Arbeiten der Bienenhaltung wurden besprochen sowie Ableger mit den Neuimkern erstellt, die sie mitnehmen und auf ihren Grundstücken aufstellen konnten, um das Gelernte selbst ausprobieren zu können." Ein Zuchtlehrgang wurde abgehalten. "Einige Königinnen haben wir auf der Belegstelle Haßberge zur Begattung aufgestellt, um einen Vergleich mit der Standbegattung zu haben", so der Vorsitzende. Präsent war der Imkerverein mit einem Stand beim Tag der offenen Gartentür im Juni in Unterpreppach und beim Apfelmarkt des BN im Oktober in Ebern. "Hier haben wir erstmals Honig von unseren Bienenvölkern in Fierst verkauft, da wir eine gute Ernte hatten." Mit einer Spende von vier Kisten Honig für die Tafel wurden Bedürftige unterstützt.

Ausblickend sagte Helmut Sperber, dass die Jugendarbeit forciert werde. Er wolle sich besonders um "Probeimker" kümmern und eine Kindergruppe gründen, um deren Interesse an der Imkerei zu wecken. Kinder ab elf Jahre können teilnehmen. "Fünf Anmeldungen habe ich bereits", sagte er erfreut. Auch gesellige Veranstaltungen würden nicht zu kurz kommen.


Über 30 Probeimker

Kreisvorsitzender Werner Hornung gab bekannt, dass der Kreisverband 304 Mitglieder zähle. Über 30 Probeimker hätten 2014 im Kreisverband bei den Imkern geschnuppert. "Der Landkreis ist frei von Faulbruterkrankungen", stellte Hornung fest. "Leider waren zumindest zwei nachgewiesene Vergiftungsfälle mit Pestiziden bei Bienen von Imkern zu verzeichnen", bedauerte er. Hornung verwies noch darauf, dass es in Bayern einen Bienengesundheitsdienst gebe.Dort könne zum Beispiel Bienenwachs untersucht werden.

Barbara Bartsch, Staatliche Fachberaterin für Bienenzucht beim Landwirtschaftsamt Bayreuth, rückte bei ihrem Fachvortrag die Bedürfnisse von Bienen in den Vordergrund. "Wir müssen für die Bienen da sein wenn sie uns brauchen", sagte sie. Das Bewusstsein, dass bei der Honigproduktion Klasse besser als Masse sei, sollte Richtschnur bei der Imkerarbeit sein. "Wir als Imker müssen nicht jeden Trend mitmachen, ohne zu wissen, welche Auswirkungen manches auf die Bienen haben kann", sagte die Fachberaterin. Das schließe sich aus, dass man Neuem gegenüber aufgeschlossen sein soll.
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