Haßfurt
Marktbesuch

Mit Bier und Bratwürsten reisen die Franken ins Land des Lavendels

Zum ersten Mal nahm in den vergangenen Tagen eine Delegation aus dem Landkreis Haßberge an einem großen Markt in Pierrelatte teil. Die Produkte aus der Region trafen voll den Geschmack der Franzosen.
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Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner und Landrat Wilhelm Schneider eröffneten gemeinsam mit der Pierrelattter Bürgermeisterin Marie-Pierre Mouton (Mitte) den Weihnachtsmarkt.
Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner und Landrat Wilhelm Schneider eröffneten gemeinsam mit der Pierrelattter Bürgermeisterin Marie-Pierre Mouton (Mitte) den Weihnachtsmarkt.
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Mit solch einem großen Andrang an ihren Ständen im deutschen Zelt hatte die Delegation aus dem Landkreis Haßberge auf dem französischen Markt in Pierrelatte nicht gerechnet. Vor allem das fränkische Bier, Glühwein, Schnäpse, Lebkuchen, Marmeladen und Bratwürste waren Verkaufsschlager.


Volle Ladung dabei

Mit dem Reisebus und zwei voll beladenen Kleintransportern machte sich die Abordnung aus den Haßbergen auf den Weg nach Südfrankreich. Vorab hatte sich das Organisationsteam des Freundeskreises Haßberge-Tricastin mit seinem Vorsitzenden Kurt Sieber darüber Gedanken gemacht, welche kulinarischen Spezialitäten und kunsthandwerklichen Produkte aus der Region mitgenommen und angepriesen werden sollten.
Schnell war das Abt-Degen-Weintal, vertreten durch Rudi Ruß, der ehemaligen Sander Weinprinzessin Isabel Bergmann und deren Mutter Antonie, mit im Boot.

Auch der Verein engagierter Gastronome und Direktvermarkter "Natürlich von hier" mit Oliver Ulrich und Hedi Fischer sowie die jungen Braumeister Max und Fritz Göller ließen sich von der Idee begeistern, den Markt in Pierrelatte mit ihren Produkten zu bereichern. Mit dabei auch die Touristinformation der Stadt Haßfurt mit Inge Appel, die Künstlerin Janna Liebender-Folz sowie Alexander Meyer und Natascha Timm von der Glasbläserei Schönherr aus Obertheres und Freddy Austel als Grillmeister (Königsberg).


Logistisch nicht ganz einfach

Für die Organisatoren entpuppte sich die Teilnahme am Markt in Südfrankreich als ein logistisch schwieriges Unternehmen. Vieles musste gut durchdacht werden, damit auch wirklich alles verstaut werden konnte. So galt es im Vorfeld zum Beispiel genauestens den Platzbedarf für die Kartons, Fässer, Bratwurstgrill, Gläser und anderes zu ermitteln.

Außerdem mussten alle Warenbezeichnungen und Inhaltsstoffe ins Französische übersetzt werden, eine Aufgabe, die Ingrid Fächer übernommen hat. Dann machten sich die beiden Transporter vollgepackt mit 1500 Bratwürsten, 250 Packungen Lebkuchen, 24 Flaschen Schnaps, 140 geräucherten Wildschweinbratwürsten, 50 Beuteln Apfelchips, 90 Litern Glühwein, 40 Flaschen Wein, 200 Gläsern Marmeladen und 400 Liter Bier auf den Weg ins Land des Lavendels. Zwei Tage lang boten die Haßbergler ihre Waren in Pierrelatte an. Die Franzosen waren begeistert von Freddy Austels gegrillten fränkischen Bratwürsten, die mit französischem Baguette nicht nur direkt auf dem Markt verspeist, sondern sogar mit nach Hause genommen wurden.

Lebkuchen, Apfelchips, Marmeladen, geräucherte Wildschweinbratwürste und Schnaps fanden ebenfalls reißenden Absatz. Der Renner war das Bier. Nach zwei Tagen meldeten Max und Fritz Göller "ausverkauft". Auch der Glühwein von Rudi Ruß war sehr begehrt: von 100 Litern blieben nur zehn Liter übrig. Auf großes Interesse stießen die selbst gemalten Aquarellbilder und der handgefertigte Glasschmuck. Damit es mit der Verständigung klappte, hatte der deutsch-französische "Freundeskreis Haßberge-Tricastin" mit Kurt Sieber, Ingrid Fächer, Julia Rödel, Oliver Fesser, Anette Seifert und Natascha Timm Dolmetscher zur Verfügung gestellt.


15 000 Besucher auf dem französischen Markt

Der Markt zog rund 15 000 Besucher an. Die Attraktion schienen die Haßbergler selbst zu sein. Immer wieder wurden sie als Ehrengäste angekündigt. In dem deutschen Zelt war immer viel los, viele alte und neue Bekannte nutzten die Gelegenheiten, um "Hallo" zu sagen. Für festliche Stimmung sorgte eine Bläsergruppe des Blasorchesters Sand: Dirk Rückert (Leitung), Jürgen Krines, Udo Rippstein, Stefan Krines, Klaus Johanydes, Caroline Klauer und Alexandra Rückert ließen klassische passende Lieder erklingen, die das französische Publikum mit viel Beifall belohnte.

Wer die Sander kennt, weiß, dass diese auch immer wieder für Überraschungen gut sind. So stimmten die Musiker mit Rudi Ruß auch einmal das Lied "Die Sander Wieberla" an. Und was sicher einzigartig ist: weil die Ventile der Tuba klemmten, wurde sie sozusagen "notarztmäßig" zum Augenoptiker gebracht, der mit seinem feinen Werkzeug schnelle Hilfe leistete.

Bei diesem "Marché de Noël" lief einiges anders ab als aus Deutschland gewohnt. Der Schwerpunkt waren Kunsthandwerker und Anbieter von Delikatessen aus ganz Frankreich. Zu den Höhepunkten im Rahmenprogramm zählten ein Eisbildhauer, ein von einer Rockmusikgruppe angeführter Laternenumzug, das Chorkonzert des "Ensemble Vocal du Rocher" in der Kirche Saint-Jean Baptiste sowie der Besuch der Nikoläuse aus Deutschland (Klaus Appel) und Frankreich. Weihnachtsschmuck, Bier, Bratwürste, Glühwein oder Lebkuchen gibt es dort normalerweise nicht.

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