Ebern
Bauausschuss

Mehr Sonnenstrom aus Fischbach

Bei seiner Sitzung am Mittwoch machte das Eberner Gremium den Weg für den "Solarpark Bachleite" frei. Die Anlage wollen heimische Investoren in zwei Abschnitten bauen. Sie soll Energie für etwa 230 Haushalte erzeugen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dieser Fläche vis-à-vis vom Valeo-Werk Fischbach (rechts) entsteht der Solarpark. Links hinten liegt Eberns Stadtteil Frickendorf. Fotos: Eckehard Kiesewetter
Auf dieser Fläche vis-à-vis vom Valeo-Werk Fischbach (rechts) entsteht der Solarpark. Links hinten liegt Eberns Stadtteil Frickendorf. Fotos: Eckehard Kiesewetter
+1 Bild

Der Freistaat hat seine Bestimmungen gelockert und so lacht der Photovoltaikbranche wieder die Sonne. Erst recht in Regionen, in denen Fläche noch erschwinglich ist. Am Rande des Eberner Stadtteils Fischbach soll neben der jüngst vom Stadtrat durchgewunkenen großflächigen Anlage der Südwerk Projektgesellschaft ein weiteres Solarfeld entstehen: der "Solarpark Bachleite".

Geplant ist es an einem rund 0,5 Hektar großen leichten Südhang im Kreuzungsbereich zwischen der Pascalstraße und dem Fischbacher Weg. Zwei Investoren mit Firmensitz in Ebern wollen dort in unmittelbarer Nachbarschaft des Fischbacher Valeo-Werks eine Freiflächenvoltaikanlage mit einer Leistung von 750 kWp (Kilowatt Peak) angegeben. Die Bezeichnung "peak" steht für die maximale Leistung der Anlage. Laut Bürgermeister Jürgen Hennemann sind 750 kWp zugleich das Maximum für den Bau solch einer Anlage ohne komplexes Ausschreibungsverfahren.

Zweiter Bauabschnitt

Aus dem Bauamt heißt es, dass die Bauwerber die Anlage später in einem zweiten Abschnitt auf knapp 900 kWp erweitern wollen, womit dann gut 230 Haushalte versorgt werden könnten.

Für die Technik im östlichen Bereich des Geländes ein Stationsgebäude mit Zufahrt entstehen und das Areal wird mit Stahlmatten umzäunt.

Der Bauausschuss befreite die Bauwerber von den Festsetzungen des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Fischbach West". Das war nötig, weil die Solarmodule die vorgegebenen Baugrenzen auf zwei Seiten überragen.

Wie Jürgen Hennemann sagte, wird die Versiegelung geringer ausfallen als ursprünglich im Bebauungsplan erlaubt. Zudem sollen am Rand extensive Wiesenflächen entstehen, so dass aus ökologischer Sicht nichts einzuwenden sei.

Quer durch das Gelände verläuft eine Leitung des Wasserzweckverbands Pfarrweisach für die Versorgung der Eberner Stadtteile Fischbach, Brünn und Höchstädten. Diese Leitung wird der Bauwerber mit Genehmigung des Zweckverbands so verlegen, dass sie jederzeit zugänglich bleibt.

Der Bauhof darf einkaufen gehen

Im Fuhrpark des Bauhofs tut sich was. Der Bedarf an einer Kehrmaschine und ein Unfall mit Totalschaden hatten Bauhofleiter Christian Raehse veranlasst, sich intensiv ich auf dem Markt für Gebrauchtfahrzeuge umzusehen. Das Kehrgerät, das die Stadt vor drei Jahren für 15 000 Euro angeschafft hatte, hat abgewirtschaftet und kann nur noch ausgeschlachtet werden. Jetzt will man kein "Bastlerfahrzeug" mehr bestellen, sondern etwas mit längerer "Lebenserwartung". "Seit Monaten suche ich nach einer guten Gebrauchten", erklärte Raehse dem Gremium, doch solche Geräte seien sehr gefragt und schnell wieder vom Markt verschwunden.

Aktuell hat er eine Hako-Zweibesen-Kehrmaschine samt Wildkrautbürste für die Straßenränder und -gräben für 60 000 Euro im Visier (Baujahr 2015; etwa 2000 Betriebs- und 1150 Kehrstunden). Neu würde solch ein Gerät 150 000 Euro kosten. Der Bauausschuss beschloss, einen Kostenrahmen von rund 60 000 Euro freizugeben, über den verfügt werden kann, ohne das Gremium vorher eingeschaltet zu haben. Der Bauhof und der Bürgermeister können dann rasch "zuschlagen", wenn eine geeignete Maschine angeboten wird.

Ersatz für verunglückten Minicar

Bis zu 45 000 Euro darf - auch dies eine vorgesteckter Rahmen - ein Minicar kosten. Er soll ein Vorgängerfahrzeug ersetzen, das im Sommer verunglückt war. Das Gerät war einen Abhang herunter gerollt und muss verschrottet werden. "Ein Versicherungsfall", sagte Raehse, der froh ist, dass es beim Sachschaden blieb. Auf Anforderung sollen die neu angeschafften Fahrzeuge auch an die übrigen Mitgliedkommunen der Baunach-Allianz verliehen werden.

Neuer Gruppenraum

Sehr zufrieden zeigte sich der Bauausschuss mit den Umbauten im ehemaligen Pfarrzentrum. Dort ist im Obergeschoss in Räumen, die zuletzt die VHS genutzt hatte, eine neue Kindergartengruppe für den Caritas-Kindergarten "Arche Noah"entstanden. Was zunächst als Notgruppe gedacht war, wurde inzwischen als Dauergruppe anerkannt, womit die Einrichtung jetzt drei Regelgruppen und zwei Krippengruppen vorweisen kann. Über die Sommerferien war für rund 75 000 Euro ein Ausbau des Gruppenraumes samt Einbau einer Schallschutzdecke erfolgt. Zudem war die Toilettenanlage im Erdgeschoss erneuert worden. Bauhof und Trägerverein wirkten hier harmonisch zusammen, und auch die Eltern brachten sich ein. "Alles hat wunderbar geklappt", lobten der Bürgermeister, Trägervereinsvorsitzender Alfred Neugebauer und Kindergartenleiterin Heike Burkard unisono.

Schutz in Freier Natur

Die Trinkwasserbrunnen an der Herrenbirke, an der Pöppelsmühle und bei Albersdorf sind die Säulen der Eberner Wasserversorgung.

Sie sollen dauerhaft vor Nitrateintrag durch die Landwirtschaft geschützt werden, um die Qualität des Trinkwassers zu erhalten. Laut Jürgen Hennemann sind Neuerungen bei den Ausgleichsregelungen und -zahlungen in den Wasserschutzgebieten nötig. Gemeinsam mit den Bauern soll ein Modell für einen grundwasserverträglichen Anbau erarbeitet werden.

Zusammen mit den Landwirten

Für rund 6000 Euro wird das Bayreuther Fachbüro Geo-Team beauftragt, die Strategie für die Stickstoffreduzierung zu überarbeiten und die Zusammenarbeit mit den Landwirten neu zu regeln. Konkret geht es um neue Grenzwerte für den Nitrateintrag, Prämienangebote für deren Unterschreitung, Bewirtschaftungsregeln und die Beratung der Bauern.

Für die Natur ein Zugewinn?

Vor Ort sah sich der Bauausschuss auf eine Grundfläche bei Heubach um, die ein Privatmann mit Mischwald aufforsten will. Im "wassersensiblen" Bereich gelegen, ist im Flächennutzungsplan von einem Areal mit besonderer Bedeutung für Wasserhaushalt, Bodensicherung, Klima, Pflanzen- und Tierwelt die Rede. Eine ökologische Aufwertung ist erwünscht.

Inwieweit eine Aufforstung nun allerdings dieses Anspruch erfüllt, vermochten weder Stadtverwaltung noch Bauausschuss zu beurteilen. Der Antrag wird daher nur bewilligt, wenn die Untere Naturschutzbehörde bestätigt, dass Mischwald die Fläche aufwerten würde.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren