Eltmann
Bildung

Mehr als nur Schokolade

Buben und Mädchen aus dem Eltmanner Kindergarten durften Kakao im Weltladen probieren, und sie erfuhren Interessantes über das Lebensmittel.
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Ganz gespannt waren die Eltmanner Vorschüler auf den Kakao-Tee, der sogar ungesüßt sehr lecker schmeckte.  Sabine Weinbeer
Ganz gespannt waren die Eltmanner Vorschüler auf den Kakao-Tee, der sogar ungesüßt sehr lecker schmeckte. Sabine Weinbeer
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Einige Überraschungen erlebten die Vorschüler des städtischen Kindergartens Eltmann, als sie am Dienstag den Weltladen in der Wallburgstadt besuchten. Zu einer "Kakao-Verkostung" hatte Elisabeth Müller-Förtsch eingeladen und deshalb hatten alle ihre Becher mit im Gepäck.

Eigentlich beschäftigen sich die Vorschüler derzeit mit dem Thema Märchen, erklärten Ann-Kathrin Christoph und Jessica Schiz, aber Kakao ist bei Kindern natürlich immer ein Thema - ob als Schokolade, Getränk oder Brotaufstrich. Bei Elisabeth Müller-Förtsch lernten sie ganz neue Seiten der beliebten Süßigkeit kennen. Das ging schon damit los, dass Kakao erst einmal gar nicht süß ist.

Elisabeth Müller-Förtsch zeigte den Kindern die Kakao-Schoten, wie sie am Baum in tropischen Gefilden wachsen, und erklärte, dass die Bohnen dann erst vom Fruchtfleisch befreit, dann getrocknet und dann weiterverarbeitet werden. Die Kakaobohnen werden dann zerkleinert. Diese Bruchstücke, die sich auch sehr gut in Kuchen verbacken lassen, bot sie als erste Kostprobe an. Die Warnung "das ist nicht süß" schreckte nicht viele ab - und überraschend vielen Kindern schmeckte dieser Original-Kakao.

Genauso ging es mit dem Kakao-Tee, der aus Kakaobohnen-Schalen aufgebrüht wird. Kaum waren die ersten Becher eingeschenkt, erfüllte Kakaoduft den ganzen Laden. Auch den Tee hatte Elisabeth Müller-Förtsch bewusst nicht gesüßt und den Kindern schmeckte er dennoch. Trotzdem langten sie natürlich zu, als es Kakao dann in der Form gab, in der ihn die meisten kennen und genießen: als Tafelschokolade mit 33 Prozent Kakaogehalt.

Allerhand Fragen hatten die Kinder. Elisabeth Müller-Förtsch kannte alle Antworten: Woher der Kakao kommt? Aus Westafrika, Süd-Ost-Asien, Mittel- und Südamerika. "Was ihr jetzt probiert habt, kommt aus Peru", erklärte sie. Mehr über den Weltladen und die faire Vermarktung wollten sie wissen. Wer verdient denn an den Waren, die hier angeboten werden? Dazu erklärte Elisabeth Müller-Förtsch, dass den Produzenten im fairen Handel Preise gezahlt werden, die ihnen in ihrem Heimatland den Lebensunterhalt sichern. Damit sei zum Beispiel gewährleistet, dass die Kinder der Bauernfamilien in die Schule gehen können, statt arbeiten zu müssen. Familien könnten sich einen Brunnen bohren und hätten so sauberes Wasser, was in vielen Ländern nicht selbstverständlich sei.

Die Kinder hörten gebannt zu, bedankten sich beim Abschied für die Kostproben und steuerten wieder ihren Kindergarten an. "Da schauen wir jetzt gleich mal nach, wo Peru liegt", vereinbarten sie mit ihren Erzieherinnen.

Am Rande des Kindergartenbesuchs wies Elisabeth Müller-Förtsch auch auf Neuerungen im Sortiment hin. So gibt es unter dem Motto "Taste Fair Africa" drei neue Kaffee-Variationen und fünf neue Schokoladen mit Kakao aus Sao Tomé. Darunter findet sich auch die vegane Sorte "Noir Lemon" mit Zitronenöl. Gepa, eine Gesellschaft für den fairen Handel, bietet diese Schokoladen nur in Weltläden und im Biofachhandel an. Gepa schreibt zu dieser neuen Linie: "Wir legen hier den Schwerpunkt ganz bewusst auf Afrika. Afrika ist ein sehr vielfältiger Kontinent, dessen belastende Kolonialgeschichte bis in die Neuzeit reicht. Infrastruktur und Exporterfahrung können ganz unterschiedlich sein. Waren aus Afrika zu importieren, ist daher im Vergleich anspruchsvoll. Hochwertige Produkte, unter fairen Bedingungen hergestellt, vermitteln Eindrücke jenseits der üblichen Klischees. Die Geschichten von den Menschen hinter den Produkten zeigen, wie diese unter anderem über den fairen Handel ihre Genossenschaften und damit ihre eigenen Lebensbedingungen weiterentwickeln konnten".

Und natürlich ist das Lager im Weltladen auch schon auf Ostern eingestellt. Osterhasen, Schokoeier und Minitäfelchen mit Ostermotiven gibt es aus fair gehandelter Schokolade "aber die lassen wir noch etwas im Lager, schließlich hat gerade erst die Fastenzeit begonnen", sagt Elisabeth Müller-Förtsch lächelnd. Sie und ihr ehrenamtliches Team öffnen den Weltladen von Mittwoch bis Freitag immer von 9 bis 12 Uhr, am Freitag zusätzlich von 15 bis 17.30 Uhr und am Samstag von 9 bis 11 Uhr. Träger des Ladens ist die Kolpingfamilie Eltmann.
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