Haßfurt
Prozess

Marihuana-Geruch kam aus dem Auto

Das Haßfurter Amtsgericht verurteilte einen 27-Jährigen wegen eines Drogendelikts zu einer Geldstrafe.
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Bei einer Verkehrskontrolle am Abend des 13. März vergangenen Jahres in Knetzgau drang den Polizeibeamten aus der geöffneten Fensterscheibe der Fahrertür deutlicher Marihuana-Geruch entgegen. Doch die vier Insassen des Autos gaben sich ahnungslos. Sie konnten sich nicht erklären, wie sie beteuerten, woher der verdächtige Geruch kommen sollte.

Aus der Verkehrskontrolle wurde durch die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Quartetts schließlich ein Großeinsatz. Zwei weitere Polizeistreifen wurden angefordert und ein Mitarbeiter des Rauschgiftdezernats der Kriminalpolizei Schweinfurt musste seinen verdienten Feierabend um 22 Uhr unterbrechen. Unter dem Beifahrersitz fanden die Beamten Marihuana.

Die vier Personen wurden anschließend einzeln in der Polizeiinspektion in Haßfurt verhört, um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Ein 27-Jähriger wurde dabei nervös, als die Beamten mit einer Wohnungsdurchsuchung drohten. Dies wolle er seinen Eltern nicht noch einmal zumuten, gab er den Beamten preis. Er gab daher zu, an einen Bekannten "Gras" verkauft zu haben, und entsperrte sein Handy, so dass die Ermittler einem Großhändler auf die Spur kamen, bei dem später 100 Gramm Marihuana gefunden wurde.

Jetzt musste sich der 27-Jährige am Amtsgericht in Haßfurt verantworten, das ihn wegen Besitz von neun Gramm und Handelns mit vier Gramm des verbotenen Krauts zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilte. 50 Euro Drogengeld, das die Polizei beschlagnahmte, bekommt er zudem nicht zurück. Der Staatsanwalt hatte eine Geldstrafe von 4000 Euro, der Verteidiger 3000 Euro gefordert.

Ein weiterer Autoinsasse gab an, er sei mitgefahren, um sich Cannabis zu besorgen, mit dem er seine Schmerzen bekämpfen wollte. Dies habe er jedoch nun abgesetzt und nehme normale Schmerzmittel mit Nebenwirkungen, die er zuvor bei Cannabis-Konsum nicht hatte. Ein dritter Insasse verweigerte vor Gericht die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, dass er keine Drogen mehr nehme, und belegte seine Darstellung mit einem Haartest, der seine Abstinenz bewies. Daher verzichtete das Gericht auf die Verhängung einer Fahrsperre.

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