Ebelsbach
Artistik

Manege frei auf der Ochsenwiese in Ebelsbach

36 Kinder lernten beim Zirkus-Projekt in Ebelsbach ihre Kunststücke, die sie heute Abend präsentieren werden.
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Luise (10 Jahre, links) und Emily (9) lassen am Boden liegend Teller kreisen.  Fotos: Ralf Naumann
Luise (10 Jahre, links) und Emily (9) lassen am Boden liegend Teller kreisen. Fotos: Ralf Naumann
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Die Vorstellung kann beginnen: Wenn heute Abend um 18 Uhr auf der Ebelsbacher Ochsenwiese das Startsignal "Manege frei" ertönt, dann dürfen sich die Besucher zwei Stunden lang vor allem auf ganz viele Artisten freuen. Immerhin haben sich Direktor André Lauenburger, Ehefrau Nadine, die Kinder Manoel, Chiara, Charlize und Marvin sowie Mutter Marga und Schwester Anja vom "Circus Julius Lauenburger" gleich mit 36 neuen Artisten verstärkt.

Wie das? 36 Kinder nahmen heuer am im Jahr 2008 gestarteten Projekt "Zirkus macht Schule" mit, welches sich seit sieben Jahren auch in den Ferien großer Beliebtheit erfreut. Seit Anfang der Woche wird unter den Augen und der Anleitung der Profis jongliert, balanciert oder auf dem Trampolin gesprungen.

Marlene ist zusammen mit ihrer Freundin Pia konzentriert bei ihrer Übung - dem Jonglieren mit farbigen Tüchern. Und für sie dürfte der Auftritt am Samstagabend kein großes Problem darstellen, denn sie schnupperte bereits einmal bei einer anderen Ferienbetreuung Zirkusluft. Zwar brachte sie damals als Clown die Zuschauer zum Lachen, doch auch die Tücher sollten kein Hindernis für die Elfjährige darstellen. Aber sie gibt zu: "Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Aber Zirkus macht mehr Spaß als Computer", sagt sie.

Recht bekommt sie von Sonora aus Steinbach, die mit Hilfe von Lani langsam über eine gespannte Slackline läuft und dabei einen Reifen um ihren Arm dreht. Ihr gefalle "einfach Alles", strahlt die Achtjährige, die ebenso schon Erfahrung mitbringt, schließlich nahm sie schon einmal in der Ebelsbacher Grundschule an einem Zirkus-Projekt teil. Sie würde das anstrengende Zirkusleben sogar dem Faulenzen am Strand vorziehen. Und die Vorfreude auf die Aufführung ist groß, wenn neben ihren Eltern auch andere Verwandte zuschauen und applaudieren. Mal schauen, ob ihr jetziger Wunsch nach einer Karriere in einem Zirkus später einmal Wirklichkeit wird.

Alternativen zum Bildschirm

Für André Lauenburger sind diese Schul- und Ferienprojekte nach wie vor immens wichtig. Auf der einen Seite natürlich für seinen Familienbetrieb, denn zu normalen Vorstellungen würden Stühle leider oftmals leer bleiben. Vorrangig sei aber nach wie vor, den Kindern und Jugendlichen Bewegung zu vermitteln. "Sportlichkeit, Motorik oder Konzentration lassen leider immer öfter nach", sagt der 43-Jährige, der Smartphones und Computerspiele aber nicht verteufeln will. Doch es sei sehr wichtig, durch derartige Aktionen sinnvolle und lustige Alternativen aufzuzeigen.

Dabei gehe es für ihn, seiner Frau Nadine und den Kindern, die bei Schul- und Ferienaktionen ebenso fest als Trainer im Einsatz sind, keineswegs nur entspannt zu. Anstrengung wird ein immer größerer Faktor, nachdem "vor allem die Konzentration der Kinder immer schneller nachlässt. Man muss immer wieder Pausen einlegen", sagt Lauenburger, der genau diesen Aspekt für bedeutend hält. "Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen und diese zu Ende zu bringen."

Der Eintritt für Erwachsene beträgt bei der besonderen Aufführung am heutigen Samstag zehn Euro, Kinder zahlen acht Euro.

In den Sommerferien gibt es für Kinder noch einmal in Haßfurt die Möglichkeit, Kunststücke unter der Kuppel einzustudieren. Von Montag, 27., bis Freitag, 31. August, gastiert der "Circus Julius Lauenburger" fünf Tage lang auf dem Festplatz am Gries. Die Aktion findet jeweils von 14 bis 17 Uhr statt. Anmeldungen sind zum einen bei der Stadt Haßfurt möglich oder direkt bei Lauenburger unter der Telefonnummer 0176/ 72318926.



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