Ebelsbach
Nähkurs

Mädels in Eltmann lassen Maschinen surren

Eine private Initiative in Ebelsbach hat einen doppelten Effekt. Einerseits lernen Jugendliche das Nähe und andererseits fertigen sie hübsche Verkaufsartikel, mit deren Erlös ein Raum im Jugendheim saniert werden soll
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Nähen für das Jugendheim. Für (von rechts) Isa-Maria, Theresa und Svenja ist der Umgang mit der Nähmaschine mittlerweile nicht mehr außergewöhnlich. Daniela Kelle-Hoch passt auf, dass alles stimmt.  Fotos: Ralf Naumann
Nähen für das Jugendheim. Für (von rechts) Isa-Maria, Theresa und Svenja ist der Umgang mit der Nähmaschine mittlerweile nicht mehr außergewöhnlich. Daniela Kelle-Hoch passt auf, dass alles stimmt. Fotos: Ralf Naumann
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Es müsste wieder einmal tapeziert werden, und neue Farben an den übrigen Wänden wären ebenso angebracht. Neue Vorhänge sowieso. Die Rede ist von einem Zimmer im Ebelsbacher Jugendheim, das dringend einer Auffrischung bedarf. Doch das kostet alles Geld. Und woher nehmen? Eine Mutter hatte eine tolle Idee.
Beim Adventsbasar der Pfarrgemeinde am Sonntag, 23. November, sollen an einem eigenem Verkaufsstand Weihnachtsbäumchen aus Stoff, Sterne, kleine Geldbeutel, Einbände fürs Gebetbuch, Nadelmäppchen, Kosmetiktäschchen und vieles mehr angeboten werden - alles aus Eigenproduktion.

Dazu treffen sich seit einigen Wochen regelmäßig einige Mädchen, um unter Anleitung und der Unterstützung von Daniela Kelle-Hoch und Nicole Baum-Helbig mit der Maschine oder der Hand zu nähen, zu bügeln, zu schneiden oder zu kleben.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Wir wollten die Jugendlichen miteinbinden und ihnen mit einem Stand aus selbst angefertigten Näharbeiten die Finanzierung ihres Vorhabens ermöglichen", begründen die beiden Mütter ihr tolles ehrenamtliches Engagement. "Ziel ist, den Mädchen die Grundfertigkeiten des Nähens, das kreative Gestalten und Basteln mit Stoffen sowie die Freude am Nähen näherzubringen", fügt Daniela Kelle-Hoch hinzu, die selbst eine Ausbildung zur Bekleidungsfertigerin absolviert hat. Mit großem Erfolg: An zwei Nachmittagen haben sich Rebekka, Salome, Regina, Theresa, Isa-Maria, Svenja, Celine, Alina, Diana und Sandra bereits für mehrere Stunden getroffen, einige Male sind noch geplant.

"Ich finde gut, dass wir in einer Gruppe arbeiten, weil man sich somit gegenseitig helfen kann und auch schneller voran kommt", betont Regina, während für Isa-Maria die Aktion quasi zum richtigen Zeitpunkt kam: "Nähen hat mich schon immer interessiert. Außerdem können wir jetzt ein bisschen Geld verdienen, um das Jugendheim zu renovieren." Für die 16-jährige Gymnasiastin ist es zudem schön, mit ihren Freundinnen im Einsatz zu sein. "Zusammen mit anderen macht es einfach mehr Spaß."

Die heutige Jugend

Rebekka pflichtet ihr bei und bringt noch einen anderen Aspekt ins Spiel: "Ich möchte den Leuten zeigen, dass die heutige Jugend auch etwas anderes kann, als chillen und mit dem Handy zu spielen."

Dass die Mädchen mit Freude und voll konzentriert bei der Sache sind, beweisen die Ergebnisse. Entstanden sind Weihnachtsbäumchen aus Stoff, Sterne, kleine Geldbeutel, Gebetbucheinbände, Nadelmäppchen, Kosmetiktäschchen, und vieles mehr. "Jedes Teil ist ein Einzelstück und individuell gestaltet", erklärt Nicole Baum-Helbig.

Einige Stoffarbeiten wurden zudem phantasievoll mit anderen Materialien wie Holz und Glas zu weihnachtlichen Dekorationsobjekten zusammengestellt. Werner Hoch unterstützt dabei aktiv die Aktion mit den vielen verschiedenen Holzarbeiten.

Gute Tipps

Wie sind die Mädchen eigentlich mit ihren "Handarbeitslehrerinnen" zufrieden? "Sehr, denn wir bekommen gute Nähtipps und deshalb freuen wir uns, wenn wir ein neues Teil fertig genäht haben und es gut geworden ist", gibt es von Rebekka ein dickes Lob. "Es ist auch gut, dass man immer gleich nachfragen kann, wie etwas funktioniert", ergänzt Isa-Maria.

"Es ist toll, dass für die Jugend etwas gemacht wird. Es macht viel Spaß," zieht Daniel Kelle-Hoch ein überaus positives Fazit der Näh-Treffen. Einige Mädchen haben sogar schon den Wunsch geäußert, sich weiterhin regelmäßig zum Nähen zu treffen. "Sie haben auch viel Ausdauer und schnell gelernt. Über jede fertiggestellte Arbeit haben sie sich riesig gefreut", ergänzt Nicole Baum-Helbig. "Richtig stolz waren die Mädels. Da kann man die Aktion wohl als gelungen bezeichnen."


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