Wonfurt

Lösung für Recyclingunternehmen Loacker rückt näher

Alle Parteien, die an der Mediation zu dem Wonfurter Betrieb mitgewirkt haben, tragen den Kompromiss. Das Ende des Konflikts scheint erreicht. Nun kommt es auf die Umsetzung an.
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Das Gelände der Firma Loacker in Wonfurt: Kabelschrott wird dort aufgearbeitet. Damit der Betrieb reibungslos läuft, soll das Produktionsgebäude eingehaust werden - das ist wesentlicher Teil der Gütevereinbarung, die bei einer Mediation erarbeitet worden ist.  Foto: Archiv
Das Gelände der Firma Loacker in Wonfurt: Kabelschrott wird dort aufgearbeitet. Damit der Betrieb reibungslos läuft, soll das Produktionsgebäude eingehaust werden - das ist wesentlicher Teil der Gütevereinbarung, die bei einer Mediation erarbeitet worden ist. Foto: Archiv
Alle Beteiligten - das Landratsamt Haßberge, das Recyclingunternehmen Loacker, die Gemeinde Wonfurt und die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wonfurt" - haben die im Mediationsverfahren erarbeitete Gütevereinbarung unterzeichnet. Das hat das Landratsamt in Haßfurt am gestrigen Donnerstag in einer Mitteilung bestätigt.

"Ich bin froh, dass wir bei den Konflikten um den Betrieb Loacker eine versöhnliche Lösung gefunden haben", erklärte dazu der Landrat Rudolf Handwerker (CSU). Die Mediation habe den Weg geöffnet, dass der Betrieb bis Ende des Jahres eingehaust werden kann. Dass alle Parteien die Gütevereinbarung akzeptieren und unterzeichnen, hatten sie schon unmittelbar nach Abschluss des Mediationsverfahrens angedeutet.
Jetzt meldete das Landratsamt quasi den Vollzug.

Änderungsantrag kommt

Unter anderem wurde den amtlichen Angaben zufolge in der Vereinbarung festgelegt, dass alle Parteien in dem Genehmigungsverfahren intensiv beteiligt werden, damit dies möglichst zügig abgewickelt werden kann und die geforderten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden können. In einem nächsten Schritt werde die Firma Loacker der Gemeinde Wonfurt einen Änderungsantrag vorlegen, kündigte das Landratsamt gestern an.

Sobald das Landratsamt Haßberge den Genehmigungsbescheid erteilt hat, werde die Behörde diesen ins Internet einstellen und öffentlich bekannt geben. Dann kann es an die technische und bauliche Umsetzung gehen. Und die Chance ist groß, dass das Problem um die Recyclingfirma Loacker gelöst wird.

Zwei Jahre schwelt nun schon der Konflikt um die Firma Loacker in Wonfurt. Vor zwei Jahren war das Problem öffentlich geworden. Bürger in Wonfurt beschwerten sich massiv, dass Staub, der offenbar mit Schadstoffen belastet ist, aus der Produktion der Recyclingfirma in die Umgebung gelangt ist. Die Wonfurter befürchteten gesundheitliche Auswirkungen.

Messungen und Interpretationen

Der Betrieb Loacker liegt am Ortsrand von Wonfurt (genau am Ortseingang aus Richtung Haßfurt). Er recycelt Elektro- und Kabelschrott. Mehrmals ist es im Betrieb zu kleineren Bränden gekommen, die das Problem verschärft haben.

Nach Bürgerprotesten gab es Messungen, die den Verdacht der schädlichen Emissionen zumindest teilweise bestätigt haben. Das Landratsamt als Aufsichtsbehörde legte die Produktion still, kurz danach hob das Verwaltungsgericht in Würzburg die Anordnung aus Haßfurt auf. Die Produktion ging weiter, allerdings eingeschränkt. Elek-troschrott durfte nicht mehr aufgearbeitet werden, Kabelschrott jedoch weiterhin. Die Firma selbst bemühte sich um Verbesserungen im technischen Ablauf, die die Kritiker als unzureichend bezeichneten.

Es gab weitere Messungen, die teils unterschiedlich interpretiert wurden. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wonfurt", die sich zwischenzeitlich gebildet hatte, organisierte Protestkundgebungen. Politiker aller Parteien schauten sich vor Ort um, darunter der Vorsitzende des Umweltausschusses im Bayerischen Landtag, Christian Magerl (Grüne). Sie alle versprachen ihre Unterstützung. Lösungsvorschläge wurden diskutiert. Wichtigster Ansatz: Der Betrieb, der zu einem großen Teil in der oberen Hälfte der Gebäude offen ist, muss eingehaust werden.

Mediation sollte Lösung bringen

Um die Auseinandersetzung endgültig aus der Welt zu schaffen, entschieden sich die Konfliktparteien zu einem Mediationsverfahren. Daran beteiligt waren das Landratsamt Haßberge, die Firma Loacker, die Gemeinde Wonfurt, die Bürgerinitiative und natürlich der Mediator. Der kam vom Verwaltungsgericht in Ansbach. Eigentlich ist das Verwaltungsgericht in Würzburg für Wonfurt zuständig. Weil aber die Justiz in Würzburg keinen Mediator für solche Fälle hat, wurde Unterstützung aus Ansbach angefordert - und gewährt.

Hinter verschlossenen Türen

Das Mediationsverfahren lief ab Herbst 2013 hinter verschlossenen Türen. Nichts drang nach außen. Details wurden nicht veröffentlicht, und das ist auch der Sinn der Mediation: Die Beteiligten sollen sich einigen und nicht ihre Argumente über die Medien austauschen. Die Mediation ist erfolgreich verlaufen. Am Ende steht die Gütevereinbarung, die alle Beteiligten gebilligt haben. Auf die Umsetzung kommt es jetzt an.

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