"Am Ausbau unserer Abwasseranlage arbeiten wir schon seit Jahrzehnten. Schon 1985 gab es erste Planungsschritte", sagte Eberns Bürgermeister Robert Hermann (CSU) beim Spatenstich für den Abwasser-Ast Welkendorf-Weißenbrunn und Straßenhof. Die Stadtteile werden an die Kläranlage in Ebern angeschlossen. Herrmann: "Der ist die letzte große Maßnahme zum Ausbau unseres Abwassernetzes."
Konkret werden 2880 Meter Verbindungskanäle, ein Regenüberlaufbecken, 900 Meter Schmutzwasserkanal in den Ortsteilen, 30 Meter Regenkanal und 150 Meter Druckleitung mit Fertigteil-Pumpwerk geschaffen. Die Baukosten in Höhe von 1,14 Millionen Euro werden mit knapp 470 000 Euro bezuschusst.
Der Bürgermeister stellte heraus, welch wichtige Aufgabe der Kommunen der Ausbau und der Erhalt der technischen Infrastruktur seien. Es gehe dabei auch um den Umwelt- und Gesundheitsschutz, um die Lebensqualität und vor allem um die Vernetzung zahlreicher Leitungen und Trassen für Straßen, Wasser, Abwasser, Telekommunikation, Strom und Gas.

Immenser Aufwand


Für Flächengemeinden wie Ebern sei die Aufgabe sogar besonders schwierig, weil weite Strecken zu überbrücken sind. Das Stadtgebiet umfasse 95 Quadratkilometern, 17 Stadtteile und 35 Ortslagen. Deswegen müssten für entlegene Stadtteile wie Straßenhof, Gemünd oder Welkendorf höhere Aufwendungen erbracht werden.
Die große Kläranlage in Ebern, ein Gemeinschaftswerk der Gemeinden Rentweinsdorf, Ebern und Pfarrweisach, wurde 1997 in Betrieb genommen worden. Der Bereich Welkendorf, Weißenbrunn und Straßenhof sei nun schon der 20. Bauabschnitt des Gesamtprojekts, was zeige, wie lange sich solche Maßnahmen hinziehen. Laut Herrmann ist geplant, die Arbeiten bis zum Ende des Jahres 2012 abzuschließen.

Unter Zeitdruck


Vor allem die Ortssprecher Rudi Meißner (Weißenbrunn) und Horst Arneth (Welkendorf-Gemünd) hatten lange und zäh um den Kanalanschluss gekämpft. Wie der zuständige Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen, Manfred Keller, sagte, sei schon in den späten 90-er Jahren über den Anschluss dieser Stadtteile nachgedacht worden. Gemeinsam mit der Planungsgruppe Strunz habe man drei Varianten untersucht: die dezentrale Kleinanlage (wie sie nun wahrscheinlich in Kurzewind kommen wird), die "semizentrale Anlage" (wie in Bischwind) oder die zentrale Lösung (wie sie jetzt hier zum Tragen kommt).
"Als im Oktober 2012 grünes Licht vom Ministerium gegeben wurde, war Eile geboten, denn die Zuwendungsrichtlinien gelten nur noch bis Ende 2012. Dann gibt es gar nichts mehr."