Gleisenau
Trauerfeier

Letzte Ehre für Emil Däschner

Ebelsbach und der Landkreis Haßberge nahmen Abschied vom früheren Bürgermeister und Kreisrat. Däschner war im Alter von 84 Jahren gestorben.
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Die Pfarrer Ottmar Pottler und Volkmar Gregori gestalteten die Trauerfeier für Emil Däschner in der Gleisenauer Kirche. In der Mitte stand die Urne des im Alter von 84 Jahren Verstorbenen.  Ronald Rinklef
Die Pfarrer Ottmar Pottler und Volkmar Gregori gestalteten die Trauerfeier für Emil Däschner in der Gleisenauer Kirche. In der Mitte stand die Urne des im Alter von 84 Jahren Verstorbenen. Ronald Rinklef
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Eine große Trauergemeinde nahm am Dienstagnachmittag auf dem Friedhof von Gleisenau Abschied von Emil Däschner, dem langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Ebelsbach und dem Kreisrat des Landkreises Haßberge. Alle Redner würdigten das Lebenswerk des Verstorbenen. Der SPD-Kommunalpolitiker war vor über einer Woche 84-jährig gestorben.

Bürgermeister Walter Ziegler blickte auf Däschners kommunalpolitische Laufbahn, die im Jahre 1960 im Gemeinderat von Gleisenau begann, dem er bis 1971 angehörte. Nach der Gebietsreform wirkte er ab 1972 im Gemeinderat Ebelsbach und war von 1978 bis 1996 Bürgermeister, von 1990 bis 1996 auch Gemeinschaftsvorsitzender der VG Ebelsbach. "Seinem Bürgermeisteramt hat er alles untergeordnet und sich mit Engagement, Weitblick und Beharrlichkeit erfolgreich für die Entwicklung der Gemeinde eingesetzt", sagte Ziegler.

Als Schwerpunkte des Wirkens von Emil Däschner nannte er die Dorferneuerung und die Flurbereinigung in allen Gemeindeteilen mit der großen Aufgabe der Weinbergsbereinigung in Steinbach, den Neubau des Bürgersaals und als Höhepunkt den Erwerb des Schlosses Gleisenau im Jahre 1994. Es sei auch nicht übertrieben zu sagen, dass ohne Emil Däschner der Golfplatz nicht oder zumindest nicht in der Kürze umgesetzt worden wäre. "Die Gemeinde Ebelsbach verliert mit Altbürgermeister Emil Däschner eine Persönlichkeit, die weit über Ebelsbach hinaus bekannt war und die die Gemeinde Ebelsbach in ihrer Entwicklung entscheidend geprägt hat."

"Der Mann mit Hut und einem Bleistift hinter dem Ohr hat sich in außergewöhnlicher Weise über viele Jahrzehnte in unserem Landkreis engagiert. Der Landkreis verdankt ihm sehr viel und sein Wirken sowie sein Werk werden fest in unserer Erinnerung bleiben", betonte Landrat Wilhelm Schneider, der namens des Landkreises und des Kreistages Haßberge seine Anteilnahme aussprach. Natürlich habe jeder Emil Däschner anders kennengelernt, "aber auf jeden Fall ist er ein guter Familienvater und Freund, ein Kommunalpolitiker mit Leib und Seele, ein überzeugter Sozialdemokrat, ein visionärer Denker sowie ein hartnäckiger Nachfrager und Mahner gewesen, aber auch ein ausgemachter Dickkopf mit Schalk in den Augen und einem verschmitzten Lächeln." Landrat Wilhelm Schneider bezeichnete Däschner als "Urgestein des Kreistages", dem er von 1978 bis 2014 angehörte.

Der ehemalige unterfränkische Regierungspräsident Franz Vogt sprach als "Weggefährte", der den Verstorbenen bei vielen ehrgeizigen Projekten begleitete wie der Weinbergbereinigung oder dem Bau des Golfplatzes. Er sei ein wirklich gewürfelter Franke gewesen. So habe ihm Emil Däschner einmal gestanden: "Der Frankenwürfel ist mir mehr wert als das Bundesverdienstkreuz." Den Frankenwürfel hatte Däschner für seinen ausgeprägten fränkischen Humor bekommen.

Für die SPD sprach der Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Bürgermeister der Stadt Ebern, Jürgen Hennemann, Abschiedsworte. Hennemann würdigte insbesondere den sozialen Einsatz des Verstorbenen.

Die beiden Pfarrer Volkmar Gregori (evangelische Kirchengemeinde Gleisenau) und Ottmar Pottler (früherer katholischer Seelsorger in Ebelsbach) zelebrierten den Trauergottesdienst, den der Kugelfischer-Sängerschor musikalisch umrahmte. Zahlreiche Vertreter von Behörden und Organisationen, die Fahnenabordnungen der Vereine und viele Bürger begleiteten den langen Trauerzug von der Gleisenauer Kirche zum Friedhof, auf dem die Blaskapelle "Harmonie" dem Altbürgermeister die letzte Ehre erwies.
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