Breitbrunn
Umwelt

Landkreis Haßberge soll summen und brummen

Der "Blühende Landkreis Hassberge" soll mit Bienenweiden dafür sorgen, dass der Bestand an Insekten und Bienen wächst und gedeiht.
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Auf nährstoffarmen Kalkschotter wird eine ein bis zwei Zentimeter  starke Kompostschicht aufgetragen für die Pflanzung. Entstehen sollen bei Breitbrunn eine Blumenwiese und eine Staudenpflanzung. Foto:Geiling
Auf nährstoffarmen Kalkschotter wird eine ein bis zwei Zentimeter starke Kompostschicht aufgetragen für die Pflanzung. Entstehen sollen bei Breitbrunn eine Blumenwiese und eine Staudenpflanzung. Foto:Geiling
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Insekten und Bienen sind für das natürliche Gleichgewicht unersetzlich. Sie brauchen jedoch entsprechende Nahrungsquellen und die sollen in den nächsten Wochen mit dem Projekt "Blühender Landkreis Haßberge" erreicht werden. In vier Workshops mit je 15 Personen erfolgte in den letzten Tagen der Auftakt. Rund 60 Mitarbeiter aus den Gemeinden und Bauhöfen des Landkreises wurden theoretisch geschult und sie legten Blühflächen an. Der schöne Frühjahrsauftakt bot die besten Voraussetzungen, um bald schöne Blühflächen im ganzen Landkreis zu entdecken.

Ausgangspunkt und Hintergrund der ganzen Aktion war die rückläufige Biodiversität in der Agrarlandschaft, auf die insbesondere auch die Imker immer wieder hinweisen. An einem Runden Tisch mit dem Kreisverband der Imker, dem Bauernverband, Vertretern der Obst- und Gartenbauvereine, den Kreisfachberatern, dem Bund Naturschutz, der Unteren Naturschutzbehörde sowie Vertretern der Kommunen und des Regionalmanagements wurde das gemeinsame Projekt "Blühender Landkreis" entwickelt, an dem sich nun auch 21 Kommunen beteiligen.

Kreisfachberater Johannes Bayer vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege nannte dabei als vorrangiges Ziel, diese Problematik ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, die Nutzung auf Feldern, auf öffentlichen Flächen und auch in privaten Gärten positiv zu beeinflussen.

Jede der 21 beteiligten Gemeinden konnte drei bis fünf Flächen benennen, die dann auch mit den beteiligten Fachbüros begangen und beurteilt wurden. Auf diese Weise kamen im Landkreis 120 Flächen mit Größen zwischen 50 bis 2000 Quadratmetern zusammen, die für das Projekt zur Verfügung stehen und die am Ende auch als Blüh- oder Pflanzflächen Bienen und Insekten zur Verfügung stehen. Sie sollen aber auch den "Blühenden Landkreis Haßberge" repräsentieren.
Natürlich erfordern solche Neuanlagen und die Pflege von Blumenwiesen sowie extensiver Staudenpflanzungen Fachwissen. Vor Ort standen deswegen für die Planung von naturnahen öffentlichen GrünflächenGeograf Bernhard Reiser aus Zeil und Biologe Otto Elsner aus Zeil mit dem Landschaftsplane Christian Sandner zur Verfügung, über die Planung von Nistmöglichkeiten für Wildbienen und Insekten informierte Klaus Mandery mit seinem Team.

In Theorie informierten sie ganz allgemein über die Bedeutung und die Verwirklichung des Projekts und in der Praxis halfen dann die Mitarbeiter aus den Gemeinden, solche Flächen entsprechend anzulegen. Die Mitarbeiter sollen das später in Eigenregie in den jeweiligen Gemeinden tun.

In der Gemeinde Breitbrunn, die die Trägerschaft übernommen hat, hatte man eine schöne Fläche am Ortseingang gefunden, auf der man gleich zwei Dinge mit einem Schlag verwirklichen wollte: die Kombination einer Blumenwiesenansaat auf nährstoffreichen Fräsflächen und zum anderen eine extensive Staudenpflanzung auf einem nähstoffarmen Substrat. Dafür wurde Erde ausgehoben und der Bereich 25 Zentimeter hoch mit Kalkschotter aufgeschüttet. Darüber wurde eine ein bis zwei Zentimeter starke Kompostschicht aufgetragen und eingearbeitet, bevor die Pflanzen gesetzt wurden.

In den meisten Fällen werden Blumenwiesen angelegt, aber auch dafür ist das Saatgut von großer Bedeutung: Deswegen wurde es für alle Flächen gemeinsam bestellt. Auch über die Vorbereitung des Bodens und die Ansaattechnik von Hand oder maschinell erfuhren die Gemeinde-Mitarbeiter viele nützliche Dinge.

Die Maßnahmen werden begleitet durch Informationstafeln, die an den Blühflächen aufgestellt werden. Außerdem werden 3 000 Flyer gedruckt sowie Broschüren für die Kinder- und Jugendarbeit in den Kindergärten und Schulen. Das ganze Projekt ist mit rund 70 000 Euro angesetzt, wobei eine Förderungin Höhe von 60 Prozent gewährleistet ist. Die Restkosten teilen sich der Landkreis und die teilnehmenden Gemeinden.

Die Initiatoren und Mitarbeiter möchten, dass das Projekt nachhaltig ist. Es soll keine einmalige Aktion sein, sondern es wird angestrebt, dass die ökologische Aufwertung ungenutzter Flächenressourcen weiter in den Mittelpunkt gestellt wird und bestäubende Insekten genügend hochwertige Nahrungsquellen finden.
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