LKR Haßberge
Streudienst

Landkreis Haßberge ist bereit für den Schneefall

Eis, Glätte, Rutschgefahr: Damit diese Gefahren den Autofahrern im Landkreis Haßberge nicht zum Verhängnis werden, stehen die Streu- und Räumdienste in den Startlöchern. Tonnenweise Salz ist eingelagert. Der Winter kann kommen.
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Noch steht der Lastwagen-Aufsatz in Knetzgau im Regen. Das kann sich schnell ändern, die ersten Fröste gab es schon, der Schneefall kommt sicherlich auch noch dazu. Fotos: Katja Kölbl
Noch steht der Lastwagen-Aufsatz in Knetzgau im Regen. Das kann sich schnell ändern, die ersten Fröste gab es schon, der Schneefall kommt sicherlich auch noch dazu. Fotos: Katja Kölbl
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Dieter Gonnert, Leiter der Autobahnmeisterei Knetzgau, will kein Risiko eingehen: Eisglatte Straßen auf der Autobahn A70 wären eine Katastrophe. Deshalb ist seine Mannschaft seit Anfang November bereits im Schichtbetrieb. "Damit die Männer wieder in den Rhythmus reinkommen", erklärt er. Das bedeutet für 16 Straßenwärter abwechselnd Dienst von 0.15 bis 7 Uhr, 7 bis 15.45 Uhr oder von 15.45 bis 0.15 Uhr.

Kein Schnee und trotzdem Arbeit

Aber was machen die Männer jetzt, so ganz ohne Schnee? Dieter Gonnert lacht gutmütig. "Uns geht die Arbeit nicht aus. Wir sichern bei Unfällen den Verkehr oder begleiten Fremdfirmen, die auf der Autobahn arbeiten.
Oder wir reparieren unsere Geräte und Maschinen", erklärt der 47-Jährige aus der Rhön.

Die Frage, unter welchen Umständen der Winterdienst ausrücken muss, ist um einiges schwieriger zu beantworten. Dieter Gonnert weist auf einen von zwei Computerbildschirmen im Bereitschaftsraum der Autobahnmeisterei.

Hier laufen im Minutentakt Daten des Deutschen Wetterdienstes und der Messsonden ein, die auf den vier Brücken im Zuständigkeitsbereich montiert sind. Auf den 52 Kilometern zwischen Bergrheinfeld und Bamberg/Hafen sind das die Mainbrücke Oberndorf, die Wildbachtalbrücke bei Limbach, die Mainbrücke Eltmann und die Mainbrücke Oberhaid.

Auf den Bauwerken werden alle zwei Minuten Luft- und Bodentemperatur, Gefrier- und Taupunkt, die relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und -richtung gemessen.

Ganz schön viele Daten? Es sind noch einige mehr. Anhand dieser Informationen entscheiden die diensthabenden Straßenwärter, ob Salz auf die Straße gehört - oder nicht. "Spätestens wenn die Temperatur auf zwei Grad Celsius sinkt, müssen wir raus. Denn ist sie erst auf dem Gefrierpunkt, ist höchste Eisenbahn", sagt Dieter Gonnert.

Soweit lässt es der Experte aber nicht kommen. "Vorausschauendes Streuen" ist sein Credo. Weil aber die Autobahnmeisterei - wie jeder Betrieb - sparen muss und zudem der Umweltaspekt eine Rolle spielt, versucht Gonnert gleichzeitig, den Salzverbrauch möglichst gering zu halten. Das gelingt, indem man "FS30" streut, eine Mischung aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Sole (in Wasser gelöstes Salz).

Vielleicht kann die Autobahnmeisterei schon bald reine Salzlösung (FS 100) auf die Fahrbahndecken sprühen. Im vergangenen Winter startete in Nordbayern ein Pilotprojekt.

Deine Strecke, meine Strecke

Für die Kreisstraßen (321 Kilometer) sowie die Staats- (236 Kilometer) und die Bundesstraßen (98 Kilometer) im Landkreis sind die Tiefbauverwaltung des Landratsamtes und das Staatliche Bauamt in Schweinfurt verantwortlich. Der Kreis Haßberge hat an den Standorten Haßfurt und Ebern derzeit 1700 Tonnen Salz eingelagert.
"Bis vor drei Jahren haben unsere Fahrer vor den Staats- und Bundesstraßen Halt gemacht", erklärt Otto Stark, Straßenmeister des Landkreises Haßberge. Die Folge: ärgerliche Bürger ("Warum streut der da nicht?") und viele Leerfahrten.

Mittlerweile arbeiten der Landkreis und das Staatliche Bauamt zusammen. "Wir haben die Routen neu berechnet und die Streckenführung optimiert", beschreibt Otto Stark. So spare man Zeit und Geld.

Auch Oliver Renoth, Leiter der Straßenmeisterei in Zeil, ist froh über die Kooperation. "Die Männer tauschen sich über die Straßenverhältnisse aus. Das funktioniert gut", erklärt er. So seien alle Seiten über die Behördengrenzen hinweg gut informiert und gut gerüstet.

In der Straßenmeisterei Zeil (als Außenstelle des Staatlichen Bauamts Schweinfurt) warten 1000 Tonnen Salz und 30 000 Liter Sole auf ihren Einsatz.
Im Zentrallager in Eltmann hält das Staatliche Bauamt weitere 22 000 Tonnen Salz für die Landkreise Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Schweinfurt vor. Es wurde gebaut, nachdem im Winter 2000 das Salz knapp geworden war. "Das kann uns jetzt nicht mehr passieren", sagt Oliver Renoth.

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