Ebern
Tiere

Landkreis Haßberge hat die Biber-Plage im Griff

Rund 350 Biber leben im Landkreis Haßberge. Biber-Berater Wolfgang Lappe führte die Teilnehmer einer Exkursion an Plätze, an denen die Tiere schon wüten.
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Eigentlich sieht der Biber putzig aus, aber er kann große Schäden anrichten. Fotos: Christian Licha
Eigentlich sieht der Biber putzig aus, aber er kann große Schäden anrichten. Fotos: Christian Licha
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Sie sehen putzig aus, die Biber. Aber sie können auch Schaden anrichten. Dass man das im Landkreis Haßberge ganz gut im Griff hat, bestätigte Wolfgang Lappe, der Biber-Berater am Landratsamt. Bei einer Exkursion auf Einladung der Freien Wähler Ebern zeigte der Experte am Sonntag rund um Ebern einige Plätze, an denen sich der Biber niedergelassen hat.

Der Biber lebt im Familienverbund in seinem Revier, das er im Normalfall nicht wechselt. Statistisch gesehen gehören einer Familie 3,3 Biber an. Bei 106 katalogisierten Revieren im Landkreis Haßberge heißt das, dass um die 350 Biber bei uns beheimatet sind.

Bis zu 15 Jahren kann das Tier alt werden, jedoch sterben viele Biber wesentlich früher durch Unfälle mit Autos, wenn sie ihren Bau nahe stark befahrener Straßen haben. Wolfgang Lappe nannte hier als neuralgische Punkte etwa die Bereiche rund um Pfarrweisach und Burgpreppach, da hier Bundesstraßen verlaufen.

20 Teilnehmer dabei

Mit über 20 interessierten Teilnehmern ging die Exkursion von der Oberen Au in Ebern über die Pöppelsmühle bei Unterpreppach und die Weiher bei Gemünd bis zum Albersorfer Mühlbach. Überall hier haben Biber-Familien ihr Zuhause.

An der Preppach nahe dem städtischen Wasserwerks zeigte Lappe, wie Einlaufschächte richtig gesichert werden. Hier verhindert nämlich ein Gitter das Eindringen des Bibers.

Ein Gitter ist notwendig

Eine andere Gemeinde im Landkreis hatte in der Vergangenheit bisher noch kein Gitter angebracht, erklärte der Fachmann, und so drang hier das Nagetier in das Wasserwerk ein. Mit einfachen Mitteln gelang es aber, den Biber wieder zu vertreiben.

Laute Radiomusik und blitzendes Licht hatten ihren Erfolg. Und das nun angebrachte Gitter verhindert eine Wiederholung. Auf der Grundlage der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU und des bundesdeutschen Artenschutzrechts unterliegt der Biber strengen Schutzvorschriften. Daher ist es grundsätzlich verboten, ihn zu fangen, zu verletzen, zu töten oder seine Wohn- und Zufluchtsstätten zu zerstören.

Biber sollen als Bestandteil unserer Kulturlandschaft überleben können, gleichzeitig sollen mögliche Schäden in Konfliktbereichen verringert oder vermieden werden. Ein Anspruch auf den Ersatz von Schäden, die durch Biber verursacht wurden, besteht nicht.

In Einzelfällen Wegfangen möglich

Für die Lösung von Konflikten stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Verursachen Biber erhebliche Schäden und sind Abhilfemaßnahmen nicht möglich, so kann in Einzelfällen das Wegfangen der Biber in Betracht gezogen werden, schreibt die Regierung von Unterfranken auf ihrer Homepage.

An den Weihern von Gemünd, die der Stadt Ebern gehören und an den Anglerverein verpachtet sind, wurde schon in der Vergangenheit durch die involvierten Behörden beratschlagt, wie man Biber-Schäden vermeiden kann. Seit langer Zeit liegen dort auch Wasserbausteine, die den Uferbereich schützen sollen. "Nur es geht irgendwie nichts voran", erzählte der Biber-Berater Lappe. Er muss im Konflikt zwischen Mensch und Tier immer vermittelnd auftreten will und gleich durch Prävention Schäden verhindern will.

Nahe Jesserndorf hätte ein Biber fast schon einmal an einem Silvesterabend einen größeren Stromausfall verursacht. Der Nager war im Begriff einen Baum zu fällen, der die überirdischen Stromleitungen getroffen hätte. Durch den Einsatz der Feuerwehr konnte dies aber noch in letzter Minute verhindert werden.

Fachmännische Hilfe garantiert

Thomas Limpert, der Vorsitzende der Freien Wählern Ebern, zeigte sich beeindruckt von dem Nachmittag im Lebensraum des kleinen Tieres. Er rief dazu: "Wenn sich Probleme mit den Nagetieren ergeben, sollte man sich stets zuerst an den Biber-Beauftragten Wolfgang Lappe im Landratsamt wenden." Hier sei fachmännische Hilfe garantiert, die manchmal sogar mit sehr einfachen Mittel vollzogen werden kann.

Limpert erinnerte an die bei der Exkursion gesehene Kanisterkette, also an einer Schnur aufgereihte Plastikkanister, die man über einen Damm anbringen kann. Das verhindert, dass der Biber hier weiter seine Baumaßnahmen fortführt.



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