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Knetzgau
Kunstpreis

Kunstpreis Haßberge: Diese Werke und Künstler bewerben sich

Der Kunstpreis genießt inzwischen überregionale Aufmerksamkeit, so dass sich sogar Künstler aus Rostock, Hamburg und München darum beworben haben.
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Künstlerin Olga Liashenko (links) aus Haßfurt erläutert den Betrachtern ihre "Wasseradern" durch den Landkreis.Günther Geiling
Künstlerin Olga Liashenko (links) aus Haßfurt erläutert den Betrachtern ihre "Wasseradern" durch den Landkreis.Günther Geiling
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Der Kunstpreis des Landkreises Haßberge wird derzeit zum dritten Male ausgelobt.

24 Künstler stellen ihre Werke vor

In der Vernissage zur Ausstellung im Schloss Oberschwappach wurden nun durch die Jury 36 Werke von 24 Künstlern ausgewählt, die das Thema "H2O - Lebenselixier im Landkreis Haßberge" in einer brillanten und ganz individuellen Art und Weise künstlerisch umsetzten.

An den kommenden Sonntagen geöffnet

Die Ausstellung zum Kunstpreis 2020 ist jeweils sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet und wird abgeschlossen mit der Preisverleihung am Sonntag, 29. März, um 17 Uhr im Spiegelsaal des Schlosses.

"Der Landkreis setzt mit diesem Kunstpreis einen wichtigen Akzent im Kulturleben der Region. Ziel ist die Begegnung und der Austausch der bildenden Kunst mit aktuellen Themen der Regionalentwicklung", betonte der stellvertretende Landrat Oskar Ebert bei der Eröffnung der Ausstellung vor den Künstlern und zahlreichen Gästen. Der Landkreis Haßberge und seine Kommunen hätten in der Vergangenheit bereits große Investitionen für den Erhalt der vielen Kulturgüter getätigt. Es reiche aber einfach nicht, nur in die Vergangenheit zu schauen und an der Kunst in der Gegenwart vorbeizugehen.

Deshalb lobe man einen Kunstpreis aus, um damit Künstlern eine Plattform zu bieten. Erstmalig ist das Ausschreibungsgebiet auf die Region Mainfranken und die Metropolregion Nürnberg ausgedehnt. Hier könnten Künstler wichtige Beiträge in der Auseinandersetzung mit zentralen gegenwärtigen Problemen und ihren Lösungen leisten, zum kulturellen und sozialen Miteinander, zur Wertschätzung der Natur und Wahrnehmung des Umweltbewusstseins oder auch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Das Thema des Kunstpreises 2020 laute "H2O-Lebenselixier im Landkreis Haßberge" und lenke den Blick auf die künstlerische Betrachtung. Das Verhalten der Gesellschaft und der Umgang mit Ressourcen solle hierbei in Frage gestellt und visionäre Planspiele gezeigt werden. Wasser sei nämlich weltweit von existenzieller Bedeutung.

"Es ist bekannt und sollte uns immer ins Bewusstsein gerufen werden, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung kein sauberes Wasser zur Verfügung hat. Die Aufgabe der Künstler bestand darin, die Bedeutung, aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Wasser aus dem Blickwinkel der Kunst darzustellen, aber auch kritisch zu hinterfragen. Das Ergebnis hat mich sehr beeindruckt", meinte Oskar Ebert.

Bürgermeister Stefan Paulus begrüßte die Gäste namens der Gemeinde Knetzgau im Schloss, das seit 1984 im Besitz der Gemeinde sei. Er zeigte sich dem Landkreis gegenüber dankbar, dass dieser Kunstpreis nun schon zum dritten Mal vergeben werde, "denn Kunst steht für Weltoffenheit, Toleranz und Respekt. Für diese Werte setzt sich auch der Landkreis ein."

Knetzgau hat einen engen Bezug zum Wasser

Ihm gefiel auch, dass Wasser als Thema gewählt wurde. "Knetzgau liegt am Main und im Gemeindewappen ist auch ein Schelch. Seit zwei Jahren beschäftigen wir uns mit einem Projekt, um dem Main ein Gesicht zu geben." Mit dieser Ausstellung unterstütze man dies und trage das Thema nach außen.

Projektmanagerin Renate Ortloff nannte bei ihrer Begrüßung den Kunstpreis einen besonderen Höhepunkt der kreisweiten Veranstaltungsreihe "Kunststück". Er sei in der Welt der Künstler auf großes Interesse gestoßen und sie sei sehr neugierig gewesen, wie die Künstler diese Aufgabe umsetzen würden. "Durch Verunreinigungen, bewusst oder achtlos entsorgtem Alltagsmüll in der Natur, durch Flächenversiegelung und durch Verschwendung wird der Kreislauf unseres Ökosystems ständig geschwächt." So lautete der Wortlaut der Aufgabenstellung und diesen galt es in drastisch schöner Form darzustellen.

Zu schön, um wahr zu sein?

Nach ihrem Gang durch die Ausstellung zeigten die Arbeiten doch sehr viel Schönes und im ersten Moment habe sie das Kritische vermisst. "Doch bei näherem Hinsehen, mit dem Bewusstsein, dass das alles endlich ist, wurde mir die Kritik, die durchaus auch im Schönen sein kann, sehr bewusst und ich bin beeindruckt", betonte Renate Ortloff.

Die Neurowissenschaft habe herausgefunden, dass bei Menschen, die von einem Kunstwerk ästhetisch berührt sind, tatsächlich zwei Bereiche im Gehirn aktiv werden, nicht nur der Teil für die visuelle Verarbeitung, sondern noch eine Gehirnregion, die sonst nur beim Nichtstun anspringe. "Man kommt also beim Betrachten von etwas Schönem, das einen berührt, in einen anderen Gefühlszustand, nicht selten in einen Entspannungszustand. Ein Kunstwerk ist demnach in der Lage, mit Gefühlen zu spielen. Und mit diesen ausgelösten Gefühlen können Denkprozesse angeregt werden, die zum Nachdenken und zum Verstehen führen."

ästhetisch-schöne Gefühlsreise

Die Projektmanagerin lud dann die Besucher ein, "sich auf diese ästhetisch schöne Gefühlsreise zu begeben" und sprach ihre Hoffnung aus, "dass wir alle nachdenklich, verständnisvoll und wertschätzend mit unserem Lebenselixier Wasser umgehen."

Zur Umrahmung spielte im Ensemble des "Musikbahnhofs Gädheim" unter Leitung von Armin Schuler Elina Schuler (Querflöte), Anton Mock (Trompete), Marius Mock (Waldhorn), Julian Mock (Saxophon) und Marius Schuler (Posaune): Sie trugen auch ihre Eigenkomposition "Musikstück H2O" vor.

Die Besucher konnten dann die 36 Werke von 24 Künstlern in Augenschein nehmen, die von einer Jury für die Teilnahme an der Bewertung um den Kunstpreis ausgewählt wurden. Der Jury gehörten an: Dirk Berthel, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Unterfranken; Gerhard Schlötzer; Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Oberfranken; Gaby Weinkauf, Gewinnerin des Kunstpreises 2018; Dr. Matthias Liebel, Kunsthistoriker, und Horst Hofmann, Vertreter des Landkreises Haßberge.

24 Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke

Jannina Hector, Hofheim; Kim Davey Haßfurt; Olaf Schönherr, Theres; Olga Liashenko, Haßfurt; Werner Tögel, Knetzgau.

Anita Tschirwitz, Schwanfeld; Brigitte Heck, Gemünden; Claudia Endres, Nürnberg; Corinna Wagner, Oerlenbach; Henrike Franz, Erlangen; Irmgard Peetz-Hahn, Bad Windsheim; Katja Gehrung, Fürth in Bayern; Katja Triol, Schweinfurt; Lydia Vorndran, Kronach; Margit Langenberger, Roßtal; Matthias Braun, Würzburg; Michaela Schwarzmann, Eggolsheim;

Peter Schoppel Gundelsheim; Raimund Schemmel, Arnstein; Roswitha Farnsworth, Hohenstadt; Stephan Pfeiffer, Fürth; Thomas Michael, Bamberg; Thomas Mohi, Fürth und Tommy Petzold, Erlangen.

Vorträge zur Ausstellung

"Barock und Wasser" mit Reinhold Schneider am Sonntag, 1. März, um 13.15 Uhr im Schloss.

"Flussgottheiten und andere Darstellungen des Wassers in der Kunst" mit Dr. Matthias Liebel, Kunsthistoriker am Sonntag, 15. März, um 13.15 Uhr.