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Oberschwappach
Kultur

"Kunst geht fremd und dreht ab"

Das Museum im Schloss Oberschwappach beteiligt sich an der Tauschaktion für Exponate in 14 unterfränkischen Sammlungen.
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"Michaels Kampf mit dem Teufel" lautet der Titel des Ölgemäldes, das um 1770 in Unterfranken entstanden ist und sich vorzüglich als Leihgabe aus dem Museum Barockscheune Volkach in die als barocke Sommerresidenz der Ebracher Äbte erbaute Schlossanlage von Oberschwappach einfügt. Das Bild schauen sich an (von links): Stefan Paulus, Egon Stumpf, Leihgeber Herbert Meyer und Stefan Kley.  Foto: Christiane Reuther
"Michaels Kampf mit dem Teufel" lautet der Titel des Ölgemäldes, das um 1770 in Unterfranken entstanden ist und sich vorzüglich als Leihgabe aus dem Museum Barockscheune Volkach in die als barocke Sommerresidenz der Ebracher Äbte erbaute Schlossanlage von Oberschwappach einfügt. Das Bild schauen sich an (von links): Stefan Paulus, Egon Stumpf, Leihgeber Herbert Meyer und Stefan Kley. Foto: Christiane Reuther
"Ein barockes Bild für das barocke Schloss, das Tauschgeschäft ist perfekt", freut sich Egon Stumpf vom Museum Schloss Oberschwappach. Unter dem Motto: "Kunst geht fremd und dreht ab" schmückt das barocke Gemälde mit dem Titel "Michaels Kampf mit dem Teufel" als Leihgabe aus dem Museum Barockscheune Volkach bis Anfang November die Räume von Schloss Oberschwappach - und dafür wandert eine keltische Vier-Augen-Perle von Oberschwappach ins Museum Terra Triassica Euerdorf, ebenfalls als zeitlich befristete Leihgabe.

Auch in diesem Sommer gibt es in der unterfränkischen Kulturlandschaft wieder einen erfrischenden Perspektivenwechsel: Zum siebten Mal tauschen 14 Museen untereinander ihre Kunst. Jeweils ein ausgewähltes Kunstwerk wird in der Zeit vom 25. Juli bis 5. November in ein anderes Haus ausgeliehen und begibt sich dadurch in einen neuen Kontext: Die Objekte präsentieren sich in einem fremden regionalen Umfeld, sie fügen sich in eine andere Ausstellungskomposition mit ein - oder irritieren dort ganz bewusst.

Der Tausch in Oberschwappach steht laut Egon Stumpf inhaltlich auf gleicher Ebene: Der Erzengel Michael wird genauso als Symbol des Schutzes betrachtet wie die keltische Vier-Augen-Perle, die in der Gemarkung von Limbach gefunden worden ist und nach dem Tausch dann wieder in der archäologischen Sammlung im Museum Schloss Oberschwappach zu bestaunen sein wird.

Bei der offiziellen Eröffnung der Aktion, die im Spiegelsaal von Schloss Oberschwappach stattfand, sagte der Hausherr, Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD): "Museen zusammenführen und mit einem gemeinsamen Konzept mit verschiedenen Werken vernetzen" sei wichtig. Das sieht auch der unterfränkische Gebietsreferent Stefan Kley von der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen in Bayern so. Bei einer aktuellen Veränderung der Landschaft rund um die Museen ist für den Experten eine Wechselausstellung extrem wichtig, da man die Vielfalt und Qualität an Objekten mit dem Einfallsreichtum des jeweiligen Museumsleiter verknüpfen könne. Der Tausch verlaufe nicht starr bilateral, sondern er spinne seine Fäden quer durch den Bezirk Unterfranken. Das gewähre nicht nur einen ganz neuen Blick auf Ausstellung und Kunst, sondern kreiere ein heterogenes, lebendiges Netzwerk, von dem Besucher und Kulturschaffende vor Ort profitieren.


Die beteiligten Sammlungen

So drehen die 14 unterfränkischen Museen in der diesjährigen Aktion ab, ohne jedoch die Beherrschung zu verlieren oder den Kurs zu ändern, wie es hieß. Beteiligte Museen an der Aktion sind: Museen Schloss Aschach, Schlossmuseum Aschaffenburg, Museum Obere Saline Bad Kis-singen, Museum Terra Triassica Euerdorf, Knauf-Museum Iphofen, Deutsches Fastnachtsmuseum Kitzingen, Kreisgalerie Mellrichstadt, Museum Stadt Miltenberg, Spessartmuseum Lohr, Museum Schloss Oberschwappach, Kunsthalle Schweinfurt, Museum Barockscheune Volkach, Museum für Franken Würzburg, Museum im Kulturspeicher Würzburg.

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