Unterpreppach
Live-Konzert

Kultband "Revolver" kehrt nach Unterpreppach zurück

Die kultige Classic-Rockgruppe kehrt am Ostersonntag, 31. März, auf die Bühne nach Unterpreppach zurück. Sie präsentiert sich den Fans im U-Night mit neuem Sänger, neuem Programm und vor allem mit einem dreiköpfigen Bläsersatz im Gepäck.
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Diese vier sind heute der harte Kern der Band "Revolver" (von links) Dieter Roth, Evert Fraterman, Ludwig Fellinger und Friedel Amon. In Unterpreppach sind sie an Ostern mit neuem Sänger und einer dreiköpfigen Bläserformation zu hören.  Fotos: Eckehard Kiesewetter
Diese vier sind heute der harte Kern der Band "Revolver" (von links) Dieter Roth, Evert Fraterman, Ludwig Fellinger und Friedel Amon. In Unterpreppach sind sie an Ostern mit neuem Sänger und einer dreiköpfigen Bläserformation zu hören. Fotos: Eckehard Kiesewetter
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Gut, es hat einige Querschüsse gegeben im letzten Jahr, doch jetzt herrscht wieder Waffenruhe unter den Mitgliedern der Band "Revolver". Jetzt lässt sie wieder jene Waffen sprechen, mit denen sie seit mehr als drei Jahrzehnten die Musikfans in ganz Franken verzaubert: Rockmusik vom Feinsten.

Und die Cover-Rocker haben dafür nochmals richtig durchgeladen, verspricht Evert Fraterman, der einzige "Revolver-Held", der sein Geld allein mit der Musik verdient und schon mit Sting, Eberhard Schoener, Anne Haigis, Volker Kriegel und anderen arbeitete.

Bekannte Band neu formiert
Der 62-jährige Musikdozent Drummer aus Ansbach, von einer Herzoperation im vergangenen Jahr gut erholt, wird an Ostern (Sonntag, 31. März) mit Friedel Amon (Keyboards), Ludwig Fellinger (Bass) und Dieter Roth (Gitarre) wieder auf der Bühne des "U-Night" in Unterpreppach stehen.

Doch "Revolver" wird anders klingen als noch zwölf Monate zuvor an gleicher Stelle: Das liegt am neuen Leadsänger. Rainer Braun, mit dem sich die Band erstmals bei der Höchstadter Kirchweih im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, ersetzt den langjährigen Frontmann Uwe Gaasch. Weiterhin wird Zuwachs durch einen dreiköpfigen Blechsatz (Saxofon, Trompete und Posaune) "Revolver" frische Töne einblasen. Dementsprechend wandelt sich auch das Repertoire, zum Beispiel mit neuen Stücken von "Weather Report", "Tower of Power" oder "Chicago". Doch natürlich sollen auch die bekannten Hits von Peter Gabriel, Steve Winwood, Phil Collins oder "Toto" nicht fehlen, die "Revolver" in so unverwechselbarer eigener Handschrift präsentiert.

Zurück zu den Wurzeln?
"Ein bisschen back to the roots", nennt das Fraterman, der das Adrenalin im Blut nach eigenem Bekunden noch immer spürt, wie damals vor mehr als 40 Jahren. "Wir wollen noch ein paar Wunschträume verwirklichen." So war sogar daran gedacht, die Sängerin der Urformation, Mary B. Thompson, die zuletzt in Hamburg gelebt hat, wieder ins Boot zu holen. Doch sie ist inzwischen nach Los Angeles in die Vereinigten Staaten gezogen.

Mit ihr, der afroamerikanischen Rockröhre , hatten die Gitarristen Dieter Roth und Jürgen Kühnlein (später "Number Nine"), Bassist Ludwig Fellinger und Keyboarder Friedel Amon die Band 1980 gegründet und rasch mit Eigen-Kompositionen die Heavy-Metal-Charts gestürmt, sie waren durch Japan getourt und hatten Ozzy Osbourne 1982 auf dessen Europatournee begleitet. Auf Youtube kann man noch Auftritte in Ilja Richters "Disco" verfolgen, und die 1982 erschienene Platte "First Shot" steht für diese frühe Hochphase in der Band-Geschichte. Dieter Roths Gitarre in Revolverform war damals ein Markenzeichen der Gruppe.

Mary B. Thompson schied aus, und 1983 stießen Uwe Gaasch und Evert Fraterman zur Band. "Revolver" hat sich in all den Jahren gewandelt. Verhandlungen über Plattenverträge gab es damals, doch statt der großen Karriere folgte die Auflösung. Hätte sich neben dem Rock-Kracher "Good time People" nicht auch "Not Too Late" ganz vorne in den Hitparaden platziert, würde "Revolver" heute womöglich auf einer von Uli Wengers "One Hit Wonder"-CDs auftauchen.

Kultmusik der 70er und 80er
Die Band, später ohne Jürgen Kühnlein, hat ihr eigenes Ende überlebt, machte sich einen Namen als reine Coverband und gibt inzwischen nur noch wenige Konzerte im Jahr, was laut Evert Fraterman auch daran liegt, dass es heute kaum mehr die klassischen Tanzsäle gibt, in denen die Band einst groß geworden war.

Ihr Pulver haben die "Revolver"-Männer noch lange nicht verschossen. Heute genießen sie als "professionelle Hobbyband" Kultstatus, und die Fans reisen quer durch Franken zu den wenigen Gigs.

Wieder versöhnt
Als der Bamberger Uwe Gaasch im vergangenen August in Ebermannstadt letztmals sein Paradestück auspackte und mit Janis Joplins "Mercedes Benz" ein Percussionfeuerwerk zündete, da sah alles nach endgültigem Abschied aus. Von Verwürfnissen war die Rede. Gaasch, als Architekturfotograf viel gefragt und bundesweit beschäftigt sowie obendrein in etlichen Musikformationen, wie der "Schweinsohr Selection", "Brand Old" oder gemeinsam mit Evert Fraterman in der Formation "Fraterman" (zu hören am 8. November in der Haßfurter Stadthalle) aktiv, wollte "Revolver" endgültig den Rücken kehren. Doch der Pulverdampf hat sich verzogen, und auch mit Gaasch geht es wohl weiter."Wenn es sich arrangieren lässt, dann wird er wieder mitmachen," freut sich Evert Fraterman.


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