LKR Haßberge
Abfallentsorgung

Kreis Haßberge: Müllmengen und ein Gutachten

Um die Müllmengen- und Wertstoffbilanz des Landkreises Haßberge ging es im Umweltausschuss des Kreistages. Auch die "Systemfrage" kam auf.
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Die schwarze Tonne für den Restmüll wird über das Holsystem der Abfallwirtschaft des Landkreises Haßberge geleert. Foto: Andreas Lösch
Die schwarze Tonne für den Restmüll wird über das Holsystem der Abfallwirtschaft des Landkreises Haßberge geleert. Foto: Andreas Lösch
Jeder Landkreisbürger hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 361,1 Kilogramm Abfall produziert. In der "Müllmengen- und Wertstoffbilanz" des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Haßberge (Awhas) ist das unter dem Punkt "Gesamtabfallaufkommen eines Landkreisbürgers" vermerkt. Gemeint ist "die Summe aller häuslichen Abfälle, also Wertstoffe, Restmüll und Problemmüll", wie es Awhas-Geschäftsführer Wilfried Neubauer gestern vor den Mitgliedern des Umweltausschusses des Kreistags Haßberge im Landratsamt ausführte.
Der Wert habe sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert, insgesamt sei die Abfallentsorgung und Wertstofferfassung im Landkreis auf einem "hohen Niveau", zumal der Awhas vor allem auf "Abfallvermeidung und Abfallverwertung" setze. In seinem Bericht fasste Wilfried Neubauer zusammen: "Erklärtes Ziel ist, die Haus- und Sperrmüllmenge so weit als möglich zu reduzieren und die Wertstofferfassung auf einem hohen Niveau zu halten." Dabei betonte er auch, dass die Wertstoffhöfe eine "hohe Akzeptanz" fänden und dass diese "zur ortsnahen, sortenreinen Erfassung von Wertstoffen unentbehrlich" seien.
Während Restmüll, Altpapier und Biomüll über Behälter in den Haushalten gesammelt und dort abgeholt werden, werden insbesondere Spermüllkleinmengen, Leichtverpackungen (LVP) oder Elektroschrott mit einem Bringsystem über die kommunalen Wertstoffhöfe weiterverwertet.
Im Falle der Entsorgung von Leichtverpackungen bekommt der Landkreis ein Entgelt vom zuständigen Dualen System Deutschland, weil die Bürger den Verpackungsmüll bereits vorsortieren und das Material dadurch, wie Neubauer betonte, sehr sortenrein dem weiteren Recyclingprozess zugeführt werden kann. Weil aber im Zusammenhang mit der LVP-Verwertung und der aufwendigen Vorsortierung wiederholt Kritik am Bringsystem aufkommt (so streben einige Landkreisbürger über eine Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren zur Einführung eines Holsystems an, Stichwort "Gelbe Tonne", siehe Bericht unten), kam das Thema im Ausschuss kurz zur Sprache.


Hol- oder Bringsystem?

Zunächst hatte Ausschussmitglied Holger Baunacher (zugleich auch Mitbegründer der Bürgerinitiative) gefragt, ob bei dem derzeit laufenden Gutachten, durch das das Bringsystem in Bezug auf wirtschaftliche und ökologische Aspekte analysiert und bewertet werden soll, auch "die Fahrten der Bürger zum Wertstoffhof" einbezogen werden. Landrat Wilhelm Schneider antwortete darauf kurz und bündig mit "ja". Wilfried Neubauer ergänzte, dass es erst sinnvoll sei, das Thema Hol- oder Bringsystem im Umweltausschuss ausführlich zu diskutieren, wenn das Gutachten vorhanden sei, was im Juli der Fall sein dürfte. Dennoch merkte Ausschussmitglied Siegmund Kerker noch an, dass er vom aktuellen System sehr überzeugt sei: "Unsere Abfallentsorgung ist ein Erfolgsystem erster Güte. Ich verstehe nicht, warum man sich Gedanken macht, irgendetwas zu ändern."
Weiterhin erklärte Neubauer, dass vor allem großer Wert darauf gelegt werde, Abfall zu vermeiden. Mit der Kampagne "Umwelt - Schützen im Alltag" werden dafür Bürger sensibilisiert, schon beim Einkauf darauf zu achten, möglichst wenig Verpackungsmüll zu produzieren;es wird im Bereich Wegwerfware (Einweg-Kaffeebecher, Einwegplastikbesteck, Einwegfolie) darauf hingewiesen, dass es umweltfreundliche Alternativen gibt (Mehrwegbecher, Metallbesteck, Brotbox).
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