Breitbrunn
Museumspläne

Konzept für Breitbrunner Steinmuseum gesucht

Am Konzept für ein Sandsteinmuseum in Breitbrunn wird zurzeit gefeilt. In Hauzenberg in Niederbayern sammelten die Initiatoren Anregungen. Jetzt sollen die Bürger in die Vorbereitungen eingeschaltet werden.
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Natursteinwerk-Geschäftsführer Martin Graser (links) erläutert die Arbeitsweise einer Blockkreissäge. Rechts im Bild der Bildhauer Sören Ernst aus Schweinfurt. Foto: Sabine Meißner
Natursteinwerk-Geschäftsführer Martin Graser (links) erläutert die Arbeitsweise einer Blockkreissäge. Rechts im Bild der Bildhauer Sören Ernst aus Schweinfurt. Foto: Sabine Meißner
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Ein Beispiel für Erfolg versprechende Zusammenarbeit ist das geplante Vorhaben zur Einrichtung eines "Sandsteinmuseums" in Breitbrunn. Unter Federführung der Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) und dem Unternehmer Martin Graser vom "Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser", wird derzeit das Konzept dafür erarbeitet.

Die "Erlebniswelt fränkischer Sandstein", wie der Arbeitstitel für das Vorhaben lautet, sei als Stätte der Wertschätzung von jahrhundertelanger Tradition der Steinhauer und ihrer schweren Arbeit in den Steinbrüchen gedacht, solle aber auch als Lehr- und Lernort dienen, sagte Bühl. Gegenwärtig entwickle sich ein regelrechtes Netzwerk fachkundiger Mitwirkender.

Eine Gruppe dieser Personen unternahm dieser Tage eine Informationsfahrt, um in Hauzenberg bei Passau Anregungen zu sammeln. Dort zeigt eine museale Ausstellung mit Freigelände und in einem stillgelegten Steinbruch im "Granitzentrum Bayerischer Wald" die Geschichte der Granitgewinnung.

So wie das Hauzenberger Granitmassiv für die Gegend um Passau von großer kulturhistorischer Bedeutung ist, stellen die Natursteinvorkommen der Region Haßberge einen unschätzbaren Wert dar. Bis heute wird in Brüchen nördlich und südlich des Mains zwischen Haßfurt und Bamberg Sandstein abgebaut. "Weißgrauer Mainsandstein" kommt beispielsweise aus Brüchen bei Neubrunn, Schönbrunn, Breitbrunn und Dörflis oder aus dem Hahnbruch bei Eltmann. Außer diesen soll der bei Sand und Zeil vorkommende grüne bis braune Schilfsandstein thematisiert werden.

Die "Steinleute" aus den Haßbergen wollen aus den Erfahrungen der Hauzenberger lernen und im September mit einigen Breitbrunner Bürgern das weitere Vorgehen besprechen. Dazu hat Norbert Schneider, der für den Landkreis Haßberge zuständige Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen, seine Teilnahme angekündigt.

Finanzierung noch unklar

Noch müssen Zuschussmöglichkeiten gesucht und eine praktikable Lösung für die Gastronomie gefunden werden. Auch die Größenordnung des Projekts steht noch nicht fest. "Mit geringerem Kostenaufwand als im Granitzentrum sollte doch ein beeindruckendes Zentrum für Besucher der ‚Erlebniswelt fränkischer Sandstein‘ erreichbar sein", waren sich alle einig.

Zum Nahziel, der Erarbeitung eines vorlagereifen Konzeptes, nannte die Bürgermeisterin eine weitere Priorität. "Die Einbeziehung unserer Bürger ist mir überaus wichtig". Nach einer ersten Abholzung im "Kellerbruch", die voraussichtlich im September vorgenommen wird, soll dort ein Fest gefeiert werden, bei dem die Menschen über alle Vorhaben informiert werden und Gelegenheit erhalten, sich aktiv einzubringen.

Fachberater Guntram Ulsamer meinte: "Der Sandstein bestimmt das Leben in unserer Heimat" und sei mit seiner besonderen Ausdruckssprache in allen Ortschaften des Kreises zu finden. Den "Ausdruck fränkischer Lebensfreude" solle das geplante Museum widerspiegeln. "Einige Erfahrungen der Hauzenberger sind übertragbar, aber keinesfalls kann man das abkupfern", sagte Ulsamer. "Das fränkische Sandsteinmuseum sollte einen modernen Anspruch erfüllen ohne finanziell überdimensioniert zu sein".






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