Ebelsbach
Sanierung

Kita-Spielplatz: Großer Rundumschlag fast fertig

Auf dem Spielplatz der St. Magdalena Kindertagesstätte in Ebelsbach können sich die Kinder austoben. Zweieinhalb Jahre dauerte die Neukonzeption.
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Geplant war erst ein aufgeschütteter Hügel mit Rutsche - umgesetzt wurde dann ein Spielgerät, das viel mehr bietet. Jutta Rudel
Geplant war erst ein aufgeschütteter Hügel mit Rutsche - umgesetzt wurde dann ein Spielgerät, das viel mehr bietet. Jutta Rudel
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"Die Kinder spielen so intensiv wie noch nie", sagt Susanne Häffner, die Leiterin der Caritas-Kindertagesstätte St. Magdalena in Ebelsbach. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund: Nach zweieinhalb Jahren können die Kinder den neuen Spielplatz auf Herz und Nieren testen. Auf dem früheren Spielgelände wäre das nicht bedenkenlos möglich gewesen.

"Jedes Jahr gibt es eine Sicherheitsbegehung", erzählt Susanne Langer, Vorsitzende des Trägervereins. Damals stellten die Prüfer fest, dass einige Geräte ausgetauscht werden müssen, die über 20 Jahre alt waren."Zum Beispiel erfüllte der Trägerbalken der Schaukel die Sicherheitsbestimmungen nicht mehr." Anstatt nur einzelne Geräte auszutauschen, kam der Kita-Leiterin und der Vereins-Vorsitzenden dann die Idee, den Garten komplett neu zu konzipieren. Das lag auch daran, dass die Kapazität aufgestockt wurde, also mehr Kinder im Garten spielen wollten und sich die Konzeption zum "offenen Arbeiten" geändert hat. Beim offenen Konzept geht es um die Partizipation, also die Teilhabe der Kinder, erzählt Häffner. "Sie dürfen selbst entscheiden, was und mit wem sie spielen, das fördert die Selbstständigkeit." Genügend Spielangebote gibt es jetzt. "Wir haben einen großen Rundumschlag gemacht", sagt Langer rückblickend.

Lange zweigliedrige Bauphase

Am Anfang wurde eine Arbeitsgruppe aus Elternbeirat, dem Trägerverein und dem Kita-Team gegründet. "Wir wollten einen naturnahen Garten mit vielen Grünflächen und Hügeln, aber wir haben schnell gemerkt, dass das nicht finanzierbar ist", erzählt Langer. Das Problem: Das Gelände ist sehr eben. Darüber hinaus müssen fast 100 Kinder im Garten spielen können, mit Hügeln und grünen Bereichen würde viel Platz genommen werden. "Letztlich haben wir zurückgerudert."

Den ersten Bauabschnitt mit Kosten in Höhe von 30 000 Euro hat der Verein allein finanziert. Die sogenannte bewegte Zone wurde dabei nach hinten verlegt. Dort befinden sich nun eine Fahrzeugstrecke und eine Freispielfläche mit Kunstrasen.

Der zweite Bauabschnitt umfasst 75 000 bis 90 000 Euro. Die Kommune übernimmt zehn Prozent der Kosten. Umgestaltet wurden der große Bereich und der Krippenbereich. Letzterer unterliegt, so Langer, strengen Vorgaben. "Wir mussten den Bereich für die Krippenkinder abzäunen, das war nicht so schön, es sah aus wie ein Hasenstall", sagt sie mit einem Lachen. "Jetzt wurde der Bereich aufgelockert und eingegrünt."

Im großen Bereich war anfangs ein Hügel mit einer Rutsche vorgesehen, daraus wurde dann ein multifunktionales Spielgerät. "Es hat viele Spielmöglichkeiten, eine Rutsche, eine Hängebrücke, eine Kriechhöhle und Klettermöglichkeiten", so Susanne Häffner. Allein dieses Spielgerät hat zwischen 15 000 und 20 000 Euro gekostet. Darüber hinaus gibt es eine Doppel- und Nestschaukel, eine Tellerbrücke zum Balancieren und ein Bodentrampolin. "Das ist das absolute Highlight", sagt die Kita-Leiterin. Die anderen Geräte werden aber genauso genutzt: "Die Kinder verteilen sich super auf der ganzen Gartenanlage." Vollendet ist die Umstrukturierung nicht: Im Frühjahr kommen eine Spielküche und ein Baumhaus hinzu.

Gestört habe der Umbau den Betrieb nicht, beteuert die Leiterin. "Die Bauarbeiten wurden immer an den Tagen gemacht, wo die Kita geschlossen hatte." Zwei Wochen vor der Schließzeit im Sommer gingen aber die Vorarbeiten los. "Die Mitarbeiter des Bauhofs kamen und haben Platten abgerissen. Die Kinder waren total begeistert. Wir haben dann Stühle vor den Fenstern aufgestellt, für sie war das wirklich großes Kino", sagt sie. Allgemein lief die Zusammenarbeit zwischen Baufirma, Bauhof und Sicherheitsbeauftragtem sehr gut.

Auf Nummer sicher gehen

"Es gibt schon viel zu beachten, zum Beispiel den Sicherheitsabstand, Fallschutz und -höhen", sagt die Leiterin. Damit die Kinder weich fallen, fiel die Wahl schnell auf Holzhackschnitzel, anstelle von Kieselsteinen oder Matten. Ein Sicherheitsbeauftragter war von Anfang an mit eingebunden in die Planung, so Langer, "damit es keine Überraschungen bei der Abnahme gibt". Für die nächsten 20 Jahre wollen das Kita-Team und der Trägerverein gewappnet sein: Es wurde langjähriges Material gewählt, welches zusätzlich mit Metall und Ummantelungen gestärkt ist.

Eingeweiht wird der Spielplatz bereits am morgigen Sonntag. "Ich hoffe, dass trotz oder gerade wegen des Wahlsonntags ein paar Leute vorbeischauen, wenn sie eh schon unterwegs sind", sagt Langer. Da strahlt auch das innere Kind eines jeden Erwachsenen: "Die dürfen dann auch auf das Bodentrampolin und eine Runde rutschen."



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