Knetzgau
7. bis 9. September

Kirchweih Zell am Ebersberg

Einen Rummelplatz und viele Kirchweihschmankerl gibt's, wenn in Zell am Ebersberg Kirchweih gefeiert wird.
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In der Ortsmitte des Winzerdorfes Zell am Ebersberg steht die Kirche "Zur unbefleckten Empfängnis Mariens". Fotos: Alfons Beuerlein
In der Ortsmitte des Winzerdorfes Zell am Ebersberg steht die Kirche "Zur unbefleckten Empfängnis Mariens". Fotos: Alfons Beuerlein
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Das unterfränkische Winzerdorf Zell am Ebersberg, in dem an diesem Wochenende das Kirchweihfest gefeiert wird, liegt am Fuße des mit im Ortsnamen angegebenen Ebersberges auf circa 280 Meter über dem Meeresspiegel. Der "Ebersberg" selbst ist ein schon von weitem aus dem Maintal sichtbarer Berg, der durch einen Funkmasten gekennzeichnet ist. Am dem Ebersberg vorgelagerten "Schloßberg" befindet sich eine Burgruine und der bei Wanderern gegenüberliegende beliebte "Böhlgrund" wird als das "Nördliche Tor zum Steigerwald" bezeichnet. Schloßberg und die gegenüber liegende Höhe "Hohe Lohe" bieten Rundblicke weit in das Maintal hinein.

Der Königsweg

Seine Entstehung hat Zell wohl dem fränkischen Verkehrsweg zwischen Bamberg und Würzburg zu verdanken. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1111, höchstwahrscheinlich wurde der Ort jedoch schon Jahrhunderte früher besiedelt. Zell war eine Ansiedlung am früheren Verkehrsweg von Würzburg nach Bamberg, der auch als "Königsweg" bezeichnet wurde. Ab Zell verlief dieser Weg auf dem Rücken des Steigerwald-Höhenzugs zwischen dem Main und der nördlichen Aurach als Hochstraße. Dies war eine wichtige Verbindung zwischen dem Erzbistum Bamberg und dem Bistum Würzburg.

Das Schloss auf dem Schloßberg bei Zell, erbaut 1115 durch Bischof Otto von Bamberg, wurde wohl als Unterkunft und Raststation der Geistlichen der beiden Bistümer Würzburg und Bamberg genutzt, war aber auch Sitz der Amtsmänner zur Verwaltung des bischöflichen Besitzes rund um Zell, ihnen oblag auch die niedere Gerichtsbarkeit. Ebenso fand das Schloss als Zollstation Verwendung. So mussten die Transport- und Fuhrwerke welche auf dem Rennsteig unterwegs waren, in Zell ihren Wegezoll an Beamte des Bistums verrichten. Das Zeller Schloss wurde erstmals 1525 von den Bauern unter Hans Luft niedergebrannt, danach folgte der Wiederaufbau. 1634 wurde durch schwedische Einheiten im Dreißigjährigen Krieg das Schloß endgültig zerstört. Die Mauerreste und Steinreste des Schlosses oder der Burg wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts durch einheimische Bauern zum Hausbau verwendet. 1972 wurde die Burgfläche durch den Naturpark Steigerwald zum Aussichtspunkt ausgebaut. In der Gegenwart sind nur noch wenige Mauer- und Fundamentreste vorhanden.

Am 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Zell am Ebersberg in die Gemeinde Knetzgau eingegliedert. Die Mehrheit der Zeller Bevölkerung ist Römisch-Katholisch. Katholisch gehört Zell zur Pfarreiverwaltung nach Knetzgau, evangelisch nach Westheim. Der Ort Zell a. E. hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Zu erwähnen ist zum Beispiel die Katholische Kirche zur "Unbefleckten Empfängnis Mariens". In den 1970er Jahren wurde die bis dahin bestehende, renovierungsbedürftige Kirche abgerissen, lediglich der wuchtige Kirchturm blieb erhalten. Auf dem Grundstück wurde eine neue moderne Kirche errichtet. Im Böhlgrund stand einst als Vorposten das Heidenschloss. Hier wurden die wahrscheinlich ältesten Schachfiguren Europas gefunden. Ein Denkmal am Böhlbach in der Hauptstraße zeugt von diesem Fund. Bekannt ist im Böhlgrund auch die "Königseiche", ein bereits seit Jahrhunderten alter wuchtiger Baum. Bei Wanderern und Mountainbike-Fahrern gleichermaßen beliebt ist der "Schlangenweg" auf dem Kamm der Böhlgrund-Hänge und einen schönen Anblick bietet auch das alte, rebenumrankte Steinhaus in der unteren Hauptstraße. Zell am Ebersberg ist zudem ein bekannter Weinort im fränkischen Weinanbaugebiet des Abt-Degen-Weintals. Vor allem die fränkischen Rebsorten wie Silvaner und Müller-Thurgau werden in den Hängen rund um Zell angebaut, aber auch Bacchus, Portugieser, Domina, Schwarzriesling usw. Weit über zwanzig Winzer bieten in Zell am Ebersberg ihre Eigenbauweine an, zum Teil auch in eigenen Heckenwirtschaften. Seit einigen Jahren übernehmen viele junge Winzer und Winzermeister die elterlichen Weinbaubetriebe, wodurch neue Ideen und Innovationen die Produktvielfalt und Angebote rund um den Wein um ein vielfaches erweitert wurden. Zahlreiche Wanderwege (Mainfrankenwanderweg, Panorama-Wanderweg, Marienwanderweg usw.) führen durch Zell, aber auch Touren durch den Böhlgrund oder über den Schloßberg. Zur Zeit der Weinlese und in der Federweißer-Zeit prägt Tourismus verstärkt das Ortsleben. Nach den Wandertouren werden die zahlreichen Heckenwirtschaften oft zur Einkehr genutzt.

Reges Kirchweihtreiben

Die Kirchweih wird in Zell a. E. beginnt eigentlich bereits am Donnerstag mit einer vereinsinternen Bierprobe im TSV-Sportheim. Von Freitag bis Dienstag findet im Sportheim Festbetrieb statt, auf dessen Parkplatz ein kleiner Rummelplatz eingerichtet ist. Am Samstag gehen früh die "Kerwasbuam" in den Wald, um Kirchweihbaum und "Maierli" (kleine Birken) zu holen. Nachmittags ziehen sie dann zusammen mit dem Musikverein "Zeller Musikanten" durch den Ort, um vor der Gaststätte "Zum Bach" und vor den Weinlokalen sowie Heckenwirtschaft die Birken-Bäumchen aufzustellen. Der Kirchweihbaum selbst wird am TSV Sportheim aufgerichtet. Danach geht es im Ort Zell am Ebersberg weiter mit dem bereits am Tag zuvor begonnenen Kirchweihfest. In Gaststätten und Weinlokalen sowie in den Heckenwirtschaften und im bis einschließlich Dienstag geöffneten TSV-Sportheim wird wird eine typisch-fränkische Kirchweih gefeiert, bei der besondere Schmankerl wie Bocksbraten und mehr aufgetischt werden und gute Biere sowie gepflegte Weine kredenzt werden.



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