Ebern
Verkehr

Keine Sonderregelung für Lastwagen in Ebern

Der Eberner Bauausschuss lehnte einen Antrag der Freien Wähler ab, den Schwerverkehr aus der Altstadt zu verbannen.
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An dieser Stelle, am Minikreisel der Kapellenstraße, und drei weiteren Stellen im Stadtgebiet Ebern soll nach Vorstellung der Freien Wähler die Durchfahrt in den Altstadtbereich für größere Lastkraftwagen verboten werden. Dann müsste der Schwerverkehr, wie der Kleinbus hier, nach links abbiegen. Dem folgte der Bauausschuss nicht. Helmut Will
An dieser Stelle, am Minikreisel der Kapellenstraße, und drei weiteren Stellen im Stadtgebiet Ebern soll nach Vorstellung der Freien Wähler die Durchfahrt in den Altstadtbereich für größere Lastkraftwagen verboten werden. Dann müsste der Schwerverkehr, wie der Kleinbus hier, nach links abbiegen. Dem folgte der Bauausschuss nicht. Helmut Will

Die "größten Probleme" die der Bauausschuss der Stadt Ebern in seiner Sitzung am Mittwoch behandelte, waren Verkehrsprobleme. Es ging für die Altstadt von Ebern darum, ein Verkehrsverbot für Lastwagen zu erlassen und den Schwerverkehr in Eyrichshof aus Richtung Gereuth zu verbannen.

Zunächst nahm Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (FDP), Mitglied im Bauausschuss, auf dem Stuhl des Bürgermeisters Platz, da Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) sich verspätet hatte. Als die Verkehrsprobleme anstanden, leitete Hennemann die Sitzung. Es lag ein Antrag von Stadtrat Thomas Limpert (Feie Wähler) vor, für den Schwerlastverkehr ein Durchfahrtsverbot für die Altstadt von Ebern zu erlassen.

Nach Vorstellung der FW sollte an folgenden Stellen das Durchfahrtsverbot angebracht werden: Kapellenstraße, Minikreisel beim Gasthof Gall, Klein-Nürnberg, Dorschengarten, für die Neubrückentorstraße sowie in Sandhof, Heubacher Straße und an der Georg-Nadler-Straße. Limpert begründete den Antrag damit, dass 40-Tonner im "Suchverkehr" durch die Altstadt fahren und es hier zu Behinderungen und Belästigungen der Anwohner komme. Ein- bis zweimal täglich sei das der Fall, sagte er. Lieferfahrzeuge, die weit weniger als 40 Tonnen haben, könne man vom Durchfahrtsverbot ausnehmen.

Eine klare Absage kam in einer Stellungnahme von der Polizeiinspektion Ebern, der sich auch Zweiter Bürgermeister und Verkehrsreferent Harald Pascher anschloss. Die Polizei schrieb, es passiere nur ganz selten, dass sich mal ein großes Fahrzeug in die betreffenden Bereiche verirre. Auch stünden einer Regelung wie beantragt verkehrsrechtliche Vorschriften entgegen. Im Übrigen wäre laut Polizei eine "Sperrbeschilderung" fragwürdig.

Bürgermeister Jürgen Hennemann und die Verwaltung vertraten die Ansicht, dass mit der Außenbeschilderung bereits ein Konzept vorliege und der Schwerverkehr dort entsprechend geleitet werde. Auch sei die Zahl von ein bis zwei Lkw täglich nicht realistisch. "Mit der vorhandenen 30-km/h-Beschilderung für den Altstadtbereich wird auch deutlich, dass es sich um einen Anwohnerbereich handelt", sagte der Bürgermeister. Die vorgeschlagene Regelung lasse sich aus Verwaltungssicht kaum umsetzen. Der Antrag wurde vom Bauausschuss abgelehnt.

In Eyrichshof gibt es mit Schwerlastverkehr, der aus Richtung Gereuth kommt, Probleme, vor allem an der schmalen Einmündung der Kurzewinder Straße in die Juliusallee und das besonders beim Abbiegen nach rechts in Richtung Specke/B279. Nach den Worten des Bürgermeisters ist dieses Problem bereits mit dem Landkreis besprochen worden. Will man da etwas tun, müsste man in Gereuth eine Beschilderung anbringen, dass Lkw ab einer bestimmten Tonnage nicht in Richtung Kurzewind/Eyrichshof weiterfahren dürfen. Diese müssten dann über Buch, Lichtenstein, Dürrnhof zur B279 fahren. Eine andere Möglichkeit wäre, wie es hieß, das Rechtsabbiegen von der Kurzewinder Straße in die Juliusallee zu verbieten und nur nach links in Richtung Ebern zu gestatten. Der Bürgermeister meinte: "Ich finde, das wäre auch keine gute Lösung."

Ute Barthelmann von der Verkehrsbehörde der Verwaltungsgemeinschaft Ebern verwies auf die Stellungnahme der Polizei und auf gleichartig gelagerte Fälle. Sie war der Meinung, dass eine Änderung nicht unbedingt nötig sei. Auch Harald Pascher sagte, dass man den "Schilderwald" nicht weiter vergrößern sollte. Bürgermeister Jürgen Hennemann will sich bemühen, im Gespräch mit dem Landkreis und der Gemeinde Untermerzbach das Ganze zu erörtern, um eine Lösung zu finden.

Gesprochen wurde über die geplante Photovoltaik-Freiflächenalage bei Fischbach. Zu den eingegangenen Stellungnahmen wurden Einzelbeschlüsse gefasst. Dem Stadtrat wird empfohlen, der Planung zuzustimmen. "Es handelt sich hierbei um vorbereitende Maßnahmen, um Zeitverzögerungen zu vermeiden", sagte der Bürgermeister. Baumaßnahmen fänden noch nicht statt.

Vorgetragen wurden Stellungnahmen zum Sondergebiet Sandhof, wo auf dem ehemaligen Gelände der Firma Scholz ein "Dänisches Bettenlager" entstehen soll. Der Bauausschuss fasste hierzu Zwischenbeschlüsse, damit das Vorhaben weiter betrieben werden kann.

In Heubach möchte die Firma RW Agrar GmbH eine Lagerhalle für Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfung errichten. Nach den Worten von Josef Müller von der Bauverwaltung würde das Lager innerhalb der vorhandenen Halle entstehen. Der Bauausschuss erteilte das Einvernehmen der Stadt.

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