Haßfurt
Strafprozess

Katzenliebhaberin scheint überfordert

Eine Frau aus dem südlichen Landkreis geriet mit dem Gesetz in Konflikt, weil sie Tiere verbotenerweise hielt.
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Ihre übermäßige Tierliebe brachte eine Katzenliebhaberin aus dem Steigerwald auf die Anklagebank des Amtsgerichts Haßfurt. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bamberg hielt die Frau auf einem ehemaligen Bauernhof im südlichen Landkreis zwischen Oktober und Dezember 2017 mehr als 20 Katzen, die sie drei Tage lang ohne Futter und Freigang im Haus alleine gelassen haben soll. Unter den Katzen befanden sich zwei Problemkatzen, die einem extrem hohen sozialen Stress ausgesetzt gewesen sein sollen.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung am 28. Dezember 2017 fanden Polizeibeamte und Mitarbeiter des Veterinäramts die Wohnung völlig verdreckt vor. Die Katzen hatten neben die aufgestellten Katzenklos uriniert und Kot abgesetzt. Sieben Tiere waren erkrankt. Drei von ihnen konnte nicht mehr geholfen werden. Sie verendeten wenige Wochen später in zwei Tierheimen, in die sie verlegt wurden.

Obwohl der Katzenhalterin am 7. März 2018 mit richterlichem Beschluss untersagt wurde, Katzen zu halten, hielt sie sich nicht daran. Nachbarn der Frau beobachteten Tiere, die sich nach diesem Datum in ihrem Haus aufhielten. Bei einer weiteren Hausdurchsuchung im Dezember 2018 wurden alle im Haus befindlichen Katzen beschlagnahmt.

Vor Gericht gab die Angeklagte an, dass sie niemals über 20 Katzen gehalten habe. Im Oktober 2017 habe sie zwölf Katzen von der Tierhilfe Würzburg übernommen, die dann bei ihr über einen Zeitraum von sechs Wochen blieben. Dazu habe sie damals bereits vier eigene Katzen gehabt, darunter einen "üblen Kater", den sie von einem Tierheim in der Rhön "aufgedrückt" bekommen und der sie selbst angegriffen habe. Eine weitere Katze habe einen Unfall erlitten und regelmäßig ihre Streicheleinheiten gebraucht. Den Katzen sei es gut gegangen. Sie habe sie "dick und fett gefüttert". Zudem hätten sie auf dem großen Hof mit drei Scheunen genug Auslauf gehabt.

Dass der Zustand in ihrem Haus im Dezember 2017 "furchtbar" war, räumte sie selbst ein. Futter, Katzenklos und Einstreumaterial seien Mangelware gewesen. Mindestens vier Tiere, die sie von Würzburg bekommen hatte, seien krank gewesen. Für eine Impfung habe das Geld gefehlt. Unterstützung sei dann durch Freunde im Internet gekommen.

Keine Freunde hat sich die Angeklagte hingegen in ihrer Nachbarschaft gemacht. Eine ihrer Nachbarinnen sagte im Zeugenstand, sie habe die Angeklagte bereits vor fünf Jahren gebeten, kein Katzenfutter mehr auf die Mauer ihres (der Zeugin) Grundstücks abzustellen, da dadurch nicht nur Katzen, sondern auch Ratten angelockt würden. Im vergangenen Jahr habe sie die Angeklagte darum gebeten, dass ihre Katzen ihr Geschäft nicht mehr in ihrem Garten machen sollten, was sie auch schon in anderen benachbarten Gärten getan hätten. Auf das bestehende Tierhalteverbot angesprochen, habe die Angeklagte abgewiegelt: "Das stimmt nicht". Sie sei des öfteren dienstags weggefahren und erst am Freitag- oder Samstagabend wieder heimgekommen, sagte die Zeugin. Sie sei von der Angeklagten wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung angezeigt worden, obwohl sie niemals deren Haus betreten hab, gab sie zu Protokoll.

Eine Bekannte der Angeklagten bezeugte deren übergroße Tierliebe. Sie mache "alles für die Katz'" und esse selbst nur noch Toastbrot mit Ketchup, um ihren Tieren mit ihrem geringen Einkommen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Verteidiger Willy Marquardt verwies darauf, dass die Steuerungsfähigkeit seiner Mandantin durch ihr zwanghaftes Verhalten erheblich eingeschränkt sein könnte. Dem pflichtete der Staatsanwalt bei und bestand gleichzeitig auf einem fünfjährigen Tierhalteverbot innerhalb des Hauses der Angeklagten.

Die Hauptverhandlung wurde ausgesetzt. Beim Fortsetzungstermin am 23. Juli um 13.30 Uhr soll das Gutachten von Simone Nowak, Tierärztin am Veterinäramt, gehört und ein Urteil gefällt werden.

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