Haßfurt
Waldschäden

Katastrophenstimmung in den Haßbergen

Flächendeckend erreicht hat der Borkenkäfer den Landkreis Haßberge. Das stellt Jürgen Hahn vom Forstamt Schweinfurt fest.
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Fichten: tot. Der Borkenkäfer frisst sich durch den Landkreis Haßberge und wütet besonders im Bereich Ebern.
Fichten: tot. Der Borkenkäfer frisst sich durch den Landkreis Haßberge und wütet besonders im Bereich Ebern.
Große Kahlflächen werden in den kommenden Wochen und Monaten entstehen: Dort, wo die rindenbrütenden Buchdrucker und Kupferstecher gehaust haben, ist kein Leben mehr. Die Fichtenbestände haben im Landkreis Haßberge in dem heißen und trockenen Sommer keine Chance gehen den Schädling gehabt.


Explosionsartige Offenbarungen


Die Waldbewirtschaftung hat den Kampf aufgegeben, die Schäden offenbaren sich gerade in diesen Tagen explosionsartig, wie auch der Revierförster in dem Thereser Gemeindeteil Buch, Björn Lieblein, zuständig für den Stadtwald Haßfurt und den Gemeindewald Theres, feststellt.

Ein Waldabschnitt, um den die Förster im Universitätsforstamt Sailershausen im vergangenen Jahr noch gerungen haben, ist jetzt verloren. Die Fichten sind tot. Sie müssen mit Stumpf und Stiel, vor allem mit ihrer Rinde so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft werden, damit der Käfer sich nicht noch mehr einnistet.

Das ist in den kommenden Wochen vor allem ein Problem für Privatwaldbesitzer. Sie müssen jetzt möglichst täglich kontrollieren und sich umgehend mit dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt in Verbindung setzen. Wer nichts tut, für den kann es teuer werden, denn das Amt darf Ersatzvornahme anordnen. Die geht dann auf Kosten der Waldbesitzer.


Weiträumiger Kahlschlag im Wald


Die kahlen Flächen, die in diesen Wochen und Monaten entstehen werden, müssen in den kommenden Jahren gepflegt und neu aufgeforstet werden. Der Schadensfall "zieht einen riesen Rattenschwanz nach sich", beschreibt Lieblein die künftigen Aufgaben der Waldleute. Denn der Wald ist vor allem auch: Wirtschaftsbetrieb.

Kommen nämlich bei der Naturverjüngung Pappeln und Birken nach, stehen die Forstleute vor einem Problem: Keiner will das Holz. Für die Wanderer bedeutet das Schaffen und Arbeiten im Wald in den nächsten Wochen Hemmnisse. Die Förster wünschen sich Verständnis.

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