Gädheim
Maßnahmenpaket

Kanalsanierung in Greßhausen geht ins Geld

Gädheim will viel bewegen in den kommenden Jahren. Für Kanalsanierung, Dorferneuerung und ein Gerätehaus für die Feuerwehr wird die Gemeinde aber auch tief in die Taschen greifen müssen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Schock für den Gemeinderat Gädheim war die Nachricht, dass der Kanal und alle Hausanschlüsse in der Kreisstraße in Greßhausen zwischen Feuerlöschteich und Kastanien komplett erneuert werden müssen.Ulrike Langer
Ein Schock für den Gemeinderat Gädheim war die Nachricht, dass der Kanal und alle Hausanschlüsse in der Kreisstraße in Greßhausen zwischen Feuerlöschteich und Kastanien komplett erneuert werden müssen.Ulrike Langer
+3 Bilder

Große Aufgaben muss beziehungsweise möchte die Gemeinde Gädheim in den kommenden Jahren bewältigen. Dazu zählen die Dorferneuerung in Ottendorf, der Bau eines neuen Bauhofes und eines Feuerwehrgerätehauses für die neu formierte Freiwillige Feuerwehr Gädheim-Ottendorf in Gädheim sowie die Kanalsanierung in Greßhausen. Mit all diesen Themen beschäftigte sich der Gemeinderat am Montagabend.

Als "herben Schlag" bezeichnete Bürgermeister Peter Kraus die Erkenntnis, dass in Greßhausen der gesamte Kanal in der Straße vom Feuerlöschteich bis zu den Kastanien komplett erneuert werden muss. Bei der TV-Befahrung der Kanäle wurden nicht nur "neue" Kanalstränge entdeckt. Es stellte sich auch heraus, dass die Schäden am Kanal und an den Hausanschlüssen enorm sind.

"Das ist ein Szenario, das wir so nicht erwartet haben", so Peter Kraus, "doch wir müssen diese Aufgabe angehen." Geplant ist, die Kanalerneuerung durchzuführen, wenn der Landkreis die Kreisstraße saniert.

Ein weiteres Großprojekt ist die Dorferneuerung in Ottendorf. Dazu hatten sich 13 Gemeinderäte und Bürger in der Schule für Flur- und Dorfentwicklung in Klosterlangheim getroffen, um die Ist-Situation zu analysieren und die Ziele zu definieren. Der Bürgermeister betonte, dass der Gemeinderat entscheiden müsse, ob er eine punktuelle oder eine umfassende Dorferneuerung anstrebe.

Im ersten Fall liege der Zuschuss bei höchstens 250 000 Euro und das Verfahren könne recht zügig abgewickelt werden. Im zweiten Fall gebe es mehr Fördermöglichkeiten, doch die Dauer erstrecke sich über mehr als zehn Jahre. Auch könne die Dorferneuerung erst begonnen werden, wenn die Pfarrei die St. Jodokus-Kirche außen saniert habe. Kraus teilte mit, dass am 28. September um 19 Uhr im Sportheim in Ottendorf eine Bürgerversammlung stattfinden werde, um das Thema mit den Ottendorfern zu besprechen. Sie seien eingeladen, ihre Ideen vorzubringen.

Das dritte Vorhaben bezieht sich auf den Neubau des Bauhofs und eines Feuerwehrgerätehauses unterhalb der Schule in Gädheim. Denn der bestehende Bauhof ist laut Bürgermeister nur noch ein Notbehelf, auch die Feuerwehrgerätehäuser in Gädheim und Ottendorf seien in schlechtem Zustand. Kraus teilte mit, dass derzeit die Vorplanung und die Erstellung eines Raumkonzepts liefen. Ein Planungsteam aus Mitgliedern des Bauausschusses und der Feuerwehren werde sich mit dem Kreisbrandrat um das weitere Vorgehen kümmern.

Geplant sei, mehrere Feuerwehrgerätehäuser zu besichtigen, Architekten zur Vorstellung einzuladen, ein Konzept auszuarbeiten, die Entwurfsplanung zu erstellen, im Gemeinderat eine Entscheidung zu fällen und Zuschussanträge zu stellen. 2020 solle dann der Bau beginnen.

Peter Kraus stellte dem Gemeinderat auch das Förderprogramm für Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz der Allianz Main & Haßberge vor. Es regelt, unter welchen Bedingungen die Mitgliedskommunen Haßfurt, Königsberg, Theres, Wonfurt und Gädheim Zuschüsse bei Investitionen zur Erhaltung und Nutzung vorhandener Bausubstanz oder zur Schaffung neuer Bausubstanz in den Ortskernen gewähren. Ziel ist es, leerstehende Gebäude zu revitalisieren.

Allerdings bestimmt jede Kommune die Förderfähigkeit und die Maximalförderung eigenständig. So wird die Gemeinde Gädheim den Kauf eines Gebäudes nicht fördern. Förderfähig sind aber zum einen die Bausubstanz, die einer neuen Wohn- und/oder Gewerbenutzung zugeführt wird, und zum anderen der Abbruch eines Gebäudes.

Der Bauherr muss mindestens 35 000 Euro investieren und kann höchstens 10 000 Euro Förderung erhalten. Pro Kind erhöht sich der Förderbetrag um zehn Prozent, höchstens jedoch um 30 Prozent

Damit zeigten sich die Gemeinderäte einverstanden. Ob die Gemeinde auch Beratungsgutscheine ausgibt, wird in einer späteren Sitzung entschieden.

Am 3. Oktober richtet die Gemeinde Gädheim wieder den traditionellen Bauernmarkt unter der Leitung von Klaus Sterlings aus. Peter Kraus erklärte, dass dieses Mal sämtliche Essens- und Getränkestände im westlichen Teil der Hauptstraße angesiedelt würden. Die Kaffeebar des Kindergartens werde im Feuerwehrgerätehaus eingerichtet. Im Kindergarten selbst werde es wieder ein reichhaltiges Angebot für die Kinder geben.

Der Rückblick auf das zweiwöchige Ferienprogramm der Gemeinde fiel sehr positiv aus. Die 35 Kinder hatten viel Spaß bei den Aktionen und dem Ausflug.

Peter Kraus teilte mit, dass die Feldgeschworenen ab sofort eine Vergütung in Höhe von elf Euro pro Stunde erhalten. Weiter gab er an, dass nach der Fertigstellung des Sandabbaus westlich von Gädheim eine Ortseinsicht mit allen betroffenen Grundstückseigentümern und der Firma Newo-Bau stattgefunden habe, um das weitere Vorgehen in Bezug auf die teilweise fehlenden Grenzsteine und die Wiederherstellung der Feldwege zu klären. Aktuell stehe noch ein Termin mit dem Vermessungsamt aus, bei dem die Grenzsteine neu gesetzt werden sollen.

Er dankte dem Caritasverein, der auf eigene Kosten das untere Bad in der Kindertagesstätte in den Sommerferien komplett erneuert hatte. Neben einer zusätzlichen Toilette, einem zusätzlichem Wasserhahn und einer neuen Dusche wurde eine Spülvorrichtung eingebaut. Insgesamt lagen die Kosten bei knapp über 22 000 Euro.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren