Eltmann
Solidarität

Junge Eltmannerin schnitt Zöpfe für den guten Zweck ab

Die 15-jährige Maria Förtsch spendete ihr langes Haar, um damit krebskranken Menschen zu helfen.
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Maria hat sich an ihre neue Frisur gewöhnt und hat ein gutes Gefühl bei dem Gedanken, dass sie zu einem guten Zweck beigetragen hat.  Sabine Weinbeer
Maria hat sich an ihre neue Frisur gewöhnt und hat ein gutes Gefühl bei dem Gedanken, dass sie zu einem guten Zweck beigetragen hat. Sabine Weinbeer
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Maria hat eine neue Frisur. Nun, 15-Jährige machen das manchmal, die Frisur zu ändern. Aber die meisten weiblichen Teenager wollen derzeit lange Haare, so lang wie möglich. Die von Maria waren richtig lang, jetzt sind sie sage und schreibe 36 Zentimeter kürzer. Warum darüber die Medien schreiben? Weil Maria ihre Haare gespendet hat und damit krebskranke Kinder unterstützt.

Elisabeth Müller-Förtsch ist die Mutter von Maria und im Winter sah sie im Bayerischen Fernsehen einen Beitrag über Würzburger Friseure, die gespendete Haare sammeln für den "Bundesverband Zweithaar-Spezialisten". Dieser versteigert die Haare, die zu Echthaarperücken verarbeitet werden, und der Erlös fließt in Projekte, die krebskranke Menschen unterstützen. Im vergangenen Jahr war das Klinikclown-Projekt des Kabarettisten und Arztes Dr. Eckart von Hirschhausen der Nutznießer der Aktion.

Von dem Projekt erzählte Elisabeth Müller-Förtsch ihrer Tochter Maria. Die ist mit tollen, kräftigen Haaren beschenkt, naturrot und gesund. Tönung hat sie noch nie gebraucht - eine Grundvoraussetzung für die Haarspende ist nämlich, dass die Haare nicht chemisch behandelt sind. "Die Haare waren toll, aber das Waschen und anschließende Trocknen schon extrem aufwendig," erzählt die Mama im Rückblick.

Mit dem Hinweis auf die wohltätige Aktion setzte die Mutter bei Maria etwas in Gang. Sie ist in einer Familie aufgewachsen, in der man sich sozial engagiert, einen Blick für den Nächsten hat, und so reifte ihr Entschluss: "Wenn man anderen Menschen damit etwas Gutes tun kann, dann mache ich da mit".

Voraussetzung war natürlich, dass eine ordentliche Frisur übrig bleibt. Deshalb kam für das Abschneiden nur der gewohnte Friseursalon in Frage. Dieter Schömig und seine Frau waren sofort dabei, erkundigten sich wie Elisabeth Müller-Förtsch nach der Organisation und deren Seriosität - und nach den Richtlinien, damit die Haare auch wirklich weiterverwendet werden können. Dieter Schömig erinnerte sich an seine Ausbildungszeit, in der das Knüpfen von Haarteilen noch ganz selbstverständlich vermittelt wurde. Auch bestätigte er Maria, dass die meisten Perücken aus asiatischem Haar geknüpft werden. Europäisches Haar ist selten und erzielt bei solchen Auktionen daher gute Preise.

Normalerweise spendet eine Frau einen Zopf. Marias dicke Haare mussten in zwei Zöpfen abgeschnitten werden, damit die Schere das auch schafft. Mama hat sie mittlerweile eingeschickt und Maria hat noch immer über kinnlanges Haar. Die ersten Begegnungen mit dem Spiegel waren schon "gewöhnungsbedürftig", gibt sie zu, aber insgesamt sei es ein schönes Gefühl, so eine besondere Spende gemacht zu haben.

Die Reaktionen in der Schule waren unterschiedlich. Vor allem Jungs waren eher kritisch, "aber die Mädchen finden die kürzeren Haare auch schick", erzählt die Jugendliche. Allerdings hat Maria den tieferen Sinn hinter ihrem so einschneidenden Friseurbesuch bisher für sich behalten. "Das erfahren die alle erst durch die Schülerzeitung und durch diesen Artikel", lächelt sie. Sie will natürlich auch ein bisschen Werbung machen für den guten Zweck. Vielleicht finden sich Nachahmer.

Für sich selbst ist Maria Förtsch schon ein Stück weiter: "Das könnte man schon alle drei Jahre machen, wenn die Haare wieder nachgewachsen sind", sagt sie.

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