Haßfurt
Bauprojekt

Jahrelange Geduld zahlt sich aus: Haus Sankt Bruno in Haßfurt von Bischof Jung eingeweiht

Das Haus Sankt Bruno in Haßfurt wurde durch einen Festgottesdienst von Bischof Franz Jung eingeweiht. Das neue Konzept macht das einstige Seniorenheim zum "Zukunftslabor".
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Bischof Franz Jung segnet die Kapelle im Sankt Bruno Haus in Haßfurt.  Foto: Jutta Rudel
Bischof Franz Jung segnet die Kapelle im Sankt Bruno Haus in Haßfurt. Foto: Jutta Rudel
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In der Haßfurter Stadtpfarrkirche fand gestern ein ganz besonderer Gottesdienst statt, mit Lokalpolitikern in der ersten Reihe, einer Liveübertragung ins Seniorenheim Sankt Bruno und einem Geistlichen, der hier noch nicht hinter dem Altar stand: "Der Bischof ist heute in der Stadt", tuschelten aufgeregt die Bürger, als die Kirchglocken erklangen. Der rund zweistündige Festgottesdienst mit Bischof Franz Jung war sehr gut besucht. Der Grund für das Spektakel? Das Caritas-Gebäude Sankt Bruno wurde nach fünf Jahren Bauzeit offiziell eingeweiht und gesegnet.

Zukunftsweisende Einrichtung

"Es ist ein Musterprojekt", verkündete der Bischof. Denn mit dem neuen Konzept "Caritas und Kirche unter einem Dach" sind dort nun nicht nur das Seniorenheim, sondern auch Beratungsstellen und Sozialstationen untergebracht. Darunter sind auch kirchliche Einrichtungen wie die Familienseelsorge, der Pfarrbriefservice oder der Malteser Hospizdienst angesiedelt. Die Einrichtung sei "wie ein gesellschaftlicher Seismograph", so Bischof Franz, die Nöte und Bedürfnisse der Gesellschaft spiegeln sich im Beratungsangebot der Einrichtung wider.

Dabei ist das neue Konzept "nicht nur eine Chance, sondern auch ein Auftrag", wie der Bischof betonte. Denn durch die Zusammenlegung müssen Doppelungen abgebaut und Vernetzung geschafft werden. Er sieht das Haus Sankt Bruno daher als "Zukunftslabor" mit Vorbildcharakter. "Es ist ein Haus der Betreuung, Begegnung und Beratung. Ein Konzept, das zu Recht als Leuchtturm betitelt ist", sagte auch Landrat Wilhelm Schneider.

Hohe Kosten, lange Bauzeit

Im Jahr 2013 stand das Projekt vor vielen Hürden, wie Johannes Simon, Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes, sagte. Er erinnerte an den damals drohenden Leerstand der Dachgeschosse und neue Brandschutzauflagen. "Das Projekt brauchte Mut und Weitsicht innerhalb und außerhalb der Kirche." Denn die Generalsanierung kostete rund 13 Millionen Euro. Damals wurde überlegt, ob diese Investition notwendig ist, wie Domkapitular Clemens Bieber sagte. Es stand die Alternative im Raum, eine Einrichtung komplett neu außerhalb der Stadt zu bauen. Landrat Schneider sagte dazu: "Ich bin dankbar, dass nicht auf der grünen Wiese gebaut wurde, was sicherlich einfacher und günstiger gewesen wäre". Im Mai 2013 ist der Startschuss gefallen. Seitdem wurde im laufenden Betrieb saniert und Straßen wurden gesperrt. Eine lange Belastungsprobe für Bewohner, Personal und Anwohner.

Clemens Bieber sprach von einem "Hürdenlauf der Baugenehmigung". Eine statische Herausforderung sei die Kapelle inmitten des Hauses gewesen. Um Kosten zu sparen, wurde die dritte Etage zur kirchlichen Nutzung freigegeben, die Gebäudeflügel wurden verbunden. "Die knappen finanziellen Ressourcen bewirkten Kreativität."

Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner zeigte sich erfreut, dass die Versorgungsqualität der Stadt gesichert ist. "Die rund 100 Arbeitsplätze sind gut für die Region und für die Wirtschaft." Letztlich betonten aber alle, dass es vor allem darum geht, den Bewohnern einen schönen Lebensabend im Herzen der Stadt zu ermöglichen.

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