Laden...
Haßfurt
Austausch

In Tagen der Not gab es im Landkreis Haßberge Hilfe

Ein albanisches Geschwisterpaar fand einst mit seinen Eltern in Haßfurt Zuflucht und schließlich auch Freunde. Nach Jahren gab es dank Lions-Club und "Haßfurt hilft" ein Wiedersehen. Xhulio und Hilendi freuten sich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zurück zu den Wurzeln: Nach 15 Jahren haben die albanischen Jugendlichen Xhulio und Hilendi Nurja (von rechts) den Landkreis Haßberge besucht, den sie einst als Asylbewerber kennenlernten. Harry Riegel und der Westheimer Gastvater Walter Becker (links) halfen.  Foto: cr
Zurück zu den Wurzeln: Nach 15 Jahren haben die albanischen Jugendlichen Xhulio und Hilendi Nurja (von rechts) den Landkreis Haßberge besucht, den sie einst als Asylbewerber kennenlernten. Harry Riegel und der Westheimer Gastvater Walter Becker (links) halfen. Foto: cr
"In Deutschland hatte ich eine sehr schöne Zeit", erinnert sich Hilendi Nurja zwar vage und in gebrochenem Deutsch - aber dennoch. 1998 war die 15-Jährige mit Bruder Xhulio (18) und den Eltern Arben und Suzana als Flüchtlinge von Albanien nach Deutschland gekommen.
Vor Kurzem haben die Jugendlichen den Landkreis Haßberge nach Jahren wieder besucht. In der Nähe waren sie eh im internationalen Camp am Ellertshäuser See und in Hammelburg. Dort trafen sie sich je eine Woche mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern.
Das Treffen mit alten Bekannten aus frühester Kindheit in Haßfurt und Umgebung ist auf Initiative von Harry Riegel zustande gekommen. "Es ist quasi ein Mix aus Lions-Club und ,Haßfurt hilft‘", erklärte Walter Becker. Der pensionierte Arzt aus Westheim und seine Frau sind für ein paar Nächte Gasteltern für die Jugendlichen.
Sowohl die Lions wie "Haßfurt hilft" engagieren sich in Albanien. Die restlichen zwei Wochen haben Hilendi und Xhulio in der Familie von Wilhelm Wolpert in Haßfurt verbracht. "Ohne Hab und Gut sind wir in Haßfurt angekommen und gut aufgenommen worden", erinnert sich Xhulio in gepflegtem Deutsch.

Ein Engel namens Rita

Bevor die Familie aus Shkodra in Albanien nach Haßfurt kam, wohnten sie kurz in einer Asylunterkunft in Würzburg. Xhulio war schon etwas älter als seine Schwester und hat noch ganz gute Erinnerungen an die Zeit in Haßfurt, wo sie am Gries wohnten. Die Familie Schramm aus Steinsfeld hatte sich den Asylanten besonders angenommen. Vor allem die bereits verstorbene Rita Schramm war der gute Engel für die Nurjas. Rita Schramm hatte die in Tränen aufgelöste Mutter Suzana auf der Mainbrücke in Haßfurt angetroffen und sich der albanischen Familie erbarmt. Von Kochtöpfen über die verschiedensten Haushaltsutensilien haben Rita und Ludwig Schramm alles gesammelt und der Familie zur Verfügung gestellt. Die Nurjas wären gerne in Deutschland geblieben, wie Xhulio berichtet. Aber nachdem sich die Lage in Albanien wieder gebessert hatte, musste die Familie nach dem Asylrecht dorthin zurückkehren. Hilendi besuchte den Kindergarten und Xhulio die Schule. Xhulio hat nun das albanische Abitur in der Tasche und möchte sogar in Deutschland studieren, eventuell Medizin, wie er erzählt.

Freunde von früher besucht

Besonders freuten sich beide, dass sie nun so liebevoll aufgenommen wurden und mit den Bekannten aus der früheren Zeit viel unternehmen durften. Ob Nürnberg, Rothenburg, Würzburg, Bamberg, Coburg, Fulda oder Geiselwind - es war ein volles und tolles Programm für die Jugendlichen hier im Landkreis. Doch jetzt geht es noch für je eine Woche an den Ellertshäuser See und danach noch eine Woche an die Bayerische Musikakademie nach Hammelburg. Dort werden die Jugendlichen kochen, tanzen und Volkslieder vortragen. Zum Abschluss sind dann die Gasteltern eingeladen, um sich ein Bild zu machen, was ihre Schützlinge so alles in der Zeit in Deutschland gelernt haben.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren