Sand am Main
Sport

In Sand fliegen die Buggys

Im Miniaturformat, aber mit bis zu 80 Sachen pro Stunde flogen am Wochenende die Modellautos über die Rennstrecke.
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Dröhnende Motoren auf der einen, eher sanftes Summen auf der anderen Seite: Auf dem Sander "Hermannsberg" waren am Wochenende wieder die "Buggys " los. Sowohl Verbrenner der Klasse OR8, als auch bis zu 2000 Watt starke Elektroflitzer der Klassen ORE8 - jeweils Maßstab 1:8 - drehten beim zweiten von insgesamt drei Qualifikationsrennen des Deutschen Minicar Clubs für die Deutsche Meisterschaft 2019 ihre Runden. Mit bis zu 80 Stundenkilometern.

Unter den mehr als 80 Fahrerinnen und Fahrern, die das ausrichtende "RC Car Buggy Team" des Motorsportclubs (MSC) begrüßen konnte, waren auch einige Lokalmatadoren sowie Teilnehmer der "Offrad Freunde Haßfurt". Während Andreas Jürgen in der Kategorie "Hobbylauf" bei den Verbrennern am Ende ganz oben auf dem Treppchen stand, konnte sich MSC-Presswart Bruno Keeß über den fünften Platz freuen. Teamkollege Reiner Wendorff fuhr auf Platz 7. Markus Sterzinger, Ralf Kilian und David Adams (alle Haßfurt) erreichten die Plätze drei, sechs und neun.

Wenn der Akku streikt...

Jonas Bauer vom MSC Sand startete in der Kategorie "Expert" derweil gleich doppelt. Auf den sehr guten vierten Platz fuhr der 20-Jährige mit seinem Elektro-Buggy. Etwas schlechter lief es mit dem Verbrenner, denn ausgerechnet im Finallauf gab sein Akku "den Geist auf", wie er enttäuscht feststellen musste. So musste er sich am Ende also mit Platz 11 zufrieden geben.

Warm up für Europameisterschaft

Für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft 2019 dürfte dies freilich keine Rolle spielen, schließlich qualifizieren sich die besten 20 Fahrer und Fahrerinnen. Trotzdem soll es am kommenden Wochenende wieder besser laufen. Der gelernte KFZ-Mechatroniker nimmt dann in Italien am sogenannten "Warm up" für die Europameisterschaft A teil, für die er bereits qualifiziert ist. Hajo Sauer vom MSC schaffte derweil in der Elektroklasse Rang 16 während die Haßfurter Teilnehmer Stefan Hartenberger die Ränge 7 (Stefan Hartenberger), 9 (Oliver Helfrich) und 30 (Marko Hartenberger) belegten. Dem dritten Hartenberger-Bruder, Mirko, gelang bei den Verbrennern Platz 26.

Sieger in der Elektroklasse wurde wieder einmal Micha Widmaier vom MCC Nufringen, gefolgt von Tim Kraus und Alexander Schmitt. Bei den Verbrennern hatte Carsten Keller die Nase vorn vor Micha Widmaier und Aaron Münster.

Neue LED-Anzeigentafel

Ihrem guten Ruf als perfekte Gastgeber und Ausrichter eines Rennwochenendes machten die Mitglieder des MSC Sand wieder einmal alle Ehre. MSC-Spartenleiter Ralf Bauer, der Vater von Jonas, und viele weitere Mitglieder, hatten nicht nur die 270 Meter lange Rennstrecke bestens hergerichtet.

Mit ihrer neuen, selbst gebauten LED-Anzeigentafel sorgten sie auch dafür, dass die Zuschauer die einzelnen Rennen sowie die aktuellen Platzierungen immer fest im Blick hatten.

Hochwertige Rennen

Demnach löste sich auch die Anspannung bei Ralf Bauer. Denn trotz der Routine, ist der 47-Jährige immer noch "ein bisschen nervös". Im Vorfeld gibt es immer viel zu tun. "In erster Linie muss die Strecke immer in einem hervorragenden Zustand sein. Deswegen kommen die Leute schließlich so gerne nach Sand, weil sie genau dies schätzen. Sie wissen auch, dass Zeitnahme und Rennleitung stets wunderbar funktionieren und sehr hochwertige Rennen stattfinden."

Nachwuchs fehlt

Ralf Bauer könnte demnach rundum zufrieden sein. Ist er aber nicht ganz, denn dem MSC Sand fehlt es - wie leider bei ganz vielen Vereinen und Gruppierungen - an Nachwuchs. Zwar ist neben Sohn Jonas auch dessen zwei Jahre jüngerer Bruder Luca aktiv.

Dennoch würde er sich über neue junge Mitglieder freuen. "Eigentlich ist der Modell-Rennsport ein sehr technisches Hobby und jedes Kind und jeder Jugendliche träumt doch immer noch von einem ferngesteuerten Auto", kann Ralf Bauer die negative Entwicklung nicht ganz nachvollziehen. "Aber es gibt im Handy-Zeitalter einfach zu viele andere Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Das ist das Problem."

Er würde sich freuen, wenn die jungen Leute wieder Interesse zeigen und hofft auf Nachfragen. "Jeder der es einmal ausprobieren will, kann auch einmal fahren. Natürlich kostenlos und unter fachmännischer Anleitung."

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