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In der Qualitätskontrolle bei Coca Cola in Knetzgau: Die inneren Werte müssen passen

Coca-Cola Deutschland ist das größte deutsche Getränkeunternehmen (nach Volumen) und produziert seit 40 Jahren in Knetzgau. Ein Besuch.
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Eine der Produktionslinien in der Abfüllerei in Knetzgau. Hier laufen frisch befüllte Mehrwegflaschen über das Band, einen Produktionsschritt vorher ging es durch die Waschmaschine. Fotos: Andreas Lösch
Eine der Produktionslinien in der Abfüllerei in Knetzgau. Hier laufen frisch befüllte Mehrwegflaschen über das Band, einen Produktionsschritt vorher ging es durch die Waschmaschine. Fotos: Andreas Lösch
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Der Kunde erwartet gleichbleibend hohe Qualität: Sein Lieblingsgetränk soll immer so schmecken, wie er es gewohnt ist. Ausbilder und Produktionsleiter Norbert Röder stellt sicher, dass seine Azubis bei Coca Cola in Knetzgau diesen Grundsatz von Anfang an verinnerlichen.

Dass die angehenden Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, die dem Fränkischen Tag ihren Ausbildungsberuf vorstellen, das auch ernst nehmen, sieht, wer ihnen bei der Arbeit zuschaut: Michelle Lawson, 18 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr, steht an einer der Produktionslinien in der Abfüllerei und schnappt sich eine frisch befüllte Getränkeflasche. Sie spannt die Flasche in eine Maschine ein, die den Drehverschluss automatisch öffnet, schaut sich den Wert an und erklärt dem Reporter: "Die Flasche muss sicher geschlossen sein, aber leicht zu öffnen."

Störungen beheben, warten

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Ist sie zu fest zugeschraubt, kann der Kunde sie nur schwer oder gar nicht öffnen, ist sie zu locker geschraubt, könnte Flüssigkeit auslaufen. Stellt Michelle einen Wert fest, der nicht im Toleranzbereich liegt, machen sie und ihre Kollegen sich daran, den Fehler zu suchen und zu beheben.

Auch das gehört zum Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik: Die Bedienung der Apparate in der Produktion, Störungsbehebung, kleinere Reparaturen und vorbeugende Instandhaltung (warten, schmieren, reparieren), erklärt Ausbilder Röder. "Es ist ein Allrounderjob, bei dem man technisches Verständnis benötigt."

Das Aufgabengebiet erstreckt sich über die Bereiche Sirupherstellung, Produktion und Labor. Im Labor zeigt Elisabeth Alberti (23, drittes Lehrjahr), wie sie den Kohlenstoffdioxidgehalt ( CO2, umgangssprachlich Kohlensäure) in einer Getränkeflasche misst. Das moderne Gerät erkennt den Druck und die Temperatur des Getränkes und berechnet die Werte automatisch. Dann übermittelt es sie an einen Computer. Vor einigen Jahren noch, erklärt Ausbilder Röder, habe man die Temperatur selbst messen, den Druck an einer analogen Skala ablesen und den CO2 -Gehalt mit einer Formel berechnen müssen. Dann wurde alles auf Papier dokumentiert.

Auch das lernen die Azubis während der Ausbildung: Wie sich der Beruf in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat und welche Schritte früher notwendig waren und wie es heute funktioniert.

Denn das Ziel ist nach wie vor das gleiche: Ein hohe Produktqualität gewährleisten, nur dass heuer noch genauer und schneller gemessen wird. "Man kann sagen, dass sich das Berufsfeld in den letzten Jahren technologisch stark entwickelt hat", erklärt Christina Witt, Pressesprecherin bei Coca Cola Deutschland. Zum einen seien die Messverfahren genauer, zum anderen werde weniger manuell gearbeitet, sondern automatisiert und computergestützt.

3,5 Millionen Flaschen täglich

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In Knetzgau werden 15 verschiedene kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke aus dem Coca-Cola-Markenportfolio hergestellt, abgefüllt und ausgeliefert. 3,5 Millionen Flaschen verlassen täglich die Produktion, erklärt Witt. Pro Jahr ergibt das eine Menge von 500 Millionen Litern Getränke, die in Gefäße der Größenordnung von 0,2 bis zwei Liter abgefüllt werden.

Den Fachkräften für Lebensmitteltechnik kommt dabei hohe Verantwortung zu. Wer sich für den Beruf interessiert: Für das Ausbildungsjahr ab September 2019 sind bei Coca Cola Knetzgau zwei Stellen ausgeschrieben. "Man kann sich jetzt schon bewerben", sagt Witt.

Fakten zu Coca Cola Knetzgau

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Standort Knetzgau ist einer von 16 Produktionsstandorten der "Coca Cola European Partners Deutschland" (CCEP DE, Hauptsitz in Berlin), die zu "Coca Cola European Partners" (CCEP) gehört.

Mitarbeiter In Knetzgau sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. CCEP hat insgesamt rund 23 500 Mitarbeiter in 13 Ländern.

Daten Die Betriebsfläche in Knetzgau beträgt 200 000 Quadratmeter; es ist einer der größten Produktionsstandorte von Coca-Cola in Deutschland, das Produktionsvolumen liegt bei rund 500 Millionen Liter (66 Millionen Kisten) im Jahr 2017; mit den dort produzierten kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken werden Ober- und Unterfranken als Kerngebiet sowie weitere Teile Süddeutschlands versorgt.

Produktionslinien In Knetzgau gibt es fünf Produktionslinien für die Abfüllung von Glas- und PET-Flaschen.



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