Haßfurt
Gericht

Imponiergehabe kommt teuer: Sportverein will Schaden von etwa 7000 Euro ersetzt bekommen

Zwei 19-Jährige drehten mit jungen Damen auf dem Beifahrersitz mit Autos auf einem nassen Sportplatz Kreise. 400 Euro Geldauflage sind die erste Quittung.
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Ihr pubertäres Imponiergehabe kommt zwei 19-Jährige teuer zu stehen. Mit ihren Autos drehten sie auf einem nassen Sportplatz mehrere Runden und richteten dabei großen Schaden an. Das Jugendgericht verurteilte die Halbwüchsigen wegen Sachbeschädigung zu jeweils 400 Euro Geldauflage. Damit ist es für die Heranwachsenden aber nicht getan: Sie müssen nun damit rechnen, dass der Sportverein mit vierstelligen Schadensersatzforderungen auf sie zukommen wird.

Laut der von Staatsanwältin Franziska Winkler verlesenen Anklageschrift ereignete sich die Tat am 16. März dieses Jahres kurz nach Mitternacht auf dem Sportplatz von Krum. Einer der Burschen fuhr einen Opel Omega, der später hinzukommende zweite Spaßfahrer einen VW Golf. Der Opel war voll besetzt, und auf dem Beifahrersitz befand sich eine aufgeweckte 18-Jährige mit langen dunklen Haaren. Auch neben dem Golf-Fahrer saß eine junge Frau. Dass jeweils eine weibliche Begleiterin anwesend war, hat die Angeklagten wohl "animiert, sich in Pose zu setzen", meinte Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich.

Im Prinzip waren die beiden in einer Ausbildung stehenden Teenager geständig, und der Opel-Fahrer bezeichnete sein Verhalten ziemlich kleinlaut als "reine Dummheit". Als er damals in dem matschigen Boden steckengeblieben war, versuchten er und seine Freunde erst mal, durch unter die Reifen gelegte Holzstücke und mittels der Fußmatte das Auto wieder rauszubekommen. Aber das ging schief, und der Wagen saß schon fast auf der Achse auf. Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als telefonisch Hilfe zu holen.

Tiefe Reifenspuren entstanden

Zu diesem Zweck klingelte er einen seiner Wohnungsnachbarn aus dem Bett. Aus Gutmütigkeit schlüpfte der 28-jährige Angerufene tatsächlich schlaftrunken in seine Hose und setzte sich in seinen Wagen. Am Tatort angelangt, gelang es ihm mit Mühe und Not, den Havarierten mit seinem Abschleppseil herauszuziehen. "Ich wollte ihm halt aus der Patsche helfen", sagte der Nachbar im Zeugenstand.

Dass sowohl auf dem Fußball- und noch mehr auf dem Trainingsplatz ein immenser Schaden durch die tiefen Reifenspuren entstanden war, bestätigte der Vorsitzende des Sportvereins. Auf Nachfrage von Jugendrichter Martin Kober erklärte er, dass auf dem Hauptplatz zwei bis drei Kreise und auf dem Nebenplatz noch mehr Spuren und tiefe Löcher vorhanden waren. Bisher, berichtete er weiter, sei von einer Fachfirma nur das eigentliche Spielfeld wieder instandgesetzt worden. In einem aufwendigen Verfahren wurde der Platz gewalzt, gesandet, belüftet und gefüllt.

Noch seien nicht alle Rechnungen eingegangen, aber der Gesamtschaden belaufe sich auf etwa 7000 Euro. Wenn das strafrechtliche Verfahren mit einer Verurteilung endet, werde der Sportverein auf zivilrechtlichem Wege versuchen, dieses Geld im Rahmen einer Schadensersatzforderung wieder einzutreiben, sagte der Sportfunktionär.

Kein Grund zur Freude

In ihrem Plädoyer beantragte die Staatsanwältin eine Geldauflage von jeweils 800 Euro. Obwohl der Jugendrichter diesen Betrag in seinem rechtskräftigen Urteil reduzierte, haben die Verurteilten keinen Grund zur Freude. Hinsichtlich der drohenden hohen zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche empfahl Kober den beiden Burschen dringend, sich mit dem Sportverein in Verbindung zu setzen und eine außergerichtliche Einigung anzustreben.

Mit den Worten: "Da hinten sitzt der Vorsitzende. Am besten gehen Sie gleich zu ihm hin", schloss er die Verhandlung.

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