Ebern
Schule

Im neuen Betreuungsbereich lässt sich's aushalten

Seit mehr als 50 Tagen haben die Kinder der Eberner Grundschule ihr neues Betreuungsgebäude zur Verfügung. Sie fühlen sich dort sehr wohl.
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Erika Freibott (rechts) ist schon lange dabei. Sie  sitzt  mit (von links) Joshua, Hasan und Ella in Teamarbeit bei den Hausaufgaben.
Erika Freibott (rechts) ist schon lange dabei. Sie sitzt mit (von links) Joshua, Hasan und Ella in Teamarbeit bei den Hausaufgaben.
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59 Tage sind es seit die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ebern mit der Mittags- und Hausaufgabenbetreuung von der Akademie ins neue Betreuungsgebäude für die Grundschule Ebern eingezogen ist. "Ich glaube, wir sind jetzt angekommen. In letzter Zeit mussten wir viel umziehen", sagt Maria Treiber, Teamleiterin bei der Awo in der Mittagsbetreuung. Sie und ihre Kolleginnen fühlen sich wohl in dem neuen Gebäude, dem das legendäre Kujathaus weichen musste. Aber auch etwas Wehmut schwingt bei einigen Betreuerinnen und bei Kindern mit, wenn sie von der "Villa Kunterbunt" sprechen, wie das ehemalige Kujathaus genannt wird.

Gegen 14 Uhr wird es ruhig im neuen Gebäude, gelegen zwischen der Straße Am Bahnhof und der Walk-Strasser-Anlage. Das Mittagessen für die Ganztagsklassen ist ausgegeben, diese Schüler haben sich bereits wieder auf den Weg in die Grundschule gemacht.

Im Erdgeschoss ist das Klappern von Geschirr zu hören. Olga Hurko ist damit beschäftigt, die Theke abzuräumen und zu säubern. Alles blitzt. "Ich muss Essen ausgeben, es ist eine schöne Arbeit", sagt Olga, die aus Russland stammt. Eingestellt wurde sie, als die Mittagsbetreuung in der Akademie war.

Sie freut sich, wenn die Kinder an die Theke kommen, um ihr Essen in Empfang zu nehmen. "Ja, im anderen Haus ging es auch, aber hier ist alles neu und schön, und die Arbeit ist gut", sagt Olga.

Im hinteren Bereich steht Helga Freibott. Sie holt gespültes Geschirr aus der Maschine, räumt benutztes ein und setzt den Spülgang in Betrieb. "Ja, wir haben uns langsam hier eingewöhnt, die Küche ist spitze, das passt." Für die Mitarbeiterinnen sei es in dieser Küche schon leichter, zu arbeiten als im ehemaligen Kujathaus und in der Akademie, wo man während der Bauphase des neuen Gebäudes untergebracht war. Das Kujathaus sei zwar spitze gewesen, aber das wäre vorbei.

Ist man im Obergeschoss angekommen, wird es relativ ruhig. Hier und da huscht eine Mitarbeiterin der Awo durch die Gänge. Die Kinder der Mittagsbetreuung sind um diese Zeit noch im Gebäude, machen dort ihre Hausaufgaben, beaufsichtigt von Mitarbeitern der Awo. Verteilt auf einige Räume "brüten" Kinder über ihre Hausaufgaben.

Zeit für Teamleiterin Maria Treiber, Büroarbeiten zu erledigen. Wie hat sie sich eingewöhnt, welches Fazit kann sie nach mehr als 50 Tagen ziehen? "Wir mussten in letzter Zeit mit vielen Provisorien zurechtkommen. Hier ist alles perfekt, und wir haben mehr Zeit für die Kinder", sagt sie.

Als die Betreuung in der Akademie stattfand, waren mit den Kindern weite Wege nötig. "Sie mussten von der Schule abgeholt und wieder gebracht werden. Das fehlte einfach an der Betreuungszeit, aber wir sind gut zurechtgekommen. Jetzt hat das ein Ende", freut sich Treiber. Der Ort des neuen Gebäudes sei ideal: Die Grundschule ist nur einen Steinwurf entfernt.

"Was uns jetzt noch fehlt ist unser Garten. Wir müssen noch auf den Pausenhof ausweichen, aber das wird auch noch", meint die Teamleiterin. Das Kujathaus sei für die Kinder interessant gewesen, aber nicht mehr zeitgemäß.

"Im neuen Gebäude gegenüber der Akademie und dem Kujathaus, ist es für uns als Bedienstete einfach leichter", sagt Maria. Nicht zu sprechen von den Räumlichkeiten, die im neuen Gebäude einfach zweckmäßiger und auch von der Anzahl her mehr seien.

Nach den Hokki-Stühlen"gefragt, sagt Maria Treiber: "Ich finde diese Hokkis cool und hätte auch gern selber einen. Klar, manche benutzen sie auch als Turngeräte, aber das ist eher die Ausnahme. Wir achten darauf, dass die Kinder ordentlich darauf sitzen. Alles ist neu, Kinder sind impulsiv, müssen sich aber hier wie auch sonst benehmen."

Melina ist neun Jahre alt. Sie sitzt in einem hellen und freundlichen Raum über ihren Hausaufgaben zusammen mit der sechsjährigen Alena und dem sechsjährigen Julian. Beaufsichtigt werden die Kinder von Verena Stark. "Mir gefällt es hier gut, man kann gut spielen" sagt Melina. Klare Pluspunkte hat für die Neunjährige das Kujathaus. "Da hat es mir besser gefallen, es war nicht so modern und wir durften mehr rumtoben als hier."

Besser findet Melina allerdings, dass man im neuen Gebäude mehr Ruhe bei den Hausaufgaben hat. Wo würde Melina hingehen, hätte sie die Wahl zwischen dem neuen Gebäude und dem Kujathaus? "Ins Kujathaus", kam es wie aus der Pistole geschossen.

Kinderpflegerin Verena Stark ist von der Farbgebung des neuen Gebäudes angetan und auch von der Offenheit und Helligkeit. Ein klares Plus von ihr für das neue Gebäude, wo doch alles übersichtlicher und leichter ist.

Der neunjährige Eric sitzt über seinen Hausaufgaben. Sein Herz schlägt auch noch für das Kujathaus, wo man nicht so aufpassen musste. "Hier ist alles neu und das ist nicht so schön", lautet sein Urteil. Es sei zwar alles sauberer als im Kujathaus, aber hier könne man nicht Fußball spielen.

Erika Freibott befindet sich als Aufsichtsperson mit den Kindern Joshua, Hasan und Ella in einem anderen Raum. Vom Geräuschpegel im neuen Gebäude zeigt sie sich begeistert: "Da hat es in der Akademie ganz anders gehallt und auch der Weg der zurück zu legen war, hatte es auch in sich." Schier ins Schwärmen gerät sie, als sie von der Villa Kunterbunt erzählt. "Das Kujathaus war schlichtweg der Liebling aller Kinder, zahllose Möglichkeiten zum Spielen gab es dort und die Phantasie der Kinder wurde angeregt, das war einfach das perfekte Kinderhaus."

Auch Toni Michels, Geschäftsführer der Awo in Ebern, verhehlt sein Faible für das ehemalige Kujathaus nicht. "Das hatte ein Charisma, das von keinem Gebäude zu toppen ist." Im neuen Gebäude seien alle Voraussetzungen in hygienischer Hinsicht sehr gut und auch die Raumaufteilung komme der Arbeit mit den Kindern entgegen. Das müsse es auch, denn das Kujahthaus sei Vergangenheit.
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