Unterschwappach

Im Garten zählt Ideenreichtum

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege zeichnete die Sieger seines jüngsten Wettbewerbs aus.
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Neben einem Gemüsegarten und einer Streuobstwiese hat Renate Rottmann in Oberschleichach auch eine kleine, barock anmutende Fläche angelegt.  Foto: Sabine Weinbeer
Neben einem Gemüsegarten und einer Streuobstwiese hat Renate Rottmann in Oberschleichach auch eine kleine, barock anmutende Fläche angelegt. Foto: Sabine Weinbeer
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28 Gärtnerinnen und Gärtner aus Passion, die sich am Wettbewerb "Natur im Garten" des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege beteiligt hatten, trafen sich jetzt in Unterschwappach. Sechs von ihnen erhielten Sonderpreise, doch allen galt die Anerkennung für ihre Gartenphilosophie.

Wenn Mensch und Tier, Blume und Gemüse, Biene und Schmetterling in einem Garten auf ihre Kosten kommen, wenn Wasserzisterne und Kompost zum Einsatz kommen, dann hat der Gärtner die richtige Grundeinstellung, um bei diesem erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb teilzunehmen. Landrat Wilhelm Schneider, Vorsitzender des Kreisverbandes, zeigte sich überrascht. Zwar sei ihm wie den beiden Kreisfachberatern Guntram Ulsamer und Johannes Bayer von den vielen Tagen der offenen Gartentür durchaus bewusst, welches gärtnerische Engagement im Landkreis vorhanden ist, doch dass sich so viele aus dem ganzen Landkreis an diesem Wettbewerb beteiligen würden, habe doch alle überrascht. So sei auch eine Wiederholung durchaus wünschenswert, meinte der Landrat.

Dass gärtnerischer Begeisterung keine Grenzen gesetzt sind, zeigten die Blicke in kleine wie große Gärten unter den Wettbewerbsteilnehmern. Dabei waren junge Siedlungsgärten ebenso wie über Jahrzehnte gewachsene auf großen Flächen.

So etwa der Garten der Familie Lindner in Unterschwappach, Gastgeber der Abschluss-Feier. Über 3500 Quadratmeter gehören zu dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen. Hier gibt es einen großen Gemüsegarten, Hasen und Hühner, eine Obstbaumwiese, aber auch eine Kletter-Oase für die Kinder und einen Pool im ehemaligen Fahrsilo. Ingenieur Stefan Lindner beeindruckte die Jury durch seine ideenreichen Eigenkreationen wie das rotierende Kompostsieb, das auch von den Gartenfreunden genau unter die Lupe genommen wurde.


Ein Baum wie ein Kunstwerk

Natursteinmauern und Steinhaufen bieten vielen Arten Unterschlupf, wie auch "unser Insektenhotel". Ein uralter Apfelbaum, der schon abgestorben schien und dann doch nochmal junge Triebe schob. Und so steht der knorrige Baum wie ein Kunstwerk mitten im Obstgarten, voller Nisthöhlen.

Die ganze Familie ist eingebunden in die Bewirtschaftung des Grundstücks. Sohn Felix ist gerne mit dem Rasentraktor unterwegs, gemeinsam mit Schwester Finja kümmert er sich auch um die Haustiere.

Alle genießen den Apfelsaft aus eigenen Früchten und das Gemüse aus dem eigenen Garten. Hier herrscht ein fröhliches Miteinander von Salat- und Gemüsepflanzen, von Kräutern und Blumen. Experimentiert wird hier auch mit Erdbeerpflanzen in einem Wasserrohr, "aber das hat sich nicht so bewährt", erklärt Felix diesen Versuch, ob an der Scheunenmauer ein Vertikalgarten möglich wäre. Natürlich war er auch dabei, als der Papa bei einem Hausabbruch im Ort die alten Ziegelsteine abholte und im Obstgarten eine Trockenmauer daraus errichtete.

Viele Fachgespräche entwickelten sich beim Rundgang, Erfahrungen wurden ausgetauscht über standorttypische und robuste Pflanzen, Kompostwirtschaft und natürliche Schädlingsbekämpfung.

Der Landrat freute sich über so viele kreative Gärtner, die dem Trend zur sterilen Grünfläche einen natürlichen Garten entgegensetzen und damit zu einem gesunden Wohnumfeld beitragen.


Die Preisträger

Einen Sonderpreis erhielt in der Kategorie fränkischer Nutzgarten Klara Schramm aus Unterpreppach. Zwei Preise gab es in der Kategorie Naturgarten für Armin und Marion Manietta aus Eichelsdorf sowie für Salome Scholtens aus Fatschenbrunn. Drei Preisträger gab es bei den Wohn- und Nutzgärten, und zwar Sabine und Reinhard Pecoraro-Schneider aus Hainert, Elisabeth Söhnlein aus Ebern, die 2400 Quadratmeter am Anlagenring gestaltet und Doris und Michael Will aus Ebern mit ihrem noch sehr jungen Garten im Siedlungsgebiet.

Die Jury bildeten die beiden Kreisfachberater, die von Lydia Glaser, Karin Limpert, Wenrer Lambach und Helge Langer unterstützt wurden.

Bilder:

1: Sechs Sonderpreise wurden beim Wettbewerb "Natur im Garten" für besonders beispielhafte Gärten vergeben.

2: 28 ökologisch orientierte Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner beteiligten sich am ersten Wettbewerb "Natur im Garten" des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege.

3: Der Kreativität sind im Garten keine Grenzen gesetzt. Bei Familie Lindner in Unterschwappach ergänzen sich Rose und Cocktailtomate.

4: Blumen und Gemüse haben ihr Recht im Nutzgarten von Familie Lindner, der von den Wettbewerbsteilnehmern interessiert begutachtet wurde.

5: Allerhand pfiffige Ideen hat Ingenieur Stefan Lindner schon für seinen Garten umgesetzt. Begeistert war die Jury von diesem besonderen Kompostsieb.

6: Als "Insektenhotel" lässt Stefan Schneider diesen alten Apfelbaum stehen - er hat aber auch noch lebende Triebe, an denen Äpfel reifen.

7: Die Ziegelsteine aus einem abgebrochenen Unterschwappacher Haus bilden auf dem Anwesen der Familie Lindner jetzt eine Trockenmauer, die wärmeliebenden Insekten eine Zuflucht bietet.

8: Alle Wettbewerbsteilnehmer erhielten eine solche getöpferte Plakette, mit der sie ihren Garten versehen können.

9: Vielfalt war groß geschrieben im Wettbewerb "Natur im Garten". So auch bei Renate Rottmann in Oberschleichach. Neben einem Gemüsegarten, ihren Hühnern und einer Streuobstwiese hat sie auch eine kleine barock anmutende Fläche angelegt mit Buchshecken, Formschnitt-Gehölzen und bunten Stauden, aber auch Küchenkräutern.

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