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Haßfurt
Interview

"Ich war ausgesprochen gerne in Haßfurt tätig"

Strafrichterin Ilona Conver hat das Amtsgericht verlassen und spricht künftig in Bamberg Urteile.
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Richterin Ilona Conver vor dem Amtsgericht in Haßfurt Martin Schweiger
Richterin Ilona Conver vor dem Amtsgericht in Haßfurt Martin Schweiger

Mit Wirkung vom 16. Mai ist die bisherige ständige Vertreterin des Direktors des Amtsgerichts Haßfurt, Ilona Conver, als Vorsitzende Richterin an das Landgericht Bamberg gewechselt. Über sechs Jahre wirkte sie in Haßfurt und war dort vor allem für Strafsachen zuständig. Nach einer Tätigkeit am Amtsgericht Bamberg war Ilona Conver zum 1. Januar 2014 nach Haßfurt gekommen.

Nach ihrem Wechsel wird Ilona Conver nun den Vorsitz in der Zweiten Zivilkammer des Landgerichts Bamberg führen. Diese Kammer ist auf Bausachen und Arzthaftungssachen spezialisiert. Ihre Nachfolge in Haßfurt ist noch offen.

Unsere Redaktion hat Ilona Conver über die Gründe ihres Wechsels und ihre Zeit in Haßfurt befragt.

Frage: Warum verlassen Sie das Amtsgericht Haßfurt und gehen ans Landgericht Bamberg?

Conver: In der Justiz ist es völlig normal und auch erwünscht, alle paar Jahre das Sachgebiet oder/und die Dienststelle zu wechseln. Ich war ausgesprochen gerne in Haßfurt tätig, aber nach über sechs Jahren freue ich mich darauf, wieder ins Zivilrecht zu wechseln und wieder in meinem Wohnort Bamberg tätig zu sein.

Was waren ihre Highlights während ihrer Zeit in Haßfurt?

Meine Highlights waren die Autofahrten durch den wunderschönen Landkreis Haßberge, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Betreuungsrichterin immer wieder durchzuführen hatte, um Menschen in Heimen oder auch zu Hause wegen Anhörungsterminen in Betreuungsverfahren aufzusuchen. Es gibt viele hinreißend schöne Ecken im Landkreis, die aber - anders als etwa in der Fränkischen Schweiz - erstaunlicherweise kaum bekannt zu sein scheinen. Auch künftig wird es sicher den einen oder anderen Familienausflug dorthin geben. Gab es kuriose Prozesse? Anekdoten?

Es gab bei den Strafverhandlungen immer wieder auch kuriose Prozesse und komische Situationen. Strafverhandlungen an einem eher ländlichen Amtsgericht sind oft ein bisschen wie in der uralten BR-Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht". Man darf aber nie vergessen, dass es für die Betroffenen meistens überhaupt keine lustige Situation ist. Was vermissen Sie und was eher nicht?

Vermissen werde ich die Kolleginnen und Kollegen vom Amtsgericht Haßfurt, das sich durch eine äußerst gute und geradezu familiäre Arbeitsatmosphäre auszeichnet, und die Fahrten durch den Landkreis, wie bereits erwähnt. Dinge, die ich nicht vermisse, fallen mir jetzt kaum ein; vielleicht mein täglicher Anfahrtsweg von Bamberg aus, aber auch der war gut machbar.

Welches ist Ihre neue Aufgabe in Bamberg?

In Bamberg bin ich künftig als Vorsitzende in einer Zivilkammer des Landgerichts tätig, also ein völlig anderes Rechtsgebiet.

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